09.12.2019 - 14:39

Keime, Bakterien, Pilze Bundesamt: Rückruf von Lebensmitteln auf Rekordniveau!

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Die Zahl der Lebensmittelrückrufe ist in diesem Jahr laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) so hoch wie nie.

Foto: iStock / dusanpetkovic

Die Zahl der Lebensmittelrückrufe ist in diesem Jahr laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) so hoch wie nie.

Wurst, Fleisch, Fisch, Milch: Die Verbraucher sind verunsichert. Und das aus gutem Grund. Nie war die Zahl der Lebensmittelrückrufe so hoch wie in diesem Jahr!

Kaum ein Tag vergeht ohne Rückruf-Aktionen von Lebensmitteln. Ob Fremdkörper im Essen, Keime und Bakterien in Wurst- und Fleischprodukten oder Pilze in Milch und Käse. Die Meldungen über verunreinigte Lebensmittel häufen sich und haben laut Statistik des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sogar ein neues Rekordniveau erreicht. Bundesamt: Rückruf von Lebensmitteln auf Rekordniveau! Das sind die Zahlen.

Bundesamt: Rückruf von Lebensmitteln auf Rekordniveau!

Bereits 183 Warnungen gab das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bis Ende November 2019 heraus. Und auch im laufenden Dezember häufen sich die Warnungen und Rückrufe im Lebensmittelbereich. Damit ist die Zahl der staatlichen Warnungen vor verunreinigten Lebensmitteln in Deutschland im laufenden Jahr auf ein neues Rekordniveau geklettert.

Warnungen wegen Fleisch, Wild, Geflügel und Wurst

Im Gesamtjahr 2018 gab es laut einer Aufstellung des Bundesamts 186 Fälle. 2017 wurden 161 Lebensmittel beanstandet, 2015 waren es nur 100 Produkte. Wurst-, Fleisch-, Wild- und Geflügel-Produkte wurden in 51 Prozent der Fälle seit Jahresbeginn moniert.

Am bekanntesten ist den Verbrauchern der Skandal um die hessische Wurstfabrik Wilke, die mutmaßlich listerienverseuchte Produkte aus ihren Fabriken in den Warenverkehr brachte. Und deren Verzehr zwei Menschen mutmaßlich das Leben kostete.

Auf Platz zwei der Rückrufe folgt laut Statistik des BVL die Warnung vor Milch und Milchprodukten, hier gab es bis Ende November 2019 27 Warnungen. 17 Auffälligkeiten gab es bei Getreide- und Backwaren, bei Fischen und Knabberwaren gab das Bundesamt in diesem Jahr jeweils zehn Meldungen heraus.

Mikrobiologische Verunreinigungen am häufigsten

Das größte Problem in 2019 waren mikrobiologische Verunreinigungen von Lebensmitteln. Krankmachende Keime, Pilze oder Bakterien belasteten unser Essen. Der zweithäufigste Grund für Beanstandungen waren laut BVL "Fremdkörper". Ob Glas, Metall oder Plastikteile in Produkten: In 60 Fällen wurden in diesem Jahr Fremdkörper in Produkten gefunden. Auch Folien-Rückstände in Pasta von Rewe führten zu einem Rückruf.

Erstaunlich viele Fälle möchte man angesichts der strengen Vorgaben und Kontrollen in der Lebensmittelindustrie sagen. Denn bundesweit werden jährlich mehr als 500.000 Betriebe der ca. 1,2 Millionen registrierten Unternehmen der Lebensmittelbranche durch Behörden kontrolliert. Die Verantwortung darüber ist Ländersache.

Foodwatch: Verbesserungsbedarf bei Lebensmittelkontrollen

Trotz großer Sorgfalt fordert die Verbraucherorganisation Foodwatch noch dringenden Verbesserungsbedarf bei der Lebensmittelkontrolle: "Nach jedem neuen Lebensmittelskandal reden wir über die gleichen alten Probleme – aber die Politik packt die entscheidenden Schwachstellen im Lebensmittelrecht nicht an", sagte Foodwatch-Sprecher Andreas Winkler den Funke-Zeitungen.

Das Problem: Der Verbraucher erfahre laut Foodwatch in der Regel nicht, welche "Schmuddelbetriebe" es seien und welche ordentlich arbeiteten, kritisierte Winkler. "Mehr Transparenz über Kontrollergebnisse ist auch im Interesse der vielen ehrlich und sauber arbeitenden Betriebe."

Bundesamt: Rückruf von Lebensmitteln auf Rekordniveau! Lesen Sie hier, warum der Discounter Aldi in einem Rückruf vor Wurst-Verzehr warnte. Auch eine Leberwurst von Kaufland war in diesem Jahr von einem Lebensmittel-Rückruf betroffen. Allergene wurden dagegen in einer REWE-Schokolade gefunden. Und auch Edeka musste einen Käse zurückrufen.

Selbst wer einige Einkäufe in Drogerien erledigt, ist vor Rückrufen nicht gefeit. So wurden bei Rossmann gefährliche Bakterien in Kinderduschgel entdeckt.

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