Aktualisiert: 02.05.2021 - 19:56

Unbedingt aufpassen Vegan-Umstieg? Diese fünf Fehler sollten Sie auf jeden Fall vermeiden

Von Vivien Schulze

Vegan-Einsteiger machen häufig dieselben Fehler. Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen!

Foto: Getty Images / d3sign

Vegan-Einsteiger machen häufig dieselben Fehler. Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen!

Während eine vegane Ernährung vor einigen Jahren noch eher unbekannt war, erfreut sie sich nun immer größer werdender Beliebtheit. Dabei häufen sich jedoch auch die Fehler, die den Vegan-Einsteigern unterlaufen. Erfahren sie hier, wie Sie diese Fehler umgehen können.

Sei es nun der Klimaschutz, das Tierwohl oder eine Mischung aus beidem – es gibt dutzende gute Gründe, sich vegan zu ernähren. Doch jeder, der sich einmal näher damit auseinander gesetzt hat, musste wohl feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, wie es erst einmal scheint. Kein Wunder: Es gibt viele Fehler, die einem bei einem Vegan-Umstieg unterlaufen können. Wir verraten Ihnen die 5 häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden können.

Fehler beim Vegan-Umstieg Nummer 1: Sie sind zu bequem

Es ist schon lange klar, dass eine vegane Ernährung kompliziert war. Inzwischen bieten fast alle Supermärkte vegane Mahlzeiten und Lebensmittel an. Absolute Gewinner dieser Entwicklung: Fertiggerichte. Sei es nun Currywurst, Burger oder Schnitzel – es gibt zu allem, was das Herz begehrt, eine vegane Alternative.

Doch so schön das auch ist, denn selbstverständlich lockt ein großes Angebot noch mehr potentielle Veganer an, es verleitet dennoch dazu, zu wenig selbst zu kochen und zu viele verarbeitete Lebensmittel zu sich zu nemen. Das ist nicht nur ungesund, es ist auf Dauer auch unbefriedigend und verhindert, dass man die aufregenden und köstlichen Seiten des veganen Kochens überhaupt kennenlernen kann.

Versuchen Sie stattdessen, ein wenig kreativ zu werden! Machen Sie Ihre veganen Schnitzel doch gern einmal selbst! Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, das perfekte Rezept für sich zu finden – da wird die vegane Küche nicht nur gesünder, sondern macht auch gleich noch mehr Spaß!

Fehler Nummer 2: Sie verwenden keine Ergänzungsmittel

Schon lange weiß man, dass eine vegane Ernährung in vielen Fällen bedeutet, über Nahrungsergänzungsmittel zusätzliche Nährstoffe zu sich nehmen zu müssen. Dies darf auf keinen Fall vernachlässigt werden, denn sonst kann eine vegane Ernährung gesundheitliche Nachteile nach sich ziehen, die sehr leicht vermieden werden könnten.

Die gute Nachricht zuerst: Bei einer gesunden Ernährung aus ausreichend Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen sind Veganer meist gut mit Kalium, Magnesium, Folsäure, Vitamin C und E sowie mit Ballaststoffen versorgt.

Dennoch nehmen Veganer häufig zu wenig Vitamin-B12, Zink, Eisen und Calcium auf. Auch die Jod-Versorgung kann Probleme bereiten. Lassen Sie sich nun aber nicht abschrecken – all diese Nährstoffe können bei tatsächlichem Bedarf zusätzlich aufgenommen werden. Verwenden Sie beispielsweise jodiertes Kochsalz und nehmen Sie B12 über Ergänzungsmittel oder angereicherte Cerealien zu sich. Eisen und Zink erhalten Sie zudem über Nüsse, Calcium finden Sie in Gemüse (z.B. Brokkoli und Grünkohl) und in Hülsenfrüchten. Seien Sie also unbesorgt – so schwierig ist es nicht!

Ganz wichtig dabei: Sollten Sie zu Ergänzungsmitteln greifen wollen, machen Sie dies nur unter ärztlicher Begleitung. Ein Bluttest gibt Auskunft darüber, wo wirklich ein Mangel besteht – hier kann dann gezielt supplementiert werden. Wer sich ausgewogen ernährt, benötigt in der Regel nur eine B12-Supplementierung – denn dieses Vitamin kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor.

Fehler Nummer 3: Sie haben zu wenig vegane Kontakte

Gemeinsames Essen und Kochen sind sehr soziale Tätigkeiten, deshalb kann es sich schnell einsam anfühlen, der einzige Veganer innerhalb einer Gruppe zu sein. Versuchen Sie doch einmal, die Menschen in Ihrem näheren Umfeld davon zu überzeugen, auch einmal eine vegane Mahlzeit zu probieren. Kochen Sie vegan für Ihre Familie oder empfehlen Sie Ihren Freunden Ihre liebsten, veganen Rezepte.

