Aktualisiert: 04.08.2020 - 17:33

BVL hat ermittelt Lebensmittelrückrufe: DIESE Produkte sind am häufigsten betroffen

2019 gab es mehr Lebensmittelrückrufe als je zuvor.

Foto: iStock.com/valentinrussanov

2019 gab es mehr Lebensmittelrückrufe als je zuvor.

Lebensmittelrückrufe sind mittlerweile regelmäßig an der Tagesordnung. 2019 gab es so viele wie nie zuvor. Das BVL hat nun einen Bericht darüber herausgegeben, welche Produkte 2019 am häufigsten betroffen waren – und aus welchen Gründen.

Es war mehr als bloß ein subjektives Empfinden: Tatsächlich hat es im Jahr 2019 mehr Lebensmittelrückrufe gegeben als in den Jahren zuvor – das belegt ein Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Demnach gingen im vergangenen Jahr über 4.000 Meldungen über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) ein – im Vorjahr waren es knapp 10 Prozent weniger. Ebenfalls interessant: Das BVL hat in besagtem Bericht auch herausgearbeitet, welche Produkte am häufigsten von Lebensmittelrückrufen betroffen sind – und warum.

Diese Produkte waren am häufigsten von Lebensmittelrückrufen betroffen

Gleich mehrere Rückrufe in Sachen Lebensmitteln gab es im vergangenen Jahr pro Woche – und das, obwohl hierzulande bei der Herstellung größte Sorgfalt und hohe Qualitätsstandards herrschen. Doch wo genau hapert es eigentlich am meisten? Welche Lebensmittel sind am häufigsten betroffen? Das BVL hat interessante Zahlen herausgearbeitet:

Rückrufe: Top 10 Produktkategorien

  1. Obst und Gemüse – 12 Prozent
  2. Nüsse, Nussproduktionen und Samen – 11 Prozent
  3. Kräuter und Gewürze – 9 Prozent
  4. Nahrungsergänzungsmittel
  5. Geflügelfleisch und...
  6. Futtermittel
  7. Fleisch und Fleischerzeugnisse (außer...
  8. Fisch und Fischprodukte
  9. Getreide und Backwaren
  10. Milch und Milchprodukte

Laut BVL ist insbesondere im Bereich der Kräuter und Gewürze die Zahl regelrecht explodiert. Die Zahl der Meldungen in dieser Kategorie weist eine Steigerung von 170 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. Dieser Anstieg rührt in erster Linie von den vielen Grenzzurückweisungen von schwarzem Pfeffer aus Brasilien her, da hier Salmonellen nachwiesen wurden. Brasilianischer schwarzer Pfeffer unterliegt seit Anfang 2019 bei der Einfuhr den Vorschriften der Europäischen Union und muss seitdem häufiger auf Salmonellen kontrolliert werden.

Und apropos Salmonellen – Mikroorganismen wie diese waren überhaupt der Hauptgrund für Lebensmittelrückrufe...

Top 10 Gründe für Lebensmittelrückrufe

Ganze 33 Prozent aller Rückrufe werden wegen Produkten ausgesprochen, die mit Mikroorganismen belastet sind – ganz vorn dabei natürlich Salmonellen, gefolgt von Listerien und Escherichia coli. Platz 2 belegen Nachweise von Schimmelpilzgiften, die in Lebensmitteln gefunden werden konnten – vor allem Alfatoxine, die in Feigen und auch Nüssen nachgewiesen wurden. Auffällig war im Jahr 2019 außerdem ein zu hoher Gehalt an Blausäure in Aprikosenkernen.

  1. Mikroorganismen
  2. Mycotoxine
  3. Zusammensetzung
  4. Fremdkörper
  5. Rückstände Pflanzenschutzmittel
  6. Allergene
  7. neuartige Lebensmittel
  8. Metalle
  9. natürliche Toxine (außer Mycotoxinen)
  10. Umweltschadstoffe

Mit Abstand die meisten von Lebensmittelrückrufen betroffenen Produkte haben übrigens einen Bezug zu Deutschland. Das heißt: Entweder wurden sie hierzulande hergestellt oder nach Deutschland geliefert. Auf dem zweiten Platz rangiert die Türkei mit knapp der Hälfte der Meldungen, die beim RASFF eingegangen sind.

RASFF: Was ist das überhaupt?

Wie weiter oben bereits erwähnt, wird das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel mit den Buchstaben RASFF abgekürzt. Das RASFF schützt schon seit 40 Jahren Verbraucher – wobei die einzelnen Staaten der Europäischen Union sich gegenseitig über potenziell gesundheitsgefährdende Lebensmittel, Futtermittel und auch Lebensmittelkontaktmaterialien wie Verpackungen, Geschirr oder Besteck informieren. Auf diesem Wege kann sichergestellt werden, dass betroffene Produkte schnell vom Markt genommen werden können.

Quelle: Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – www.bvl.bund.de

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Gut, dass es das RASFF gibt. Wir sind gespannt, wie sich die Zahlen für 2020 entwickeln werden. Fakt ist aber, dass es auch jetzt meist mehrere Lebensmittelrückrufe pro Woche gibt. Unwahrscheinlich also, dass die Zahlen deutlich besser ausfallen werden als im Vorjahr.

Alles zum Thema Lebensmittelrückruf und noch viele weitere Ratgeber rund um Ihr Recht als Verbraucher finden Sie auf unseren Themenseiten.

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