Aktualisiert: 03.05.2021 - 19:26

Aufgepasst! Diese Lebensmittel werden häufig verwechselt – mit Konsequenzen!

Von Lina Steinbach

Hier sehen Sie eine Schüssel mit Marmelade und eine mit Konfitüre. Die beiden Lebensmittel werden gerne miteinander verwechselt, doch gibt es strenge Vorgaben zu den unterschiedlichen Bezeichnungen!

Foto: Getty Images/ Blanchi Costela

Hier sehen Sie eine Schüssel mit Marmelade und eine mit Konfitüre. Die beiden Lebensmittel werden gerne miteinander verwechselt, doch gibt es strenge Vorgaben zu den unterschiedlichen Bezeichnungen!

Ist das nicht das Gleiche? Wegen ihrem ähnlichen Aussehen werden unterschiedliche Lebensmittel häufig als gleich oder zumindest ähnlich angesehen. Oft ist es aber nicht egal, ob das eine oder doch das andere verwendet wird! Hier klären wir Sie über beliebte Verwechslungen auf:

Sind Ihnen ein paar solcher Lebensmittel eingefallen oder erinnern Sie sich an Situationen in denen Ihnen schon mal eine solche Verwechslung passiert ist? Hier stellen wir Ihnen einige der am häufigsten verwechselten Lebensmittel vor und erklären, wie Sie sie unterscheiden können!

Deswegen werden manche Lebensmittel gerne verwechselt:

Übersetzungen aus dem Englischen

Diese Verwechslungen können die unterschiedlichsten Gründe haben: Am häufigsten liegt es an dem ähnlichen Aussehen oder Geschmack. Gerade in unserer heutigen Zeit ist noch ein wichtiges Kriterium dazu gekommen: Falsche Übersetzungen. Englisch ist mittlerweile eine allgegenwärtige Sprache geworden und der britisch-amerikanische Kulturraum hat großen Einfluss auf Deutschland. Wenn es ums Essen geht, sieht das nicht anders aus!

Viele der Rezepte, die Sie kochen und viele der Gerichte, die Sie essen, kommen aus anderen Ländern und hatten ursprünglich einmal anderssprachige Bezeichnungen, etwa englische. Das überrascht heutzutage niemanden, wo liegt das Problem? Schwierig wird dieser Austausch, wenn es ums Übersetzen einzelner Zutaten geht: Manche Lebensmittel aus dem englischen Raum gibt es vielleicht gar nicht bei uns hier in Deutschland. Alternativ werden dann in der Liste Zutaten genannt, die es hier gibt und die dem englischen Original ähnlich sehen, aber nicht das gleiche sind! So sind die ein oder anderen Missverständnisse entstanden.

Leicht austauschbar? Cranberrys und Preiselbeeren

Ein gutes Beispiel sind die verschiedenen Beeren, mit denen besonders gerne gebacken wird. Haben Sie schon einmal etwas mit sogenannten Cranberrys gebacken? Dieser Name wird häufig aus dem Englischen übernommen, aber nicht immer. Manche Rezepte übersetzten Cranberry mit Preiselbeere. Doch sind Cranberrys und Preiselbeeren keinesfalls das Gleiche: Das erkennt man auch leicht, wenn man beide miteinander vergleicht. Cranberrys ähneln von der Größe her eher Kirschen, während Preiselbeeren kleine, etwa erbsengroße Beeren sind.

Wenn man Cranberrys übersetzten will, dann mit Moosbeeren, oder großen bzw. amerikanischen Moosbeeren, da es diese spezielle Art nur auf dem nordamerikanischen Kontinent gibt. Cranberrys findet man hier häufig in getrockneter Form, als kleinen Snack oder als Zutat beim Backen – die Sie zum Beispiel mit unserem saftigen Cranberrybrot mit süßer Orangenglasur ausprobieren können!

Preiselbeeren hingegen werden den meisten wohl aus der skandinavischen Küche bekannt sein, wo es sie in Soßenform oft als Beilage zu herzhaftem Essen gibt. Am bekanntesten ist diese Preiselbeer-Konfitüre wohl in Verbindung mit Köttbullar und Kartoffelpüree. Hier finden Sie das IKEA-Rezept für ihre originalen Köttbullar!

Der unterschiedliche Gebrauch hat auch etwas mit ihrem Geschmack zu tun: Obwohl beide Beeren einen herben-säuerlichen Geschmack haben, ist die Cranberry deutlich milder und so gut für süße Speisen geeignet, während die Preiselbeere eine perfekte fruchtige Komponente bei herzhaftem Essen ist.

