Aktualisiert: 14.06.2021 - 20:52

Europäische Behörde warnt Ist der Lebensmittelzusatzstoff E171 nicht mehr sicher?

Von Franziska Peter

Er ist in vielen Lebensmitteln wie Backwaren enthalten: der Zusatzstoff E171. Laut einer europäischen Behörde ist die Verwendung aber nicht mehr gesundheitlich vertretbar.

Foto: Getty Images/ Grace Cary

Er ist in vielen Lebensmitteln wie Backwaren enthalten: der Zusatzstoff E171. Laut einer europäischen Behörde ist die Verwendung aber nicht mehr gesundheitlich vertretbar.

Der Zusatzstoff E171 sorgt dafür, dass Lebensmittel wie Backwaren oder Kaugummi weiß sind. Jetzt hat die Europäische Lebensmittelbehörde jedoch Zweifel an seiner gesundheitlichen Sicherheit.

Ob in Backwaren, Salatdressings oder Suppen, der Lebensmittelzusatzstoff E171 ist in vielen Fertigprodukten enthalten. Hier sorgt er meist für die weiße Farbe der Produkte. Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hat den Stoff nun neu bewertet und kommt zu dem Schluss, E171 sei nicht mehr sicher.

Laut EFSA: Lebensmittelzusatzstoff E171 nicht sicher

Zur erneuten Bewertung von Titandioxid, dass auf Produktverpackungen als E171 genannt wird, kam es auf Ersuchen der Europäischen Kommission. Bereits im Jahr 2016 prüfte die EFSA den Zusatzstoff, gab damals aber bekannt: Es bedürfe weiterer Untersuchungen, um das gesundheitliche Risiko final zu klären.

Nun lagen weitere Studien vor, die die Behörde zu ihrer neuen Einschätzung brachte. Der Vorsitzende des EFSA-Sachverständigengremiums, Prof. Maged Younes, erklärte: "Unter Berücksichtigung aller verfügbaren wissenschaftlichen Studien und Daten kam das Gremium zu dem Schluss, dass Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher angesehen werden kann."

Gesundheitliche Risiken von Titandioxid

Auch wenn die verzehrte Menge zwar gering ist, könne sich E171 im Körper ansammeln. Das könne zu Schäden des genetischen Materials in den Zellen und letztlich zu einer Krebserkrankung führen.

Zwar wurde weiterhin nicht abschließend erforscht, ob E171 tatsächlich diese Wirkung hat, die Lebensmittelbehörde konnte ein höheres Krebsrisiko durch den Verzehr trotzdem nicht ausschließen. Deshalb empfahl sie nun, den Lebensmittelzusatzstoff E171 als nicht sicher einzustufen.

Zwar wird E171 auch in Haushaltsprodukten wie Waschmittel oder Zahnpasta verarbeitet, die Empfehlung bezieht sich aber nur auf die Verwendung in zum Verzehr gedachter Produkte. Die endgültige Entscheidung über mögliche Folgen dieser Einschätzung wie etwa Vorschriften oder Verbote liegt nun bei der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedstaaten.

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Quellen: efsa.europa.eu, wz.de

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