Aktualisiert: 31.05.2021 - 17:02

Wie ist das eigentlich? Nachgehakt: Machen Geschmacksverstärker wirklich dick?

Von Lea Tefelski

Sind Geschmacksverstärker in stark verarbeiteten Lebensmitteln die versteckten Dickmacher?

Foto: GettyImages/Mint Images

Sind Geschmacksverstärker in stark verarbeiteten Lebensmitteln die versteckten Dickmacher?

Sie halten sich an alle Diät-Vorgaben, quälen sich beim Sport, aber es will einfach nicht klappen mit dem Abnehmen? Vielleicht liegt es an Dickmachern, die mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen sind. Wir sagen Ihnen, welche Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker in Ihrem Essen den Gewichtsverlust hemmen...

Klar, dass in Fast Food viel Ungesundes steckt, aber es gibt immer mehr vermeintlich gesunde Alternativen beim Lieferdienst des Vertrauens. Die unschöne Wahrheit ist jedoch, dass auch in diesen Gerichten viele Zusatzstoffe stecken. Wenn die natürlichen Geschmacksverstärker Fett, Zucker und Salz reduziert werden, müssen sie durch andere Stoffe ersetzt werden, damit es schmeckt. Klappt es trotz Light-Produkten noch immer nicht mit dem Abnehmen, stellt man sich schnell die Frage: Wenn es die Zutaten nicht sind, machen die Geschmacksverstärker dick?

Sind Geschmacksverstärker heimliche Dickmacher?

In Fast Food sind viele Zusatzstoffe enthalten, zusätzlich zu den oft sowieso schon ungesunden Zutaten. Bestellt man jedoch die gesunde Variante beim Lieferdienst des Vertrauens oder kauft Light-Produkte, hofft man auf ein Gericht, dass die Waage nicht explodieren lässt.

Besonders bei asiatischen Lieferdiensten befinden wir uns häufig in einem Zwiespalt: Das viele Gemüse und ein bisschen Reis kann ja so schlecht nicht sein. Aber was ist mit der Soße? Solange es keine Sahne-Soße ist, dürfte es doch erlaubt sein, oder?

Welche Zusatzstoffe ungesund sind

Natürliche Geschmacksverstärker wie Salz, Zucker und Fett braucht der menschliche Körper – allerdings in Maßen, nicht in Massen! Die Industrie setzt jedoch häufig noch künstliche Geschmacksverstärker zu. Wir haben den Check gemacht, ob die magischen Zusatzstoffe dick machen...

Die drei heimtückischsten Geschmacksverstärker

Glutamat kommt natürlicherweise in fast allen Lebensmitteln vor, sogar in der Muttermilch. In hoher Konzentration wird es als zusätzlicher Geschmacksverstärker eingesetzt. Kennen Sie "das Chinarestaurant-Syndrom"? Das gibt es nicht wirklich, beschreibt aber den Effekt von Glutamat: Es läuft einem buchstäblich das Wasser im Mund zusammen. Glutamat verstärkt nämlich den Geschmack aller Lebensmittel und lässt einem buchstäblich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Klingt gut, hat aber Folgen: Die Konzentration des Schlankhormons Leptin sinkt nach dem Essen, das Gehirn sendet Hungersignale. Und Zack, wird die nächste Frühlingsrolle verdrückt... Glutamat selbst ist nicht schädlich! Die Wirkung führt jedoch dazu, dass das Essen als leckerer empfunden wird und das Bedürfnis, mehr zu essen, steigt.

Erkennbar unter den Bezeichnungen E 620, Glutaminsäure oder Mononatriumglutamat wird Glutamat in lange haltbaren und salzigen Lebensmitteln verwendet (Brühe, asiatische Soßen, Chips etc.).

Guanylsäure wird Würzmitteln, Fertiggerichten, Tiefkühlprodukten, Knabber-Erzeugnissen und Ähnlichem zugesetzt, also insbesondere salzhaltigen Speisen. Das Problem dabei: Salz macht süchtig. Je mehr Sie davon essen, desto mehr wollen Sie... Am Besten achten Sie auf die Angabe der Inhaltsstoffe: Steht da E 626, Guanylsäure oder Guanylat ist der Geschmacksverstärker enthalten.

Bisphenol und Phtalate kommen nicht im Essen, sondern in der Verpackung vor. Leider können sich die Stoffe lösen und auf das Essen übergehen. So haben die Weichmacher trotzdem einen Einfluss auf unseren Körper und Essverhalten. Bisphenol A (BPA) unterdrückt das Hormon, das vor Gefahren, zum Beispiel vor Fettleibigkeit, schützt. So kann das Gehirn nicht mehr unterscheiden, was gesund und was ungesund ist. Phtalate ähneln sich in ihrer Zusammensetzung menschlichen Hormonen, die Hunger auslösen. Beide Stoffe hemmen also das natürliche Essverhalten!

Gewusst wie: Ob Weichmacher enthalten sind, können Sie ganz leicht selbst überprüfen. Jedoch nicht in der Zutatenliste, wie für Glutamat und Guanylsäure, sondern bei den Wertstoff-Angaben. Die Nummer innerhalb des Pfeildreiecks verrät, welcher Kunststoff verwendet wurde. Zwei, vier und fünf gelten als BPA-frei. Mit der Zahl sieben gekennzeichnete und nicht deklarierte Produkte enthalten mit hoher Sicherheit Weichmacher!

Sind die Geschmacksverstärker schuld?

Geschmacksverstärker sind nicht durchweg schädlich, sondern können auch ganz natürlich sein, wie das Beispiel Glutamat zeigt. Was sich also eigentlich negativ auswirkt, sind die Prozesse im Körper, die die Zusatzstoffe auslösen. Das Glutamat macht nicht dick, aber es bringt Sie dazu, mehr zu essen und damit mehr Kalorien zu sich zu nehmen.

Geschmacksverstärker – geht's auch ohne?

Ohne Zweifel: Es geht auch ohne Geschmacksverstärker. "Clean Eating" heißt die Methode, sich möglichst von natürlichen Lebensmitteln zu ernähren, die nicht stark verarbeitet wurden. Das bedeutet jedoch nicht nur eine Umstellung des Essverhaltens, sondern zieht meist auch einen Lifestyle mit sich. Denn wer sich gesund und "sauber" ernähren möchte, wird nicht drumherumkommen, bewusst einzukaufen und viel selbst zu kochen.

Wer mehr zum Thema "Clean Eating" erfahren möchte, sollte diese Artikel lesen, die das Konzept genauer erklären, hilfreiche Tipps geben und mit Ideen zum Kochen punkten... Lassen Sie sich begeistern!

Sich einfach keine Gedanken machen: Von diesen Lebensmitteln können Sie so viel essen, wie Sie wollen – ohne Zuzunehmen ! Und welche Lebensmittel den Heißhunger stillen, zeigen wir Ihnen im Video:

5 Lebensmittel, die den Heißhunger stillen
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Quellen: wunderweib.de, eigene Recherche

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