Aktualisiert: 02.05.2021 - 10:20

Werden Sie Lebensmittelretter Heute ist Tag der Lebensmittelverschwendung

Von Franziska Peter

Der heutige Tag der Lebensmittelverschwendung macht unter anderem auf übermäßigen Konsum aufmerksam.

Foto: Getty Images/ Alexander Spatari

Der heutige Tag der Lebensmittelverschwendung macht unter anderem auf übermäßigen Konsum aufmerksam.

Es ist kaum zu glauben, wie viele Lebensmittel jedes Jahr im Müll landen. Der heutige Tag der Lebensmittelverschwendung macht darauf aufmerksam und fordert zum Umdenken und Handeln auf.

Der 2. Mai gilt auch als Tag der Lebensmittelverschwendung, der erstmals im Jahr 2016 durch den WWF ausgerufen wurde. Der traurige Hintergrund dieses Datums: Jährlich landen Unmengen von Lebensmitteln im Müll, eine deutliche Verringerung dieser Verschwendung ist zumindest aktuell nicht in Sicht. Erfahren Sie mehr über diesen besonderen Tag und nutzen Sie unsere Tipps, um Lebensmittel zu retten.

Tag der Lebensmittelverschwendung: Ein Datum mit Symbolkraft

Warum rief der WWF diesen besonderen Gedenktag gerade am 2. Mai aus? Weil die bis zu diesem Tag im Jahr produzierten Lebensmittel statistisch gesehen weggeschmissen werden. In Deutschland sind es durchschnittlich etwa 12 Millionen Tonnen im Jahr. Eine erschreckende Tatsache, die nicht nur die Umweltorganisation dazu motiviert, auf dieses Datum aufmerksam zu machen. Auch gemeinnützige Vereine etwa in der Obdachlosenhilfe setzen sich schon lange dafür ein, bewusster zu konsumieren und somit die Verschwendung von Essen zu minimieren. Denn während in einigen Haushalten unnötig Lebensmittel entsorgt werden, müssen anderswo Menschen um ihre nächste Mahlzeit bangen.

Lebensmittelverschwendung mit Folgen

Weltweit wandern etwa 1,3 Milliarden Tonnen Nahrung in die Tonne, und zwar Jahr für Jahr. Das entspricht ungefähr einem Drittel aller produzierten Lebensmittel. Und nicht nur das: Auch die im Rahmen der Produktion genutzten Ressourcen für Herstellung und Transport werden damit verschwendet.

Konkreter stellt es der WWF im Jahr des ersten Tages der Lebensmittelverschwendung dar: Jährlich werde statistisch gesehen eine Fläche von 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzt, die darauf angebauten Produkte jedoch weggeworfen, zudem entstünden unnötige Treibhausgase. Ein bewussterer Konsum und ein Umdenken in der Landwirtschaft hätten demzufolge auch positive Folgen für das Klima.

Rund die Hälfte der verschwendeten Lebensmittel ist dabei auf die privaten Haushalte zurückzuführen, häufig aufgrund eines falschen Umgangs mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum – der Wortbestandteil "Mindest" wird dabei nämlich oft übergangen. Ebenso spielt das Aussortieren von Obst und Gemüse, das zwar nicht mehr ganz knackig aussieht, aber noch genießbar wäre, eine Rolle. Das eigene Kaufverhalten darf genauso wenig außer Acht gelassen werden: Oft befinden sich deutlich mehr Produkte im Einkaufswagen, als wir tatsächlich verbrauchen können. Die Folge: Die Lebensmittel verderben ungenutzt und werden entsorgt.

Zero Waste zur Vermeidung von Abfall

Glücklicherweise entstehen aus einer Not auch immer wieder Tugenden. So geschehen etwa bei der sogenannten "Zero Waste"-Küche. Anhänger dieser Bewegung bemühen sich, bei der Zubereitung von Speisen sehr wenig Abfall (Waste) zu produzieren, indem sie so viele Bestandteile der Zutaten nutzen wie möglich. Allein im Fall von Gemüse können Sie deutlich mehr zubereiten, als Sie vielleicht denken. Oder haben Sie schon mal die Blätter von Möhren, Kohlrabi und Co gegessen? Wir zeigen Ihnen, was Sie daraus zaubern können:

  • Möhren: In Karottengrün steckt überraschenderweise jede Menge Kalzium. Zudem wirken sich die enthaltenen Ballast- und Bitterstoffe positiv auf die Verdauung aus. Die Blätter können ähnlich wie Petersilie zum Beispiel in Pestos, Smoothies und Suppen zum Einsatz kommen.
  • Kohlrabi: Kaum zu glauben, aber seine Blätter enthalten doppelt so viel Vitamin A und C wie der Kohlrabi selbst! Zaubern Sie daraus einen leckeren Rohkostsalat oder peppen Sie Suppen und Smoothies auf.
  • Rote Bete: Lust auf Vitamin A und K und eine Extraportion Kalzium? Dann sollten die Blätter von roten Beten ebenfalls in Ihrem Salat, Smoothie oder einer leckeren Suppe Verwendung finden.
  • Auch das Grün von Fenchel und Radieschen dürfen gern im Kochtopf landen.

Jetzt sind Sie dran: Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung

Nicht nur in Handel und Gastronomie, auch in den eigenen vier Wänden müssen viel zu viele Produkte in den Abfall. Und das, obwohl sie eigentlich noch gut sind. Pro Jahr und Kopf wandern in Deutschland gut und gerne 80 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne. Mit einigen einfachen Tipps können Sie die eigene Lebensmittelverschwendung deutlich reduzieren:

  • Schreiben Sie eine Einkaufsliste, damit Sie beim Wocheneinkauf nicht mehr aufs Kassenband legen, als Sie eigentlich benötigen.
  • Ihre Augen waren trotzdem größer als der eigene Bedarf und Sie haben zu sehr im Supermarkt zugeschlagen? Spenden Sie die überschüssigen Lebensmittel an eine soziale Einrichtung wie die Obdachlosenhilfe. Auch Smartphone-Apps helfen beim Teilen mit privaten Verbrauchern oder Gastronomiebetrieben. Das Gute: Sie können nicht nur Produkte anbieten, sondern selbst zum Lebensmittelretter werden, indem Sie anderen etwas abnehmen.
  • Lebensmittel mit Köpfchen im Kühlschrank einsortieren: Ganz oben dürfen etwa angebrochene Packungen und zubereitete Speisen Platz nehmen, natürlich gut verpackt. Dann in absteigender Reihenfolge Milchprodukte, Fleisch und Fisch und Gemüse sowie Obst verstauen Sie in den dafür vorgesehenen Schubladen. In die Tür kommen Getränke, Eier, Butter, Ketchup und ähnliche Produkte.
  • Auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten ist, bedeutet das nicht, dass die Nahrung verdorben ist. Prüfen Sie Geruch und Aussehen und entscheiden Sie, ob das Produkt noch gut ist. Bei Schimmel- oder Gasbildung sollten Sie es tatsächlich sofort entsorgen. Achten Sie bei Ihren noch vorrätigen Lebensmitteln außerdem darauf, solche, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum näher rückt, zuerst zu verbrauchen.
  • Zu viel gekocht? Lagern Sie Speisen, die übriggeblieben sind, entweder im Kühlschrank oder im Tiefkühler: So lange halten sich gekochte Lebensmittel im Kühlschrank und so lange können Sie eingefrorene Lebensmittel noch genießen..

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Quellen: wwf.de, tafel.de, vzhh.de

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