Aktualisiert: 07.07.2021 - 20:27

Zucker im Wein? Nachgehakt: Was ist ein Dessertwein?

Von Lea Tefelski

Vin Santo und biscotti: einzeln lecker, zusammen super! Doch was genau macht eigentlich einen Dessertwein aus?

Foto: GettyImages/ Shaiith

Vin Santo und biscotti: einzeln lecker, zusammen super! Doch was genau macht eigentlich einen Dessertwein aus?

Wissen Sie, was einen Wein zum Dessertwein macht? Es steckt ein wenig mehr dahinter, als Wein zum Nachtisch zu trinken. Was genau damit gemeint ist, verraten wir hier...

Ist ein Dessertwein ein Wein, der anstelle des Desserts getrunken wird? Oder dazu? Oder ist damit ein ganz normaler Wein gemeint, der zum letzten Gang des Essens serviert und getrunken wird? So viele Möglichkeiten... Wir erklären, was genau ein Dessertwein ist!

Was der Begriff Dessertwein bedeutet

Das Typische am Dessertwein ist die vollmundige Süße. Dessertweine haben einen hohen Zuckergehalt, weshalb sie auch Süßweine genannt werden. Es sind aber nicht einfach nur sehr süße Trauben, die angebaut werden. Mit Hilfe verschiedener Techniken wird die Gärung des zuckerreichen Mosts unterdrückt bzw. gestoppt, sodass der Dessertwein süß bleibt.

Man unterscheidet grob zwei Herstellungsweisen: Entweder wird der natürliche Zuckergehalt der Trauben konzentriert oder dem Most wird hochprozentiger Alkohol zugesetzt.

Die Konzentration des Zuckergehalts kann auf verschiedene Arten erreicht werden:

  1. Die Trauben bzw. Beeren verbleiben an der Rebe bis die Fäulnis einsetzt, die sog. Edelfäule. In Deutschland und Österreich werden diese Weine dann (Beeren-)Auslese, oder Trockenbeerenauslese genannt. Auch Ausbruch, Tokajer oder Sauternes sind bekannte Bezeichnungen.
  2. Die Trauben verbleiben an der Rebe, während der Frost einsetzt. Die Bezeichnung "Eiswein" verrät die Produktionsweise. Qualitativ sind diese Weine noch über der Auslese einzuordnen.
  3. Die geernteten Trauben werden auf Stroh- oder Schilfmatten, Gittern oder Holzgestellen getrocknet. Das Mostgewicht und mit ihm der Oechslegrad (Maß des Zuckergehalts), steigt.
  4. Die Kryo-Extraktion, eine Simulation der Eiswein-Herstellung, wird in Frankreich teilweise angewendet, in deutschsprachigen Ländern ist das Verfahren nicht zugelassen.

Eine andere Möglichkeit ist, dem zuckerreichen Most hochprozentigen Alkohol zuzusetzen, um die Hefen abzutöten und die Gärung zu stoppen. Beispiele für den "gespriteten Süßwein" sind Portwein, Sherry oder Masala.

Übrigens: Dessertweine sind meist weiß. Für die späte Ernte, die eine Entwicklung des Zuckergehalts zulässt, eignen sich Sorten wie Riesling oder Silvaner.

Tipp: Wenn Sie die Möglichkeit haben, einen roten Eiswein probieren zu dürfen, schlagen Sie zu, sie sind eine Rarität. Besonders gut: Rund um den Neusiedler See in Österreich werden weltweit ausgezeichnete Eisweine produziert! Fragen Sie am besten direkt bei den ortsansässigen Winzern, denn diese Flaschen werden meist unter Verschluss gehalten...

Wozu und wann ein Dessertwein passt

Serviert werden Dessertweine als Dessert, zum Dessert oder sogar als Aperitif. Der starken Süße steht bei qualitativ hochwertigen Weinen eine nicht zu unterschätzende Säure bei, die den Wein ausbalanciert. Sehr günstigen Dessertweinen fehlt diese Säure, was sie eintönig macht und geschmacklich lediglich an der Oberfläche kratzen lässt. Hier lohnt es, sich, auf den fachkundigen Rat einer Weinhandlung zu hören. Da selten eine ganze Flasche getrunken, sondern meist nur ein Glas gereicht wird, macht es Sinn, mehr auf Qualität statt Quantität zu setzen.

Verschiedene Dessertweine lassen unterschiedliche Kombinationen mit Herzhaftem oder Süßem zu. Sauternes und Blauschimmelkäse geben ein Spitzenteam ab, Eiswein und Birnentarte ergänzen sich herrlich. Die einzige Grundregel, die es zu beachten gilt: Der Wein darf nicht süßer als das Dessert selbst sein! Sonst ziehen sie sich gegenseitig in süße Tiefen hinab, aus denen der Trinkende so schnell nicht wieder herauskommt...

Quellen: weinfreunde.de, wirwinzer.de, vinorama.at, vicampo.de, eigene Recherche

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