24.03.2020

So setzen Sie sie an Hefe selbst machen – mit nur 3 Zutaten!

Hefeteig können Sie auch mit selbst gemachter Hefe zubereiten.

Foto: iStock/SKatzenberger

Hefeteig können Sie auch mit selbst gemachter Hefe zubereiten.

Sie wollen backen, haben aber keine Hefe im Haus? Zugegeben: Mit unserem Rezept können Sie das Triebmittel zwar nicht auf die Schnelle selbst herstellen. Aber Sie können dafür sorgen, dass Sie stets frische (und selbst gemachte) Hefe im Hause haben! Wir verraten, wie es geht.

Harte Zeiten erfordern zuweilen auch ungewöhnliche Maßnahmen – dazu zählt auch der Gedanke, Hefe selbst zu machen. Im Regelfall ist das ja eigentlich nicht nötig: Hefe wird in verschiedenen Varianten im Supermarkt zum Kauf angeboten. Doch nie war deutlicher, dass es auch Tage und Wochen geben kann, in denen Märkte geschlossen haben, man selbst das Haus nicht verlassen oder ein Produkt schlichtweg vergriffen sein kann. Mit Hefe kann man in der Regel aber eine Menge in der Küche anstellen! Deshalb verraten wir Ihnen, wie Sie Hefe selbst machen können.

Selbst gemachte Hefe: Das brauchen Sie!

Hefe selbst zu machen, erfordert einiges an Geduld. Aber mal ehrlich: Manch einer hat dieser Tage (Ausgangssperre etc. sei Dank) auch ein bisschen mehr Freizeit als sonst.

Aber zunächst: Was genau ist Hefe überhaupt? Spricht man von Hefe, so meint man kleine Mikroorganismen, die bestimmte Nährstoffe wie Zucker in Alkohol und Kohlenstoffdioxid zersetzen. Hefen sind tatsächlich lebende Organismen – da sie aber kein zentrales Nervensystem haben und von daher auch keinen Schmerz empfinden und nicht zum Tierreich gehören, sind Hefen vegan.

Insgesamt gibt es nicht "die eine Hefe" – vielmehr handelt es sich um verschiedenste Hefestämme. Einer von ihnen: Saccharomyces cerevisiae – auch bekannt als Back- und Bierhefe.

Hefen kommen auch in der Natur vor, vor allem an den meisten Obstsorten. Und genau hier können wir ansetzen, wenn wir Hefe selbst machen wollen. Sie brauchen nur drei Zutaten:

  • 500 ml Wasser, lauwarm
  • 1 EL Zucker
  • 2 Stück Trockenobst (z.B. Datteln, getrocknete Aprikose oder ungeschwefelte, getrocknete Pflaumen)
  • Außerdem: Gefäß (Kapazität 500 ml). Ideal ist ein schmales, verschließbares Gefäß, damit es nur wenig Wasseroberfläche gibt, die anfällig für Bakterien ist.

Trockenobst hat eine besondere, weiche Oberfläche. Diese bietet den idealen Nährboden für Hefen. Der Zucker gibt den Hefen die nötige Nahrung.

Hefe selbst machen: So geht's!

  1. Zunächst füllen Sie das lauwarme Wasser ins Gefäß. Zucker hinzufügen, Gefäß verschließen und das Ganze gut durchschütteln. Der Zucker sollte sich vollständig im Wasser auflösen.
  2. 2 Stück Trockenobst ins Wasser geben, Gefäß wieder verschließen.
  3. Das Gefäß an einen warmen Ort stellen. Zwischen 25 und 35 Grad sind ideal, also am besten in unmittelbarer Nähe zu einer Heizung.
  4. Verschlossenes Gefäß jeden Morgen und jeden Abend einmal gut durchschütteln. Anschließend Deckel kurz öffnen, damit entstandene Gase entweichen können.
  5. Nach etwa fünf bis zehn Tagen dieser Prozedur ist die selbst gemachte "wilde Hefe" fertig zur Anwendung.

Die genaue Dauer ist schwer unbesehen zu ermitteln, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt – darunter die genaue Temperatur. Sie erkennen fertige Hefe, daran, dass sie den typischen Hefegeruch angenommen hat, sich am Boden des Gefäßes helle Hefe abgesetzt hat und im Gefäß viele kleine Bläschen im Wasser aufsteigen. Sollte das Wasser allerdings verdorben riechen oder gar Schimmel angesetzt haben, dann setzen Sie die Hefe besser neu auf und entsorgen den Versuch.

Wilde Hefe einsetzen: das sollten Sie beachten

Die in Eigenproduktion entstandene Hefe hat nicht viel gemein mit der Hefe, die es zum Beispiel in Würfelform oder trocken in Supermarkt zu kaufen gibt. Deshalb müssen Sie einige Dinge beachten, wenn Sie ihre eigene Hefe beim Backen verwenden wollen.

  1. Hefewasser im geschlossenen Gefäß vor Einsatz gut durchschütteln.
  2. Trockenobst entfernen!
  3. Die Menge an Flüssigkeit im Rezept durch entsprechende Menge an Hefewasser ersetzen.
  4. Selbst gemachte Hefe hat weniger Triebkraft als industriell gefertigte Hefe. Sie sollten den damit zubereiteten Teig entsprechend lang gehen lassen.

Selbst gemachte Hefe erneut vermehren

Wenn Sie gern und häufig mit Hefe backen, müssen Sie diese doch eher langwierige Prozedur nicht immer wieder von vorn starten. Behalten Sie einfach 200 ml des zuvor zubereiteten Hefewassers. Entfernen Sie das "alte" Trockenobst und ersetzen es durch zwei neue Stücke. 1 EL Zucker hinzugeben und Gefäß mit lauwarmen Wasser auffüllen. Nun wieder morgens und abends Gefäß schütteln und Gase zwischendurch ablassen.

So haben Sie schon nach etwa zwei bis drei Tagen einsatzbereite Hefe. Der Prozess geht in diesem Fall viel schneller, da durch das enthaltene Hefewasser bereits deutlich aktivere Hefekulturen im Gefäß enthalten sind.

Übrigens: Ohne Trockenobst im Kühlschrank gelagert hält sich das Hefewasser etwa eine bis zwei Wochen, da Hefen gekühlt nicht aktiv sind.

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Puuuh. Klingt kompliziert, doch streng genommen ist die Herstellung von wilder Hefe gar nicht so schwierig! Aber jetzt wissen Sie ja, wie Sie Ihre eigene Hefe zubereiten, und dem großen Backen steht nichts mehr im Wege! Im Video verraten wir Ihnen nützliche Tipps, wie Sie den perfekten Hefeteig zubereiten können:

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