Aktualisiert: 13.05.2021 - 16:01

So einfach geht Umweltschutz! Klimaneutrale Ernährung: Beim Essen das Klima schützen!

Von Vivien Schulze

Wie Sie mit klimaneutraler Ernährung ganz leicht etwas für die Umwelt tun können!

Foto: Getty Images / d3sign

Wie Sie mit klimaneutraler Ernährung ganz leicht etwas für die Umwelt tun können!

Insgesamt dürfte der landwirtschaftliche Anteil an den globalen Emissionen von Klimagasen bei über zehn Prozent liegen. Die Art, wie wir uns ernähren, trägt also massiv zu der Entwicklung unseres Klimas bei. Hier geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie dazu beitragen können, durch Ihre Ernährung etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

Dass die Produktion und der Transport unserer Nahrungsmittel einen großen Anteil der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase ausmacht, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dabei ist eine Umstellung der Ernährung zugunsten des Klimas überhaupt nicht schwer! Hier erklären wir Ihnen, wie Sie die ersten Schritte auf dem Weg zu einer klimaneutralen Ernährung schaffen können!

Klimaneutrale Ernährung: Was bedeutet das überhaupt?

Der Begriff der klimaneutralen Ernährung steht für eine Ernährungsweise, die darauf ausgerichtet ist, den Treibhausgas-Ausstoß, der bei der Produktion, der Verpackung und beim Transport der konsumierten Lebensmittel verursacht wird, so gering wie möglich zu halten. Es geht also darum, die Ernährung und das Verhältnis zu Lebensmitteln unter dem Aspekt des Klimaschutzes neu zu beurteilen und anzupassen. Denn rund 15 Prozent der CO²-Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland werden durch unsere Ernährung verursacht.

Wie können Sie sich klimaneutral ernähren?

Tipp 1: Mehr saisonales Obst und Gemüse

So simpel es auch klingen mag: heimisches, saisonales Obst und Gemüse auf den Tisch zu bringen und Nahrungsmittel, die einen weiten Weg hinter sich haben vom Essensplan zu streichen, macht einen großen Unterschied im eigenen CO²-Fußabdruck. So muss das frische Obst und Gemüse nicht mehr schwer verpackt innerhalb kürzester Zeit um die halbe Welt transportiert werden, sondern kommt dann auf den Teller, wenn es im eigenen Land Zeit dafür ist.

Wenn Sie sich unsicher sind, welches Obst und Gemüse die Jahreszeiten zu bieten haben, dann werfen Sie doch gern einen Blick in diese Videoplaylist. Dort geben wir Ihnen einen genauen Überblick, damit beim nächsten Wocheneinkauf nichts mehr schief gehen kann:

Saisonkalender – Heimisches Obst & Gemüse
Saisonkalender – Heimisches Obst & Gemüse

Tipp 2: Weniger Fleisch- und Milchprodukte

Sie haben es sich vermutlich schon gedacht: Eine Senkung des Konsums von Fleisch- und Milchprodukten macht einen großen Unterschied in Sachen klimafreundlicher Ernährung. Durch Viehzucht, Tierhaltung und Futtermittelbereitstellung entstehen große Mengen an Luftschadstoffen. So werden bei der Produktion von einem Kilo Rindfleisch umgerechnet 13,3 Kilo CO² freigesetzt. Zum Vergleich: Die gleiche Menge Äpfel produziert nur 0,5 Kilo CO².

Dazu kommt noch das ungünstige Verhältnis von Aufwand und Nutzen, das die Tierindustrie prägt. Für einen Kilo Schweinefleisch müssen ungefähr fünf Kilogramm Futter bereit gestellt werden. Um diese riesigen Mengen an Futter produzieren zu können, werden Jahr für Jahr riesige Waldflächen gerodet, um dort beispielsweise Soja anzubauen. Diese Ernte ist dann ausschließlich für Viehfutter gedacht. Lebensmittel werden auf diesen gerodeten Flächen nur sehr selten angepflanzt.

Tipp 3: Mehr Bio

Der Biolandbau verzichtet konsequent auf den Einsatz von giftigen Pestiziden und umweltschädlichen Düngern. Dadurch lassen sich bei einer vollständigen Bio-Mahlzeit bis zu 40 Prozent der CO²-Emissionen, die bei der Lebensmittelproduktion entstehen, einsparen.