Wenn Sie also in einem Rezept Cranberrys als Zutaten lesen, kaufen Sie keine Preiselbeeren stattdessen. Wenn auch nicht sehr dramatisch, wird sich der Geschmack Ihres Essens doch ändern!

Für das richtige Aufgehen: Backpulver und Natron

Ein weiterer beliebter Fall, bei dem ein englisches Wort mit einem falschen deutschen Wort übersetzt wird, ist das sogenannte Baking Soda. Überwiegend in amerikanischen Backrezepten verwendet, wie bei diesem Pfannkuchen-Müsli mit Erdbeeren, wird das Wort gerne mit Backpulver übersetzt. Doch handelt es sich auch hier um zwei unterschiedliche Dinge.

Eine besser geeignete Übersetzung für Baking Soda ist Natron oder Backnatron. Natron ist eine chemische Substanz, das sogenannte Natriumhydrogencarbonat, ein Salz des Elements Natrium. Natron setzt in Verbindung mit einem Säuerungsmittel Kohlendioxid frei und lockert den Teig beim Backen auf.

Genau die Funktion die auch Backpulver hat, oder? Backpulver besteht tatsächlich zu einem Teil aus Natron. Der andere Teil allerdings besteht aus einem Säuerungsmittel, so dass die chemische Reaktion beim Backen stattfinden kann. Natron allein zeigt diese Reaktion nicht, deshalb wird es häufig zusammen mit säurehaltigen Zutaten wie Fruchtsäften, Essig oder Sauermilchprodukten verwendet. Ohne diese zusätzliche Zutat kann das Natron den Teig nicht auflockern, weshalb Natron allein nicht als Ersatz für Backpulver benutzt werden kann.

Auch die Verbindung von Backpulver und Natron in einem Rezept kann häufiger vorkommen. Da in dem Backpulver bereits ein Säuerungsmittel erhalten ist, kann das Natron ebenfalls reagieren, was den Effekt des Backpulvers verstärkt. Lesen Sie für einen perfekten Kuchen also die Zutaten ganz genau! Natron ohne Backpulver nur dann verwenden, wenn ein Säuerungsmittel mit im Rezept steht, sonst wird das nichts mit dem Aufgehen. So lässt in diesem Buttermilch-Brot aus Irland die saure Buttermilch das Natron aufgehen.

Doch Natron ist nicht nur zum Backen geeignet, finden Sie in diesem Video Tipps heraus, wie Sie Natron auch im Haushalt verwenden können:

Haushaltstipps mit Natron
Haushaltstipps mit Natron

Der Fettgehalt macht’s: Saure Sahne, Schmand und Crème fraîche

Auch wenn es um Sahneprodukte geht, kommen durch falsche Übersetzungen und unterschiedliche Bezeichnungen viele Verwechslungen vor. Selbst wenn man nur in die deutschen Supermärkte schaut, gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Produkten: Saure Sahne, Schmand und Crème fraîche sind wohl die bekanntesten Sorten im Kühlregal, die häufig miteinander vertauscht werden.

Doch die unterschiedlichen Namen haben einen Grund: Obwohl es sich bei allen drei um Sauerrahm-Produkte handelt, haben sie unterschiedliche Fettgehalte und dadurch eine andere Konsistenz, einen anderen Geschmack und eignen sich für unterschiedliche Dinge!

Saure Sahne hat mit seinem Mindestwert von 10 Prozent Fett den geringsten Anteil. Ihre Konsistenz ist am festesten und der Geschmack, wie der Name sagt, am säuerlichsten. Aufgrund des geringen Fettanteils lässt sich saure Sahne nicht gut erhitzen, sie flockt dann schnell aus, weshalb sie eher für kalte Speisen verwendet wird, wie bei dieser kalten Suppe mit Rote Bete und Ei.

Als nächstes auf der Fettgehalt-Skala kommt Schmand: Schmand hat einen Fettanteil um die 20 bis 30 Prozent. Dieser hohe Anteil macht das Sauerrahm-Produkt cremiger und verhindert eine schnelle Flockung bei Hitze. Sie können Schmand gerne nutzen, um Ihrer warmen Suppe einen cremigen und frischen Geschmack zu geben. Durch seinen milden und weniger sauren Geschmack, lässt sich Schmand auch für eine Vielzahl an verschiedenen Gerichten, ob herzhaft oder süß, verwenden. Backen Sie zum Beispiel diesen russischen Honigkuchen für Genießer mit viel Schmand und Kondensmilch.

Ganz an der Spitze der Skala steht die Crème fraîche mit ihrem Fettanteil von mindestens 30 bis zu 40 Prozent. Sie lässt sich ebenfalls bei warmer Küche gut verwenden und unterscheidet sich vom Schmand nur durch ihren etwas intensiveren Geschmack. Dieser besondere Geschmack verleiht zum Beispiel einem sächsischen Lachsgratin mit Wein das gewisse Etwas.

