Aktualisiert: 04.12.2020 - 21:37

Bitterschokolade im Test Stiftung Warentest testet Bitterschokolade: Gesunde Sünde oder bittere Enttäuschung?

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Bitterschokolade gilt als gesunde Alternative zu Milchschokolade. Stiftung Warentest prüfte, welche Tafeln ihr Versprechen halten.

Foto: GettyImages.de/Eva-Katalin

Bitterschokolade gilt als gesunde Alternative zu Milchschokolade. Stiftung Warentest prüfte, welche Tafeln ihr Versprechen halten.

„Schokolade ist Gottes Entschuldigung für Brokkoli“, brachte es der amerikanische Schriftsteller Richard Paul Evans auf den Punkt. Ob Bitterschokolade eine echte Alternative zum unbeliebten Gemüse ist? Stiftung Warentest wollte wissen, was drin ist.

Schokolade gilt als Treibstoff für die Seele – kein Wunder, dass wir in der grauen Jahreszeit gerne zu einem Stück der süßen Sünde greifen, um unsere Laune zu beflügeln. Stiftung Warentest hat 24 Bitterschokoladen getestet - und die meisten sind, wenn man nicht zu viel davon isst, nicht nur richtig lecker, sondern auch ziemlich gesund.

Ganz schön süchtig nach Schokolade

Wussten Sie, dass nur zwei Prozent der Deutschen keine Schokolade mögen? Alle anderen genießen sie leidenschaftlich. Pro Kopf bzw. Bauch werden in Deutschland faszinierende 9,2 Kilogramm im Jahr der beliebten Süßigkeit gegessen. 40 Euro ist das dem Durchschnittsdeutschen im Jahr wert. Die beliebteste Tafel ist aus Milchschokolade, aber die Bitterschokolade schafft es auf den 2. Platz der Schoko-Trends. Knapp ein Viertel aller Deutschen bevorzugen eine Schokolade mit hohem Kakaoanteil.

Bitterschokolade: Die gesunde Schoko-Alternative?

Ein hoher Kakaoanteil macht die Schokolade bitter, denn was manche nicht wissen, die Kakaobohne enthält viele Bitterstoffe. Erst der hinzugefügte Zucker macht die Schokolade genießbar. Gegenüber der süßen Milchschokolade ist Bitterschokolade die gesündere Wahl, da ist sich Prof. Johannes Georg Wechsler, Facharzt für Innere Medizin und Ernährungsmedizin, sicher.

Der Grund für die positive Wirkung der Bitterschokolade: Sie lässt den Blutzuckerspiegel langsamer steigen und stillt das Appetitgefühl schneller. So führt sie weder zum "Kontrollverlust" noch zu Heißhungerattacken. Durch einen geringen Zuckeranteil kann sie sogar bei Diäten helfen und den Cholesterinspiegel senken.

Aber Achtung: Auf die richtige Menge kommt es an! Täglich zwanzig Gramm (vier bis sechs Stück) dunkle Schokolade mit 70, 80 oder 90 Prozent Kakaoanteil, empfiehlt der Experte. Und auch wenn sich die Experten noch nicht ganz sicher sind, welchen Einfluss Schokolade auf das menschliche Wohlbefinden hat, eins ist klar: Schokolade generell zu verbieten, tut der Psyche gar nicht gut.

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Bittere Enttäuschung: Diese Tafeln sollten Sie meiden

Stiftung Warentest hat in einigen Schokoladen einen erhöhten Schadstoffgehalt festgestellt. Die Tafeln von Heilemann, Rewe, Rotstern und Zetti enthalten aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (Moah), die als potenziell krebserregend gelten. Fairafric ist deutlich mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (Mosh) belastet – diese können sich in Organen anreichern und sie schädigen. Die Menge an Mineralölen, die Sie über eine Tafel Schokolade aufnehmen, ist allerdings sehr gering. Jedoch warnen die Experten davor, folgende Tafeln täglich zu verzehren:

  • Rotstern Edelbitter Schokolade
  • Zetti Edel Bitter
  • Rewe Feine Welt Madagaskar Edelbitter
  • Heilemann Confiserie Vietnam Edelbitter
  • Fairafric Chocolate made in Africa Zartbitter

Die Testsieger: Schokolade muss kein Vermögen kosten

Ohne Tadel konnten fünf Bitterschokoladen die Tester überzeugen, darunter auch günstigere Alternativen. 13 weitere erreichen zumindest „gute“ Ergebnisse. Feinherbe Schokolade ist geschmacklich vielfältiger als Vollmilchschokolade. Auch im Test können die unterschiedlichen Geschmacksnoten von Kaffee, Vanille, Citrus und Cassis den feinen Unterschied machen. Die Zutaten sind jedoch bei allen fünf Testsiegern vielversprechend.

Das sind die Stiftung Warentest Testsieger:

  • Hachez Edle Bitter (für 1,99 Euro/100 Gramm) überzeugt durch einen festen Biss. Besonders hervor herausragend ist der komplexe Kakaogeschmack, der durch eine feine Zitrus-Note unterstützt wird.
  • Lindt Excellence Edelbitter mild (2,29 Euro/100 Gramm) wirkt durch echte Vanille und eine leichte Tabak-Note besonders vollmundig und zartschmelzend im Mund.
  • Aldi Moser Roth Edel Bitter (0,84 Euro/100 Gramm) schmeckt nach einer aufregenden Kombination aus Espresso und Cassis. Mit dieser Schokolade unterstützen Sie sogar das Fairtrade Cocoa Programm.
  • Merci Edelbitter (1,49 Euro/100 Gramm) schmeichelt den Sinnen mit einer herben aromatischen Kakaonote, die durch einen leichten Orangengeschmack hervorsticht.
  • Naturata Brasilien Feinbitter (4,40 Euro/100 Gramm) achtet auf Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau und trägt somit das Bio-Siegel. Auch diese Zartbitterschokolade schmeckt nach Tabak und Citrus.

Rosarote Bohne: Faszination Ruby Schokolade

Neben dunkler Schokolade, hellerer Milchschokolade und weißer Schokolade gibt es nun auch eine vierte Schokosorte auf dem Markt: Die Ruby Schokolade ist nicht nur schön rosa, sondern auch ein beeriges Geschmackserlebnis.

Die rötliche Bohne lässt sich aus besonderen Kakaofrüchten einiger Sorten gewinnen – etwa aus Ecuador, Brasilien und der Elfenbeinküste. Anders als „normale“ Kakaobohnen wird sie nicht fermentiert und nicht geröstet. In diesen Prozessen färbt sich die Kakaobohne normalerweise dunkel und verliert ihre Farbe. Die Herstellung ist aufwendiger, da die Ruby-Bohne empfindlicher auf Feuchtigkeit, Licht und Sauerstoff reagiert. Schon gewusst? Manche Kakaobäume tragen vereinzelt Ruby-Früchte. Den Ruby-Kakaobaum, der nur rosarote Bohnen liefert, gibt es leider nicht. Deshalb ist diese Bohne auch teurer.

Wer die beerige Schokolade mal probieren will, für den empfiehlt Stiftung Warentest Heilemann Confiserie Ruby Chocolate Pur (4,35 Euro/100 Gramm). Im Test konnte die rosa Tafel als einzige mit einem frischen Geschmack nach Beeren und Vanille glänzen und kommt dabei ohne schädliche Mineralöle aus.

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Die Bitterschokolade hat scheinbar Superkräfte für ihre Gesundheit : Aber ob Schokolade besser gegen Husten helfen kann als Hustensaft ? Und warum Sie statt Sonne zu tanken auch einfach Schokolade essen können. Hilft Schokolade als Vitamin-D-Quelle ?

Wir klären auf: Darf man Schokolade mit weißem Belag noch essen?

Sind Sie auf den Geschmack gekommen? Dann probieren Sie doch mal eins der Schoko-Rezepte:

Mehr zum Thema Schokolade und Süßigkeiten finden Sie auf unseren Themenseiten.

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