22.01.2020

Skandal geht in die nächste Runde Wilke Wurstwaren: Neue Vorwürfe! Wurde Gammelfleisch verkauft?

Tote, weltweiter Rückruf, Betrieb geschlossen – das sind die traurigen Folgen von Listerien in Wilke Wurstwaren.

Foto: iStock/industryview

Tote, weltweiter Rückruf, Betrieb geschlossen – das sind die traurigen Folgen von Listerien in Wilke Wurstwaren.

Es war einer der größten Skandale des Jahres 2019: Menschen sind nach dem Verzehr von Produkten der Marke Wilke Wurstwaren gestorben. Gefühlt täglich kamen neue Details ans Tageslicht – bis dann etwas Ruhe in die Thematik einkehrte. Das ändert sich nun: Neue Vorwürfe gegen das Unternehmen reichen zurück bis ins Jahr 2012...

Es war wohl DER große Skandal im Jahr 2019: Nachdem mehrere Menschen nach dem Verzehr von Wilke-Wurstwaren gestorben waren, wurde der Betrieb geschlossen und ein großer Rückruf gestartet. Kurz darauf wurde bekannt, dass auch Fertiggerichte vom Listerien-Befall betroffen waren. Nun die nächste Schreckensnachricht in der Angelegenheit: Die Vorwürfe gegen Wilke Wurstwaren gehen wohl zurück bis ins Jahr 2012 – und offenbar wurde auch Gammelfleisch verkauft!

Gammelfleisch bei Wilke Wurstwaren?

Update vom 22.01.20: Nachdem die Missstände bei Wilke Wurstwaren im Oktober 2019 publik wurden, war der Schrecken groß und die Verunsicherung der Konsumenten fast noch größer. In den vergangenen Wochen wurde es hinsichtlich der Berichterstattung zwar ruhiger, doch im Hintergrund wurden die Ermittlungen sogar noch ausgeweitet. Mit erschreckendem Ergebnis: Offenbar wurde Gammelfleisch verkauft!

Derzeit besteht der Verdacht, dass das Unternehmen abgelaufene Waren verkauft hat. Demnach wird vermutet, dass die Waren trotz eines Sperrvermerks zum Verkauf freigegeben wurden – so eine Sprecherin der ermittelnden Staatsanwaltschaft Kassel.

Überproduktion seit 2012

Doch wie kam es überhaupt zur verdorbenen Ware? Nach bisherigem Ermittlungsstand fand ab 2012 eine erhebliche Überproduktion bei Wilke statt. Offenbar konnte die überschüssige Ware im Anschluss aber nicht angemessen gekühlt und gelagert werden – weshalb vermehrt Waren verdorben seien. Betroffene Produkte seien zwar mit einem Sperrvermerk versehen worden, doch allem Anschein nach habe der Geschäftsführer die Waren im Anschluss doch für den Verkauf freigegeben.

"Es besteht daher der Verdacht, dass über mehrere Jahre gesperrte und nicht mehr verkaufsfähige Ware in den Handel gekommen ist", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kassel. Zeugenaussagen lassen außerdem vermuten, dass auch die stellvertretende Geschäftsführerin sowie der Produktionsleiter Kenntnis von diesen Missständen hatten. Zuerst hatte der private Radiosender Hit Radio FFH über das brisante Thema berichtet.

Weitere Verdächtige sind Ziel der Ermittlungen

Gegen die Stellvertretung und den Produktionsleiter werde nun auch ermittelt, erklärte die Justizsprecherin. "Neben dem Verdacht der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch besteht nunmehr auch der Verdacht des gewerbsmäßigen Betruges gegen die Beschuldigten."

Die Nachrichtenlage rund um den Wilke-Skandal wird also auch weiterhin nicht abreißen. Bleibt abzuwarten, welche erschreckenden Erkenntnisse weiterhin ans Tageslicht kommen...

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So berichtete BILD der FRAU am 28. Oktober über den Fall...

Wilke-Waren in Fertiggerichten verarbeitet

Es ist nun also mehr als drei Wochen her, dass der Wilke-Skandal Deutschland erschüttert und die Konsumenten in große Sorge gestürzt hat, denn: So richtig weiß keiner, hinter welchen Marken sich Produkte des mittlerweile geschlossenen Herstellers stecken. Oft werden die Waren zum Beispiel auch lose in der Wursttheke zum Kauf angeboten.

Völlige Transparenz? Fehlanzeige!

