Aktualisiert: 26.04.2021 - 21:52

Der neue Küchentrend Pilze zu Hause züchten: So funktioniert's

Von Franziska Peter

Kaum zu glauben, aber Sie können Pilze zu Hause züchten, und das ist gar nicht so schwer.

Foto: Getty Images/ Westend61

Kaum zu glauben, aber Sie können Pilze zu Hause züchten, und das ist gar nicht so schwer.

Kennen Sie schon Ihre neuen Mitbewohner? Wenn es nach dem aktuellen Trend geht, leben bald selbstgezüchtete Champignons oder Kräuterseitlinge in Ihrer Küche. Wir verraten Ihnen mehr über die Pilzzucht in den eigenen vier Wänden.

Der Corona-Lockdown wird lang und länger und ein Ende ist zumindest vorerst nicht in Sicht. Der Küchenkreativität tut das stillgelegte Leben aber weiterhin keinen Abbruch: Immer wieder entstehen neue Trends rund ums Backen oder Kochen, angetrieben durch die Verbreitung über soziale Netzwerke wie Instagram und TikTok. Dort ist zu sehen, wie jetzt neue Mitbewohner bei den Deutschen einziehen: essbare Pilze! Sie sind neugierig geworden? Wir erklären, wie Sie Pilze zu Hause züchten.

Pilze zu Hause züchten: Daher kommt der Trend

Wenn der Lockdown ein Gutes hat, dann die gesteigerte Lust nach Selbstgekochtem. Aus der Not der geschlossenen Gastronomie wurde mit den Wochen und Monaten eine Tugend und die Zahl der Hobbyköche immer größer. Bananenbrot und Bärlauchpesto sind nur zwei der scheinbar unendlichen kulinarischen Trends, die während der Pandemie die Küchen erobert haben. Und jetzt gehen wir unter die Züchter, denn in immer mehr Haushalten sprießen plötzlich Pilze aus dem Boden. Und denen kann man buchstäblich beim Wachsen zusehen.

Der Wunsch nach Abwechslung während der Pandemie, ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln und die Tatsache, dass sich Kochen einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreut – das sind nur einige der Gründe für die Hobbyzucht. Die wird dank gekaufter Starter-Sets, die immer mehr Start-up-Unternehmen vertreiben, zum Kinderspiel. Hoch im Züchter-Kurs stehen Seitlinge, Champignons, Shiitake- oder Austernpilze. Nicht ohne Grund: Pilze besitzen echte Gesundheits-Power, die kleinen Köpfe stecken voller guter Inhaltsstoffe. Dazu zählen wichtige B-Vitamine, Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Magnesium oder Zink. Außerdem sind sie äußerst fettarm und dürften laut Ernährungswissenschaft gerne öfter den Speiseplan bereichern.

Pilzzucht in den eigenen vier Wänden: Wie geht das?

Was bei vielen schon morgens im Müll landet, wird bei der heimischen Pilzzucht zum Nährboden: Kaffeesatz ist die Basis für die kleinen Sprösslinge, denn er enthält alle Nährstoffe, die sie zum Wachsen brauchen. Deshalb bestehen viele der Substrate, die fertig zu kaufen und bereits vom Pilzmyzel durchzogen sind, aus Kaffeesatz. Zu Hause müssen Sie also nur noch den passenden Platz für das Substrat finden und dabei ein paar wenige Punkte beachten.

  • Die Luftfeuchtigkeit sollte stimmen, denn Pilze lieben es eher feucht als trocken. Neben der Küche eignet sich zum Beispiel auch das Badezimmer als Ort für die Pilzkulturen.
  • Eine konstante Temperatur von 15 bis 25 Grad ist ideal für selbstgezüchtete Pilze.
  • Achten Sie auf die Lichtverhältnisse! Die jungen Pilze mögen kein direktes Sonnenlicht. Darum ist die Fensterbank nicht der richtige Ort für das Substrat.

Haben Sie einen passenden Platz gefunden, müssen Sie den Pilzen nur noch beim Wachsen zusehen. Und das geht schneller als Sie vielleicht denken, denn sie sind echte Sprinter und die Fruchtkörper können schon nach wenigen Tagen geerntet werden.

Übrigens: Pilze sind Wiederholungstäter. Nach der ersten Ernte treiben sie noch mehrmals aus. Zwar dauert das wieder einige Tage, aber trotzdem dürfen Sie sich auf erneuten Genuss freuen!

Für Fortgeschrittene: Pilze züchten ohne Fertig-Set

Natürlich ist es möglich, Pilze auch ohne ein gekauftes Set zu Hause zu züchten. Das gestaltet sich jedoch etwas aufwendiger und bis zur ersten Ernte vergeht deutlich mehr Zeit. Denn das Myzel muss das Substrat erst durchdringen. Wollen Sie das Experiment trotzdem wagen, müssen Sie auch hier einige Tipps beachten.

  • Sie sind Kaffeeliebhaber? Bestens, dann sammelt sich bei Ihnen fast alles, was Sie brauchen, sowieso schon in der Tasse oder im Filter. Natürlich können Sie auch auf eine andere Grundlage wie Sägespäne zurückgreifen, aber Kaffeesatz gehört zu den einfachsten Mitteln. Für den Anbau sollte er feucht sein, aber nicht triefen.
  • Sie benötigen außerdem eine Pilzkultur, aus der die Fruchtkörper wachsen können. So ein Pilzmyzel bekommen Sie zum Beispiel im Internet.
  • Den Mix aus Substrat und Myzel füllen Sie am besten in einen Eimer oder einen Karton. Befeuchten Sie den Kaffeesatz regelmäßig, am besten mit einer Sprühflasche und frischem Leitungswasser.
  • Jetzt heißt es warten, bis die ersten Fruchtkörper zu sehen sind.

Und was machen Sie dann mit den selbst gezüchteten Pilzen? Na, Kochen natürlich! In diese aromatische Pilzquiche wandern leckere Champignons, die auch Zutat für diese köstliche Cognac-Rahmsoße sind. Selbstgemachte Semmelknödel mit Kräuterseitling-Ragout lassen die Herzen von Liebhabern der Pilzküche ebenfalls höher schlagen. Noch mehr Pilzrezepte gibt's auf unserer Themenseite.

Wenn Sie auf der Suche nach weiteren praktischen Tipps und Neuigkeiten rund ums Zuhause sind, schauen Sie doch mal bei unseren Haushaltstipps vorbei.

Quellen: zentrum-der-gesundheit.de, faz.net, deutschlandfunknova.de, utopia.de, br.de

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe