Aktualisiert: 16.12.2020 - 18:11

Hätten Sie's gewusst? Woher kommt eigentlich ... Schokolade?

Gerade zu Weihnachten wird gerne Schokolade verschenkt. Doch: Wo kommt sie eigentlich her?

Foto: Shutterstock/Siberian spring

Gerade zu Weihnachten wird gerne Schokolade verschenkt. Doch: Wo kommt sie eigentlich her?

Weihnachtszeit ist Schokoladenzeit! Während die Leckerei fleißig gekauft und auch verschenkt wird – haben Sie sich dann eigentlich auch schon mal gefragt, wo die Schokolade herkommt? Wir haben die Antwort.

Mal ehrlich: Was wäre das Leben ohne Schokolade? Sie begleitet uns durch gute und auch schlechte Zeiten, ist stets ein verlässlicher Trost und ist dank der schier unendlichen Auswahl immer wieder aufregend, überraschend und schlicht lecker. Gerade in der Weihnachtszeit platzen heimische Vorratsschränke geradezu vor süßen Köstlichkeiten mit Schokolade, gern auch in Form bärtiger, Hut tragender Herren.

Doch genug der Liebesbekundungen – Fakt ist: Die Deutschen lieben Schokolade. So sehr, dass der pro Kopf Verbrauch hierzulande bei gut 10 Kilo im Jahr liegt. Ganz schön sportlich. Da sollte man sich doch mal die Frage stellen, woher sie eigentlich kommt, die Schokolade. Wir haben uns auf Spurensuche begeben.

Die Geschichte der Schokolade: Ursprünge in Südamerika

Schokolade wird aus Kakao gemacht – der wiederum aus Kakaobohnen, die am Kakaobaum wachsen. Und eben jener ist schon unglaublich alt. Es gibt da verschiedene Theorien, wie lange genau dieser Baum bereits genutzt wird. In manchen Überlieferungen heißt es gar, dass die Pflanze in Südamerika seit gut 5.500 von Bedeutung ist. Während aber in Südamerika vor allem die Früchte, bzw. das Fruchtfleisch des Baums genutzt wurde, kam in Mittelamerika auch die Bohne zum Einsatz.

Die Maya bauten den Kakaobaum ab etwa 600 nach Christus "im großen Stil" an, für sie war die Pflanze gar göttlichen Ursprungs und es wurden Feste ihr zu Ehren gefeiert. Und was kam da auf den Tisch? Richtig: Getränke, die mit Kakao zubereitet wurden, wobei der Genuss allerdings den Männern von Adel vorbehalten war.

Durch Handelswege verbreitete sich der Kakao dann im ganzen Maya-Reich – und letztlich auch bis hin zu den Azteken. Diese pflegten die Tradition weiter und Kakao wurde zu einer wertvollen Ressource. So wertvoll, dass Kakaobohnen zeitweise sogar ein Zahlungsmittel waren und deshalb streng bewacht wurden. Am Ende waren es übrigens die Azteken, die quasi die Schokolade erfunden haben. In Anlehnung an das Kakao-Gebräu der Maya entwickelten sie ein Getränk aus Kakaobohnen und kaltem Wasser, das mit einem Holzquirl schaumig aufgeschlagen wurde. Dieses nannten sie "xocolatl" – und aus diesem Begriff entwickelte sich das Wort, das wir heute kennen: "Schokolade".

Dank Kolumbus: Von Amerika nach Europa

Doch wie kam die Kakaobohne und somit auch die Schokolade dann nach Europa? Sie werden es sich vielleicht schon denken: Im Zuge der Entdeckung Amerikas war es Christoph Kolumbus, der bei seiner vierten Reise nach Amerika im Jahr 1502 einem Handelsschiff der Maya begegnete – und dieses war beladen mit allerlei Dingen: Stoffe, Waffen, Tongefäße – und eben auch "Mandeln", die sich am Ende als Kakaobohnen entpuppten.

Kolumbus brachte die Bohnen mit nach Europa, doch so richtig wusste keiner etwas damit anzufangen. Jahre später brachte der Eroberer Hermán Cortés mehr Kakao mit nach Europa. Genießbar war das Ganze nicht wirklich – bis man auf den Gedanken kam, ein Getränk aus Kakao, Rohrzucker und Honig herzustellen. Die Beliebtheit stieg – und im Jahr 1544 wurde das Getränk zunächst am spanischen Hof getrunken. Im 17. Jahrhundert wurde es zum etablierten Getränk beim europäischen Adel und war diesem vorbehalten, was vor allem auf die hohen Preise aller benötigten Zutaten zurückzuführen war.

Erst nach und nach wurde Kakao einer breiteren Masse zugänglich – im 18. Jahrhundert kam zumindest schon mal das vornehme Bürgertum in den Genuss. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und der Erfindung der Dampfmaschine änderten sich dann auch der Umgang mit der Kakao-Bohne. Völlig neue Möglichkeiten eröffneten sich und Schokoladenfabriken schossen in ganz Europa aus dem Erdboden.

Dass aus der "Trink-Schokolade" jene feste Schokolade wurde, die wir heute kennen und lieben, haben wir übrigens der englischen Firma "J.S. Fry & Sons" zu verdanken. Sie vermengte im Jahr 1847 erstmals das Kakaopulver mit Zucker und Kakaobutter – nicht mit Wasser. Ein Prinzip, das von immer mehr anderen Fabriken aufgegriffen wurde. Und im Laufe der Jahre wurden immer weitere Prozesse erfunden, die zur Veredelung der Schokolade beitrugen und sie immer leckerer, besser und auch bezahlbarer machten. Als wohl wichtigster, weiterer Schritt ist da die grandiose Idee des Schweizers Daniel Peter zu nennen. Der mischte 1875 nämlich noch Milchpulver unter die Rezeptur der Schokolade – und erfand damit die Vollmilchschokolade, die später unter dem Namen "Gala Peter" bekannt wurde! Mmmhhh....

Puuuh, wer hätte gedacht, dass die Geschichte der Schokolade so unheimlich komplex ist. Da war ja wirklich alles dabei: Die Maya und die Azteken, die Entdeckung Amerikas – und obendrein noch die Geschichte der Industrialisierung und die der Dampfmaschine.

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Bei so viel historischem Lesestoff haben wir doch glatt Hunger bekommen – natürlich auf Schokolade! In der Galerie haben wir Ihnen tolle Rezepte für köstliche Schokokuchen zusammengestellt. Schauen Sie mal:

Schokolade ist übrigens auch ziemlich dekorativ. Wie sehr, das zeigen wir Ihnen im Video:

Wollen Sie nun mehr über die Geschichte anderer Lebensmittel erfahren? Wir verraten Ihnen, woher die Kartoffel kommt oder auch die Pizza und das Hackfleisch!

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