Aktualisiert: 07.09.2020 - 10:52

Wie ist das eigentlich? Nachgehakt: Darf ich keimende Kartoffeln eigentlich noch essen?

Wenn Kartoffeln so aussehen, sollten Sie ganz genau hinsehen und aufpassen.

Foto: iStock.com/Ohotnik

Wenn Kartoffeln so aussehen, sollten Sie ganz genau hinsehen und aufpassen.

Eine Frage, mit der sich die meisten schon einmal beschäftigt haben dürften: Darf ich Kartoffeln, die bereits keimen, überhaupt noch essen? Hier gibt's die Antwort.

Die Situation kennt wahrscheinlich jeder: Man hat den leckeren Braten mit Kartoffeln als Beilage geplant – und kurz vor dem Kochen stellt man fest: oh weh! Die Knollen keimen bereits. Bedeutet das nun, dass man eine andere Beilage wählen muss? Oder darf man keimende Kartoffeln noch essen? Wir gehen der Frage auf den Grund:

Darf man keimende Kartoffeln essen? Ja, aber:

Tatsächlich entsteht beim Keimen der Kartoffeln ein schwach giftiger Stoff namens Solanin. Diesen sollte man meiden zu essen – was allerdings nicht bedeutet, dass man deshalb gleich die ganze Knolle in die Tonne werfen muss.

Wichtigstes Kriterium: Die entstandenen Keime sollten unbedingt kürzer als 1 cm sein. In diesem Fall ist die Konzentration des Giftes noch zu gering, als dass sie dem Körper schaden würden. Dennoch sollten Sie die keimende Stelle bzw. Sprossen unbedingt großzügig herausschneiden, bevor Sie die Kartoffel weiter verarbeiten. Auch grüne Stellen sollten entfernt werden, da auch sie Solanin enthalten. Bei diesen Kartoffeln sollten Sie übrigens das Kochwasser nicht weiterverwenden, da das schwer lösliche, hitzebeständige Solanin beim Kochen in die Flüssigkeit übergeht.

Wenn die Keime schon länger als 1 cm sind, sollten Sie die Kartoffel hingegen besser entsorgen. Wer einen zu hohen Solanin-Gehalt konsumiert hat, dem drohen im schlimmsten Fall gereizte Schleimhäute, es kann außerdem zu Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall kommen.

Was ist das überhaupt – Solanin?

Solanin ist ein Stoff, der nicht nur in Kartoffeln, sondern auch in Tomaten und anderen Nachtschattengewächsen enthalten ist und den Pflanzen als Schutz vor Fressfeinden dient. Er findet sich unter der Schale und auch in den Keimen. Kartoffeln schützt der bitter schmeckende Stoff überdies gegen Fäulnis, weshalb Knollen, die durch Druck oder Frost beschädigt wurden, einen höheren Solanin-Wert aufweisen.

Keimende Kartoffeln verhindern – die richtige Lagerung

Ganz lässt es sich natürlich nicht verhindern, dass die Kartoffeln irgendwann zu keimen beginnen. Sie können den Moment aber mit der richtigen Lagerung hinauszögern. Kühl, trocken und dunkel – so mögen es die Knollen am liebsten. Bei einer optimalen Lagerungs-Temperatur von 3 bis 5 Grad ist die Küche also nicht der beste Ort. Der Keller oder eine kühle Vorratskammer eignen sich da viel besser – verpackt in einem Vorratstopf aus Ton oder einem Beutel aus Sackleinen.

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Ohne Zweifel: Die Kartoffel ist der Deutschen Liebling unter den Beilagen und hat durchaus eine Liebeserklärung verdient! Sie ist aber auch einfach herrlich vielseitig einsetzbar und Unterschiede wie in festkochenden und mehligen Kartoffeln sorgen dafür, dass es für jedes Gericht die richtige Sorte gibt. Gehen Sie auf die Suche nach neuen Ideen: In unserer Galerie:

Viele weitere Rezepte mit der tollen Knolle, etwa für Kartoffelsuppen oder auch Kartoffelsalate, finden Sie übrigens auch auf unseren Themenseiten.

Ja – manchmal plagen einen noch so unwichtig erscheinende Fragen im Alltag. Keimende Kartoffeln sind das eine. Wie steht es denn um keimende Zwiebeln? Kann man die noch essen? Und was macht man eigentlich mit übrig gebliebenen Champignons? Darf man Pilze nochmal aufwärmen? Und wie bestimme ich die richtige Reismenge pro Person? Fragen über Fragen – und BILD der FRAU hat die Antwort für Sie.

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