Das Problem ist nur, dass es dutzende verschiedene Bio-Siegel gibt, die nicht alle dieselben Ansprüche stellen und nicht alle in einem gleichem Maße verlässlich sind. Selbst das europäische Bio-Siegel, bekannt als aus Sternen gebildete Blatt auf grünem Untergrund, ist abhängig von den Produzenten und deren Ehrlichkeit. So kommt es häufig zu Betrug, weil die Produzenten sich in einigen Fällen aussuchen dürfen, welche Kontrollstelle sie kontrolliert.

Als sehr verlässlich wird das Demeter Bio-Siegel eingeschätzt. Es ist das älteste und strengste Bio-Siegel und setzt schon bei der Nahrung der Tiere sehr hohe Maßstäbe an. Doch selbstverständlich gibt es noch viele andere Bio-Siegel, an denen Sie sich nach gutem Gewissen orientieren können. Die Bio-Siegel Bioland und Biokreis sind dafür nur zwei weitere Beispiele.

Es heißt wie immer: Gut informieren und die Augen offen halten!

Tipp 4: Möglichst unverpackte Lebensmittel kaufen

Es sind Bilder wie aus einem Albtraum: Der größte Müllstrudel im Pazifik misst ungefähr eine Größe von rund 1,6 Millionen Quadratkilometern. Dies entspricht ungefähr 19 Mal der Größe von Österreich. Umso wichtiger ist es, auf den eigenen Umgang mit Müll und Plastik zu achten und drastisch zu reduzieren. Denn im Jahr 2018 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststoffverpackungen hierzulande bei rund 39 Kilogramm und lag somit deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Glücklicherweise bieten inzwischen die meisten Supermärkte selbst ein Mittel für den Kampf gegen dieses Problem. Die wiederverwendbaren Einkaufstaschen für Obst und Gemüse ermöglichen dem Konsumenten einen einfacheren Transport loser Nahrungsmittel, ohne stets auf neue Plastiktüten zurück greifen zu müssen. Für einen kleinen Preis kann man diese Taschen erwerben und dann immer wieder verwenden.

Und auch Lebensmittel wie Salate und Gurken werden immer stärker unverpackt oder nur minimal verpackt verkauft. Zudem eröffnen jedes Jahr neue "Unverpackt-Läden" in denen Lebensmittel gänzlich unverpackt verkauft werden. So kann beispielsweise Reis in ein Glas abgefüllt und mit nach Hause genommen werden. Beim nächsten Einkauf wird das leere Glas einfach wieder mitgebracht und neu aufgefüllt. Das Eigengewicht der mitgebrachten Behälter wird vorher abgemessen, sodass am Ende wirklich nur das bezahlt wird, was abgefüllt wurde.

Noch mehr Wissenswertes darüber, wie Sie Müll im Alltag vermeiden können, finden Sie hier..

Tipp 5: Selbst anbauen

Ob ein Apfelbaum im Garten, eine Tomatenpflanze auf dem Balkon oder Lauchgewächse am Fenster, es gibt dutzende Möglichkeiten, selbst Lebensmittel anzubauen. Ein voller Wocheneinkauf wird sich dadurch zwar nur in den wenigsten Fällen vermeiden lassen, doch eine selbst angebaute Tomate schmeckt nicht nur besser, sie ist auch noch vollkommen unbehandelt und unverpackt!

Wir haben da ein paar Tipps für Sie: So pflanzen Sie sogenannte Microgreens auf der Fensterbank an und auch Ingwer können Sie selbst züchten – ebenso wie leckere Avocados. Und selbstverständlich geht das auch mit leckeren Kräutern. Mehr erfahren Sie im Video:

Kräuter, die sich leicht anpflanzen lassen
Kräuter, die sich leicht anpflanzen lassen

Klimaneutrale Ernährung? Werden Sie jetzt "Klimatarier"!

Auf den ersten Blick mag es kompliziert erscheinen, doch mit diesen fünf einfachen Tipps können Sie Ihren ökologischen Fußabdruck deutlich senken und ohne großen Aufwand etwas Gutes für das Klima tun.

Werden Sie Klimatarier und richten Sie Ihre Mahlzeiten ein wenig mehr danach aus, was für die Welt um Sie herum am Besten ist. So haben Sie nicht nur viel Spaß dabei, Lebensmittel selbst anzubauen, sondern entdecken womöglich auch einige heimische Produkte, die Ihnen sonst entgangen wären.


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Sie wollen gleich beginnen und einige vegane Rezepte ausprobieren? Werfen Sie doch einmal einen Blick in unsere Galerie! Dort haben wir unsere liebsten veganen Rezepte für Sie zusammen gestellt:

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Quellen: www.deutschlandfunkkultur.de , www.greenpeace.de , www.daserste.de , www.vergleich.org , www.utopia.de , www.smarticular.de , www.diepresse.com

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