Nachdem das Bewusstsein bei Käufern in Sachen Wurst nun gestiegen ist, kommt der nächste Grund zur Sorge. Das hessische Verbraucherschutzministerium gab nun auf Nachfrage von Foodwatch bekannt, dass Produkte von Wilke auch generell in der Lebensmittelindustrie verarbeitet wurden. Bei welchen Herstellern und für welche Produkte, ließ das Ministerium allerdings offen.

Bleibt nur zu hoffen, dass auch in dieser Angelegenheit schnellstmöglich weitere Informationen folgen...

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So berichtete BILD der FRAU am 09. Oktober über den Fall...

Nun kommen tagtäglich weitere Details ans Tageslicht. Metro, Kaufland und auch IKEA starteten einen umfangreichen Rückruf – und endlich wurde auch eine Liste der betroffenen Marken veröffentlicht. Im Folgenden erfahren Sie, hinter welchen Markennamen Produkte von Wilke Wurstwaren stecken.

Wilke Wurstwaren: Liste der betroffenen Marken

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gab gerade bekannt, dass nach bisherigen Erkenntnissen alle Wilke-Eigenmarken mit dem Identitätskennzeichen DE EV 203 EG vom Listerienbefall betroffen sind und entsprechend nicht verzehrt werden sollten.

Doch damit nicht genug: Auch folgende Marken sind vom Rückruf betroffen, sofern sie o.g. Identitätskennzeichen tragen:

  • ARO
  • CASA
  • Domino
  • Findt
  • Haus am Eichfeld
  • Korbach
  • Metro Chef
  • Pickosta
  • Rohloff Manufaktur
  • Sanda Gourmet
  • Schnittpunkt
  • Service Bund "Servisa"
  • Wilke

Darüber hinaus gibt es auch eine weitere Liste über Großhändler, die Wilke-Produkte im Sortiment hatten. Das sind:

  • Wurstwaren-Großhändler Hans Kremers GmbH
  • Metro Deutschland
  • Grapo GmbH – Gastronomiebedarf
  • SB Union Großmarkt GmbH / Edeka Foodservice
  • Domino Gastro e.G.
  • Igro-Schmidt GmbH & Co.KG
  • Service-Bund

Da Wilke-Waren auch unverpackt an vielen Wursttheken verkauft werden, bittet das Ministerium die Kunden sicherheitshalber, im Zweifelsfall bei der jeweiligen Verkaufsstelle nach der Herkunft des Fleisches bzw. der Wurst zu fragen.

Mehr über Listerien erfahren Sie auch im Video:

Listerien: Woher sie kommen, warum sie gefährlich sind

Listerien: Woher sie kommen, warum sie gefährlich sind

Beschreibung anzeigen

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So berichtete BILD der FRAU online am 07. Oktober 2019...

Nun auch Rückruf bei IKEA

Der Skandel um verseuchte Wurstwaren hat jetzt auch die IKEA-Restaurants erreicht. Wie das Unternehmen berichtete, habe der Möbelkonzern in Deutschland Wurst-Aufschnitt für seine Mitarbeiter- und Kundenrestaurants von betroffenen Hersteller Wilke bezogen. Damit konnte die Information der Verbraucheroganisation foodwatch bestätigt werden.

"Aus diesem Grund haben wir als Vorsichtsmaßnahme den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt“, sagte eine Sprecherin.

Das beträfe nur den Wurstaufschnitt, nicht das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus dem Restaurant, dem Schwedenshop und dem Bistro. Mitgeteilt wurde auch, dass es inzwischen einen neuen Lieferanten für Aufschnitt gebe.

Metro & Kaufland starten expliziten Rückruf

Ein Skandal wie jener, der sich gerade rund um Produkte von Wilke-Wurstwaren dreht, ist besonders problematisch, denn: Die Produkte sind nicht eindeutig identifizierbar. Sie wurden in Krankenhäusern und Kantinen vertrieben, wurden als lose Waren in Fleischtheken angeboten und außerdem auch unter anderen Markenwaren verkauft. Wer soll da den Überblick behalten? Und vor allem: Wie können sich Verbraucher davor schützen, womöglich verseuchte Waren zu konsumieren?

Nachdem eben diese mangelnde Transparenz vielerseits bemängelt und kritisiert wurde, melden sich nun ein Großhändler und auch eine große Supermarktkette zu Wort.

