Aktualisiert: 10.02.2021 - 22:02

Nudeln im Öko-Test Schadstoffe in Spaghetti: Öko-Test findet Gift und krebserregende Stoffe

Von Marie-Theres Jung

Spaghetti mögen alle: Aber bei einer langen Zutatenliste mit Schadstoffen kann einem der Geschmack vergehen! Bei diesen Nudeln hat der Öko-Test etwas zu beanstanden...

Foto: GettyImages/Westend61

Spaghetti mögen alle: Aber bei einer langen Zutatenliste mit Schadstoffen kann einem der Geschmack vergehen! Bei diesen Nudeln hat der Öko-Test etwas zu beanstanden...

Spaghetti – schnell und trotzdem lecker: Alles andere als ein Genuss sind die Schadstoffe, die die Verbraucherzentrale Öko-Test in einigen Spaghetti-Marken gefunden hat. Auf welche Nudeln sollten Pastafreunde demnächst lieber verzichten?

"Lieber Pasta statt Sorgen machen!" lautet das Motto der meisten Deutschen. Doch alarmierend ist das Ergebnis des großen Spaghetti-Vergleichs 2021: Öko-Test fand heraus, dass viele Supermarktnudeln schädliche Inhaltsstoffe enthalten. Pestizide und Gift, Mineralölbestandteile und teilweise sogar Schimmelpilzgifte machen auch vor bekannten Marken keinen Stopp – bei dieser Zutatenliste vergeht wohl dem ein oder anderen der Geschmack.

Öko-Test weist Schadstoffe in Spaghetti nach

Man nehme Hartweizengrieß, Wasser und etwas Salz. Mehr braucht man für den italienischen Klassiker nicht. Dennoch gibt es große Qualitätsunterschiede, wie Öko-Test bei der Prüfung von 20 Spaghetti-Sorten – darunter auch fünf mit Bio-Siegel – herausfand.

Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Nudelklassiker im Test enthält Pestizide. Einige bekannte Produkte sind zusätzlich mit Mineralölen und Schimmelpilzgiften belastet. Erfreulich hingegen ist, dass alle Bio-Spaghetti den Test mit Bravour bestehen.

Probleme mit Glyphosat und Verunreinigungen

Bei den Untersuchungen der Verbraucherzentrale Öko-Test konnte in 12 konventionellen Produkten das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nachgewiesen werden. Pestizide wie Glyphosat kommen im Getreideanbau häufig zum Einsatz, um die Erträge zu erhöhen. Aber wieso steht Glyphosat eigentlich in der Kritik? Laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) kann das Pestizid "als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft" werden, so heißt es im Öko-Test.

Die geringen Spurengehalte, die in den Spaghetti gefunden wurden, sind jedoch nicht akut gefährlich für den menschlichen Organismus. Allerdings gefährde der verbreitete Einsatz von Glyphosat die biologische Vielfalt, mahnen die Experten an. Ebenfalls werden die Arbeiter, die das Gift spritzen, in Gefahr gebracht. Der Kontakt mit dem Pestizid kann Augenschäden hervorrufen, wie die Europäische Chemikalienagentur (Echa) bestätigt.

Rückstände von Mineralöl und Schimmelpilzgifte entdeckt

Das Pestizid ist jedoch nicht die einzige Gefahr: In einigen Spaghetti-Marken wurden im Labor Verunreinigungen mit Mineralöl sowie Belastungen mit einem Schimmelpilzgift nachgewiesen.

Konkret bedeutet das: In vier Spaghetti-Produkten im Test kritisieren die Experten von Öko-Test die "leicht erhöhten" Gehalte an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH). Diese können sich in menschlichen Organen und im Fettgewebe ansammeln. Daher sollten Sie diese nicht in größeren Mengen zu sich nehmen. Wie können Mineralöle in die Nudeln kommen? Das können die Experten nicht genau sagen – denkbar ist aber eine Verunreinigung im Herstellungsprozess, etwa durch Schmieröle für Maschinen.

Das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON) kritisiert Öko-Test in zwei Spaghetti-Packungen. Die Gehalte bewerten sie als "erhöht". Oder anders gesagt: Mit einer Portion dieser Nudeln schöpft ein 60 Kilogramm schwerer Mensch die tolerierbare Aufnahmemenge pro Tag bereits mehr als zur Hälfte aus. Bei Kindern könnte die Höchstgrenze sogar schon überschritten werden.

So gelangt das Pilzgift in die Nudeln: DON wird von einem Pilz gebildet, der den Weizen auf dem Feld befällt. Im Körper kann das Gift das Immunsystem stören. Schimmelpilzgifte können auch in anderen Getreideprodukten stecken, in denen Sie es nicht vermuten. Greifen Sie deshalb lieber zu weniger belasteten Spaghetti!

Genau hingeschaut: Wussten Sie, dass die Art, wie Sie Pasta vernaschen, einiges über Sie aussagt? Was hinter der Pasta-Psychologie steckt – wir haben die Antwort!

Diese Nudelsorten können im Test überzeugen

Glyphosat, Mineralölbestandteile und Schimmelpilzgifte sorgen für Minuspunkte im Spaghetti-Test. Das hat zur Folge, dass zwei Marken durchfallen. Allerdings gibt es auch Spaghetti, die das Verbrauchermagazin Öko-Test empfehlen kann. Hier sind die Spaghetti-Sieger:

Auf diese Spaghetti sollten Sie in Zukunft lieber verzichten:

  • Combino Spaghetti von Lidl – "ausreichend"
  • Gut & Günstig Spaghetti No. 5 von Edeka – "mangelhaft"
  • Penny Spaghetti von Penny – "ungenügend"

Spaghetti kochen: So gelingt es!

Die Testsieger-Spaghetti konnten im Öko-Test nicht nur durch ihre kurze Zutatenliste überzeugen, sondern auch durch echten italienischen Pasta-Geschmack. Damit Sie sich ein bisschen Italien nach Hause holen können, ist die richtige Zubereitung der Teigwaren wichtig:

  1. Nudeln sollten in ausreichend Wasser schwimmen. Für 100 Gramm Spaghetti rechnet man in etwa einen Liter Wasser.
  2. Vermeiden Sie Öl ins Kochwasser zu geben. Nudeln nehmen die Soße dadurch schlechter auf. Rühren Sie die Spaghetti lieber mit einer Gabel um und verhindern so ein Zusammenkleben.
  3. Für einen guten Biss sollten Sie die Nudeln in sprudelnd kochendes Wasser geben. Danach können Sie die Temperatur herunterschalten und den Deckel auflegen.

Wir haben für Sie unsere liebsten Pasta-Rezepte zusammengestellt. Von klassisch bis exotisch – dabei kommt garantiert jeder Genießer auf den Geschmack:

Es soll ganz einfach und unkompliziert sein? Dann haben wir super simple Pasta-Hits im Video für Sie:

7 einfache Pasta-Gerichte
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Auf unserer Themenseite zu Nudelgerichten finden Sie nicht nur einzigartige italienische Rezepte, sondern auch wärmende Nudelaufläufe und Tipps, wie die perfekte Tomatensoße gelingt.

Guten Appetit!

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