Das Vertauschen dieser drei Sauerrahm-Produkte hat also schmackhafte und auch sichtbare Auswirkungen auf Ihr Essen.

All diese Zitrusfrüchte: Mandarinen und Clementinen

Rund und orange: Diese Beschreibung passt auf ziemlich viele unterschiedliche Zitrusfrüchte mit ähnlich klingenden Namen wie die Mandarine und die Clementine. Sind das etwa nicht zwei Begriffe für die gleiche Frucht, fragen Sie sich vielleicht jetzt? Und die Antwort lautet: Nein! Beide sehen sich zum Verwechseln ähnlich und sind auch miteinander verwandt, die Mandarine ist nämlich sozusagen die Mutter der Clementine!

Mandarinen stammen ursprünglich aus China, werden heute aber aufgrund ihrer Beliebtheit auch im Mittelmeerbereich angebaut. Anders als die Mandarine ist die Clementine keine "natürliche" Frucht, sie wurde gezüchtet als eine Kreuzung zwischen Mandarine und der sogenannten Pomeranze, einer Bitterorange.

Daher also die Gemeinsamkeiten – doch es gibt auch Unterschiede, die die beiden Zitrusfrüchte als zwei verschiedene Arten kennzeichnen: Die Mandarine hat eine rundere Form, während die Clementine eher flach ist.

Ein weiterer Unterschied zeigt sich in der Schale: Die Mandarine hat einen dunkleren Orange-Ton und eine dickere Schale, die leicht vom Fruchtfleisch abzuschälen ist. Währenddessen schützt die Clementine eine hellere, zwar recht dünne, aber sehr robuste Schale, die enger am Fruchtfleisch anliegt und so schwieriger zu schälen ist.

Beim Essen der beiden verschiedenen Zitrusfrüchte fällt auf, dass die Mandarine mehr Kerne und einen intensiveren und säuerlicheren Geschmack hat, während die Clementine kaum Kerne und einen milden, süßeren Geschmack aufweist.

Aufgrund der wenigen Kerne und der robusten Schale, die sie länger haltbar macht, wird die Clementine übrigens häufiger in Supermärkten verkauft. Wenn Sie also denken, eine Mandarine zu essen, kann es gut sein, dass es sich eigentlich um eine Clementine handelt!

Beides gibt es auch bereits geschält in der Dose, womit man perfekt leckere Kuchen und Torten backen kann, wie zum Beispiel diese cremige Frischkäse-Mandarinen-Torte mit Schuss!

Erdbeermarmelade gibt es nach Gesetz nicht! Marmelade und Konfitüre

Wussten Sie, dass es bei den beliebten Frucht-Brotaufstrichen ganz schön streng her geht? Es gibt Regeln und Gesetze, die genau vorschreiben, was wann wie zu bezeichnen ist. Hier werden Verwechslungen nicht auf die leichte Schulter genommen! Hersteller müssen sich an die Bezeichnungs-Vorgaben halten, auch wenn die Käufer häufig gar nicht wissen, dass es solche gibt.

Im Alltag wird das Wort Marmelade wohl am meisten genutzt, wenn es um Fruchtaufstriche geht. Ob Erdbeere, Himbeere, Aprikose oder Quitte drin ist: Marmelade ist Marmelade, richtig? Falsch! Tatsächlich kann es laut Gesetz gar keine Erdbeer- oder Himbeermarmelade geben.

Marmelade darf offiziell nur der Fruchtaufstrich genannt werden, der aus Zitrusfrüchten hergestellt wird, wie zum Beispiel die klassisch-britische Orangen-marmalade. Ein weiteres Kriterium ist der Fruchtgehalt: Marmelade muss einen Mindestfruchtgehalt von 20 Prozent haben, alles darunter darf nicht Marmelade genannt werden.

Sie fragen sich, wie dann die Fruchtaufstriche aus Beeren, Äpfeln und Co heißen? Konfitüren! Konfitüren können aus allen Früchten hergestellt werden und dürfen auch noch weitere Zutaten wie Gewürze und Kräuter haben. Ihre einzige Beschränkung ist ein Fruchtgehalt von mindestens 35 Prozent.

Aber so streng an die Regeln müssen wir uns im Alltags-Gebrauch nicht halten, da bleibt die Erdbeermarmelade die Erdbeermarmelade. Für leckere Rezepte für Fruchtaufstriche schauen Sie sich unsere Galerie an:

Weitere Informationen zu den verschiedensten Obst-Sorten und was man alles mit ihnen machen kann, finden Sie auf unserer Themenseite.

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