Aktualisiert: 02.06.2021 - 16:42

Gefährliches DIY-Geschenk Achtung: Gesundheitsrisiko bei selbst gemachtem Kräuteröl

Von Franziska Peter

Ist selbstgemachtes Öl gefährlich? Unter Umständen schon, wenn Sie nicht ein paar wichtige Dinge beachten.

Foto: Getty Images/ BURCU ATALAY TANKUT

Ist selbstgemachtes Öl gefährlich? Unter Umständen schon, wenn Sie nicht ein paar wichtige Dinge beachten.

Wer freut sich nicht über selbstgemachte Geschenke? Ganz besonders angesagt sind DIY-Ideen für die Küche, etwa selbst gemachtes Öl oder eingelegtes Gemüse. Doch diese Geschenke bergen gesundheitliche Gefahren!

"Mit Liebe selbst gemacht" – dieser Spruch ziert immer wieder Präsente auf dem Gabentisch. DIY-Geschenke legen voll im Trend. Kein Wunder: Die Herstellung macht unglaublich Spaß und die Freude beim Beschenkten ist oft doppelt so groß wie bei gekauften Aufmerksamkeiten. Aber wussten Sie, dass selbst gemachtes Kräuteröl gefährlich ist? Ebenso verhält es sich mit selbst eingelegtem Gemüse. Wir erklären Ihnen, wieso das so ist.

Warum ist selbst gemachtes Kräuteröl gefährlich?

Es ist schwer vorstellbar, aber selbst hergestellte Öle und auch eingelegtes Gemüse aus dem Garten bergen ein gesundheitliches Risiko. Das liegt vor allem daran, dass in der eigenen Küche nicht die gleichen Standards und Vorsichtsmaßnahmen wie in der Lebensmittelproduktion eingehalten werden können.

Die Folge: Sowohl in Ölen mit Kräutern als auch auf Gemüse, das in Öl und Gewürzen eingelegt wurde, vermehren sich die Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum. Diese sehr widerstandsfähigen Sporen sind nahezu auf allen Lebensmitteloberflächen zu finden und bilden in luftdichten Verpackungen ein gefährliches Nervengift.

Bakterium birgt gesundheitliche Risiken

Anders als in der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln sei es im Privathaushalt "schwer, eine Vermehrung des Bakteriums sicher zu verhindern", erklärt Luise Hoffmann von der Verbraucherzentrale Thüringen. Während die Lebensmittelhersteller in der Lage sind, Temperatur, Säuregehalt und weitere Faktoren zu kontrollieren, ist die Schaffung optimaler Bedingungen in den eigenen vier Wänden schwer realisierbar.

Das bedeutet im Fall selbst gemachter Öle: Die sehr hohen Temperaturen, die die Sporen von Clostridium botulinum unschädlich machen, werden beim Abkochen nicht erreicht. Durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel kann es dann zu Übelkeit, Problemen im Magen-Darm-Bereich und Erbrechen kommen. Auch Störungen im Seh- und Sprechapparat und Atemlähmung bis hin zum Ersticken sind möglich.

Aufgepasst: Laut der Verbraucherzentrale Thüringen stehen die meisten Vorfälle von Botulismus in Verbindung zu selbst eingekochten Konserven. Daher gilt, Fleisch, Gemüse und Co vor dem Einwecken immer doppelt zu erhitzen.

Die Menge des Bakteriums und seiner Sporen können zwar sowohl durch Waschen als auch durch Erhitzen von Lebensmitteln reduziert werden, aber eben nicht vollständig. Geringe Temperaturen wiederum hemmen die Vermehrung des Bakteriums.

Trotz der Gefahr müssen Sie zukünftig nicht auf mit Knoblauch und Kräutern aromatisierte Öle und selbst eingelegtes Gemüse verzichten. Jedoch sollten Sie darauf achten, diese nicht auf Vorrat zu produzieren, sie kühl zu lagern und zügig zu verbrauchen. Vor allem, wenn die Produkte während der Herstellung nicht ausreichend erhitzt und zum Verfeinern kalter Speisen wie Salate verwendet werden, ist Vorsicht geboten.

Eine Lebensmittelvergiftung kann man sich aus verschiedenen Gründen einfangen. Das sind die typischen Symptome! Und auch Salmonellen sind überaus unangenehm. Im Video erfahren Sie mehr:

Salmonellen! Das sind die wichtigsten Symptome
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Quellen: bfr.bund.de, vzth.de

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