Aktualisiert: 21.05.2021 - 14:51

Wir speisen immer gesünder Wie isst Deutschland? Der Ernährungsreport 2021 klärt auf

Von Franziska Peter

Jedes Jahr bringt die Bundesregierung den Ernährungsreport heraus. Er liefert mitunter überraschende Erkenntnisse.

Foto: Getty Images/ Westend61

Jedes Jahr bringt die Bundesregierung den Ernährungsreport heraus. Er liefert mitunter überraschende Erkenntnisse.

"Bewusster einkaufen, regionale Erzeuger unterstützen und dabei etwas für den Klimaschutz tun: Das ist für viele wichtig.“ So fasst die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, die Ergebnisse des Ernährungsreports 2021 zusammen. Aber was ist den Deutschen wichtig, wenn Sie im Supermarkt stehen, und welche Ernährungstrends sind erkennbar? Wir haben uns den Report angesehen.

Hauptsache, es schmeckt? Wenn man den Ernährungsreport 2021, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jedes Jahr veröffentlicht, in einem Satz zusammenfassen sollte, ist das wohl eine der Haupterkenntnisse: Immerhin gaben 99 Prozent der 1000 Befragten an, dass ihr Essen lecker sein muss.

Daneben wurden aber noch viele weitere Aspekte der Ernährung abgeklopft, etwa der Stellenwert von Herkunft, Tierwohl und Inhaltsstoffen. Auch zu ihren Vorlieben bei Lebensmitteln, die am Ende den Weg in den Einkaufskorb finden, machten die Befragten Angaben.

Ernährungsreport 2021: Diese Lebensmittel verzehren die Deutschen am liebsten

Was beim Lesen des diesjährigen Ernährungsreports auffällt: Die Deutschen essen gesund! 76 Prozent, und damit sechs Prozent mehr als 2020, nehmen jeden Tag Obst und Gemüse zu sich. Dagegen nimmt der Fleischkonsum ab – nur 26 Prozent gaben an, täglich Fleischprodukte zu verzehren. Fisch isst sogar nur ein Prozent der Umfrageteilnehmer jeden Tag! Es gibt dafür mehr Vegetarier (zehn Prozent) und Veganer (zwei Prozent) in unserem Land, und auch der Verbrauch von Fleischalternativen ist auf acht Prozent gestiegen. Die Gründe dafür reichen von reiner Neugier über das Wohl der Tiere, den Geschmack und das Klima bis hin zur eigenen Gesundheit.

Milchprodukte wie Joghurt, Käse und Co liegen weiterhin hoch im Kurs und sind bei mehr als der Hälfte der Befragten (64 Prozent) fester Bestandteil des täglichen Speiseplans. Ebenso in Sachen Snacks sind die Deutschen Genießer: Immerhin 27 Prozent greifen an jedem Wochentag zu süßem oder herzhaftem Knabberspaß.

Übrigens: Frauen snacken deutlich mehr als Männer: Hier ist das Verhältnis 32 zu 21 Prozent. Dafür achten sie mit 40 Prozent aber stärker auf kalorienarme Ernährung als männliche Befragte.

Regionalität wird immer wichtiger

Beim Kauf ihrer Lebensmittel achten die Deutschen weiterhin darauf, wo diese eigentlich herkommen. Ihnen ist es wichtig, dass Produkte möglichst regional produziert werden, das sagen 82 Prozent der Befragten. Es kommt jedoch darauf an, um welche Lebensmittel es sich handelt, denn nicht bei allen Waren spielt Regionalität die selbe Rolle. Den höchsten Stellenwert nimmt sie bei Eiern sowie frischem Obst und Gemüse ein (86 Prozent). Dann folgen in absteigender Reihenfolge Backwaren, Fleisch und Wurst sowie an letzter Stelle mit immerhin noch 71 Prozent Milcherzeugnisse.

Genauso wichtig ist den Verbrauchern das Tierwohl, denn 86 Prozent wünschen sich ein staatliches Tierwohlkennzeichen. Hier wird deutlich, dass es vor allem die jüngeren Befragten sind, denen das Wohl der Tiere mehr und mehr am Herzen liegt. Unter allen Teilnehmern sagten außerdem 42 Prozent, dass sie bis zu fünf Euro mehr pro Kilogramm Fleisch ausgeben würden, wenn es sich positiv auf die Tierhaltung auswirkt. Auch der Klimaschutz und die Umwelt wirken sich auf den Lebensmittelkauf aus. 84 Prozent achten auf entsprechende Hinweise auf den Verpackungen und mehr als die Hälfte aller Teilnehmer erwarten umweltfreundliche Produktionsmethoden und einen Rückgang von Emissionen.

Solche Hinweise und andere Siegel auf den Verpackungen helfen Konsumenten bei der Kaufentscheidung: Meistens schauen sie auf das Regionalfenster und das Biosiegel (68 und 64 Prozent). Aber auch Angaben zu fairem Handel, nachhaltiger Fischerei und Tierwohl werden von mehr als jedem zweiten Käufer beachtet. Etwas weniger Aufmerksamkeit erhält der sogenannte Nutri-Score: 45 Prozent derjenigen, die ihn bereits wahrgenommen haben, nutzten ihn auch als Bewertung für eine Kaufentscheidung.

Ernährungsreport 2021 verrät: Der Trend geht zum Kochen in den eigenen vier Wänden

Liegt es an der Pandemie? Zumindest stellen sich laut aktuellem Ernährungsreport deutlich mehr Menschen an den Herd als noch im vergangenen Jahr. Waren es 2020 nur 39 Prozent, sind es 2021 schon 52 Prozent, die täglich kochen. Fast ein Drittel bereitet die Mahlzeiten immerhin zwei- bis dreimal pro Woche selbst zu. Acht Prozent der Deutschen kochen dagegen nie!

Was uns besonders freut: 68 Prozent lassen sich online inspirieren und finden Rezepte im Internet. Ebenso dienen Freunde und Familie sowie Kochbücher der Kücheninspiration.

Interessant: Auch wenn es immer mehr Anbieter gibt, gehört die Lieferung von Lebensmitteln noch nicht zum Alltag in Deutschland. In den letzten zwölf Monaten ließen sich lediglich 13 Prozent der Befragungsteilnehmer Getränke oder Lebensmittel liefern.

Apropos Rezepte: Leckere Ideen von BILD der FRAU

Wie ist es bei Ihnen, welche Gesichtspunkte sind Ihnen selbst bei der Ernährung wichtig? Gehören Sie zu den 91 Prozent, für die Essen gesund sein muss? Dann möchten wir Ihnen diesen Aloe-Vera-Smoothie mit Minze und Apfel nicht vorenthalten. Und wie wäre es, die Chips im Supermarktregal mal stehen zu lassen und stattdessen selbst gesunde Süßkartoffelchips zu backen?

Und auch zuckerfreie Rezepte erfreuen sich im Rahmen einer gesunden Ernährung immer größerer Beliebtheit. Unsere liebsten Gerichte ohne Zucker zeigen wir Ihnen in obiger Galerie.

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Quelle: bmel.de

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