Sollten Sie dabei nicht den gewünschten Effekt erzielen, gibt es inzwischen hunderte Foren und Gruppen im Internet, in denen Sie Gleichgesinnte finden, sich austauschen und sogar neue Freundschaften schließen können. Nach aktuellen Studien liegt der aktuelle Anteil von Veganern in Deutschland bei etwas über 1,1 Millionen! Sie sind also nicht allein.

Fehler Nummer 4: Sie probieren nichts Neues aus

Einer der wohl häufigsten Fehler beim Vegan-Umstieg ist, dass sie davon ausgehen, eine vegane Ernährung würde lediglich bedeuten, alle tierischen Produkte auszulassen und sich ansonsten weitestgehend unverändert weiter zu ernähren. Dass dies gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, haben wir bereits bei Fehler Nummer 2 erläutert, doch es ist nicht nur ungesund – es ist auch noch langweilig!

Dadurch verpassen Sie nämlich all die fantastischen und aufregenden Dinge, die der Markt inzwischen zu bieten hat. Nicht nur die Supermärkte bieten eine große Auswahl an, auch immer mehr Marken, die ansonsten tierische Produkte produzieren, entwickeln nun vegane Alternativen zu ihren Produkten. Pudding, Pizza, Käse, all diese Dinge gehen auch vegan! Und sollte Ihnen einmal ein Produkt nicht schmecken, gibt es immer noch viele Optionen anderer Marken, die Ihnen womöglich mehr zusagen.

Und da selbst die größte Auswahl irgendwann langweilig wird, versuchen Sie doch einmal, selbst vegan zu kochen und bewegen Sie sich ein wenig aus Ihrer Komfortzone heraus. Wie wäre es zum Beispiel mit einem leckeren Kürbis-Schnitzel oder herrlich scharfen BBQ-Blumenkohl-Wings? Probieren Sie es einfach aus – es lohnt sich!

Fehler Nummer 5: Sie versuchen, perfekt zu sein

Es ist zwar sehr lobenswert, alles richtig machen zu wollen, doch leider kann es schnell passieren, dass Sie sich schnell unter Druck gesetzt fühlen, wenn Sie unbedingt perfekt sein wollen. In diesem Sinne: Seien Sie nicht zu hart mit sich selbst. Vegan zu werden ist ein Prozess und nicht unbedingt von einem Tag auf den anderen umsetzbar. Viele Menschen brauchen mehrere Jahre, bis sie vollständig vegan sind und dies kann durchaus Vorteile mit sich bringen. Beispielsweise haben Sie so mehr Zeit, sich genau damit zu befassen, was eine vegane Ernährung für Sie bedeutet, was Sie sich erhoffen und worauf Sie achten müssen.

Gibt es ein oder zwei tierische Produkte, die Sie davon abhalten, gänzlich vegan zu werden? Versuchen Sie es mit all den vielseitigen Alternativen, die die vegane Ernährung zu bieten hat. Sollte auch dies nicht helfen, dann fühlen Sie sich nicht schlecht dabei, wenn Sie eine kleine Ausnahme in Ihrer veganen Ernährung machen. Vielleicht gelingt Ihnen der vollständige Umstieg irgendwann, vielleicht auch nicht. Schließlich sollen Sie am Ende des Tages gesättigt und zufrieden zu Bett gehen können, ganz ohne ein schlechtes Gewissen oder vernachlässigte Gelüste.

Denken Sie immer daran: Sie müssen nicht perfekt sein, um einen Unterschied zu machen.

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Ausgestattet mit so viel praktischem Wissen rund um die vegane Ernährung haben wir jetzt so richtig Lust, den Kochlöffel zu schwingen. In der Galerie haben wir Ihnen tolle vegane Rezepte zusammengestellt:

Bei uns finden Sie zum Beispiel auch Rezepte zu diesen leckeren veganen Zimtschnecken mit Zuckerguss oder unseren köstlichen Blumenkohl-Gnocci ! Das müssen Sie unbedingt ausprobieren!

Wenn Sie genauso viel Wert auf gesundes, saisonales Gemüse legen wie wir, dann sehen Sie sich doch einmal diese Video-Playlist an! Dort haben wir für Sie zusammen gestellt, welche heimischen Gemüse- und Obstsorten die Jahreszeiten zu bieten haben:

Saisonkalender – Heimisches Obst & Gemüse
Saisonkalender – Heimisches Obst & Gemüse

Und wenn Sie noch weitere Ratgeber und Rezepte suchen: Auf unserer Themenseite rund um vegane Ernährung im Allgemeinen finden Sie viele weitere Artikel.

Übrigens: Wenn Sie lesen wollen, wie es unserer Redakteurin bei ihrem Selbstversuch "Einen Monat vegan" ergangen ist, lesen Sie hier mehr.

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Quellen: www.vegan-athletes.com , www.vegpool.de , www.isshappy.de , www.verbraucherzentrale.de , de.statista.com

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