Metro ruft diese Wilke-Produkte zurück

Eine Sprecherin von Metro gab zu Protokoll, dass auch auch einige Produkte aus der Eigenmarke betroffen sein. Die Warnung vor Listerien gelte bei folgenden Produkten:

  • Aro Pizzasalami, 1000 g
  • Aro Peperonisalami, 1000 g
  • Metro Chef Pizzasalami, geschnitten, 1000 g
  • Metro Chef Peperonisalami, geschnitten, 1000 g

Rückruf: Kaufland ruft diese Wilke-Produkte zurück

Auch Kaufland startete nun einen umfassenden Rückruf. Hier wurden Wilke-Produkte nicht nur unter dem aufgedruckten Logo des Herstellers verkauft, sondern auch lose als Wurst in der Theke, weshalb sie vom Verbraucher nicht einfach zu erkennen sei. Betroffene Produkte wurden lediglich in den Kaufland-Märkten in Schwalmstadt, Korbach und Biedendorf vertrieben.

Folgende Wurstwaren aus dem Thekenverkauf sind betroffen:

  • Wilke Waldecker Bauernrotwurst, EAN (GTIN) 4000277551010
  • Wilke Waldecker Bauerleberwurst, EAN (GTIN) 4000277550013
  • Wilke Waldecker Aahle Leberwurst, im Ring, EAN (GTIN) 4000277547013
  • Wilke Waldecker Aahle Blutwurst, im Ring, EAN (GTIN) 4000277549017
  • Wilke Zwiebelmettwurst frisch, EAN (GTIN) 2050002826403
  • Wilke Salami im weißen Darm, EAN (GTIN) 4000277195771
  • Wilke Stracke Mettwurst geräuchert, EAN (GTIN) 2050003995306
  • Wilke Stracke Mettwurst luftgetrocknet, EAN (GTIN) 2050003996563

Darüber hinaus sind folgende Artikel aus dem Selbstbedienungs-Bereich vom Rückruf betroffen:

  • Wilke Rostbratwurst im Schweinedarm 540 g, EAN (GTIN) 4000277483762
  • Wilke Bratwurst 1A grob 500 g, EAN (GTIN) 4000277510062
  • Wilke Rostbratwurst 1200 g, EAN (GTIN) 4000277499169
  • Wilke Aahle Waldecker Blutwurst 200 g, EAN (GTIN) 4000277549727
  • Wilke Aahle Waldecker Leberwurst, Ring 200 g, EAN (GTIN) 4000277547723
  • Wilke Landwurst Sortiment geschnitten, EAN (GTIN) 4000277720300
  • Wilke Mettenden 4 x 75 g, EAN (GTIN) 4000277325765
  • Wilke Stracke Mettwurst 1A ca. 400 g, EAN (GTIN) 2222920000000
  • Wilke Salami 1A ca. 400 g, EAN (GTIN) 2222890000000
  • Wilke Stracke Mettwurst ca. 400 g, EAN (GTIN) 2222900000000
  • Wilke Stracke Mettwurst 350 g, EAN (GTIN) 4000277111726
  • Wilkes Rauchpeitschen 80 g, EAN (GTIN) 4000277331537
  • Wilke Feuerpeitschen 80 g, EAN (GTIN) 4000277332534
  • Wilke Bockwurst 250 g, EAN (GTIN) 4000277604600
  • Wilke Dicky’s Waldecker Bockwurst 400 g, EAN (GTIN) 4000277660620

Wenn Sie eines der o.g. Produkte erworben haben, können Sie dieses in allen Kaufland zurückgeben und bekommen auch ohne Vorlage des Kassenbons den Kaufpreis erstattet. Kaufland weist Käufer aus den betroffenen Städten ausdrücklich darauf hin, dass oben genannte Artikel aus dem Thekenverkauf nicht erkennbar seien und deshalb nicht konsumiert werden sollten.

Wer Wilke-Waren gekauft hat, sollte alle gängigen Hygienemaßnahmen einleiten, etwa den Kühlschrank gründlich reinigen etc..

Es scheint, als würde die Nachrichten-Flut rund um den Wilke-Skandal auch in den kommenden Wochen nicht abebben wollen. Bleibt abzuwarten, welche Supermarkt-Ketten womöglich mit expliziten Rückrufen nachrücken werden.

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Und so berichtete BILD der FRAU online am 4. Oktober 2019:

Foodwatch äußerst herbe Kritik

Der gemeinnützige Idealverein Foodwatch wandte sich am Freitag mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit – und kritisierte darin die katastrophale Informationspolitik von Landkreis Waldeck-Frankenberg und Wurstproduzent Wilke. Es sei inakzeptabel, dass bis heute keine Angaben gemacht wurden, wo genau die Produkte von Wilke explizit verkauft wurden. Auch eine konkrete Liste mit betroffenen Produkten fehle bislang.

Tatsächlich scheint sich das Ganze als sehr schwierig zu gestalten, da viele Wilke-Produkte zum Beispiel auch als lose Waren an Wursttheken verkauft wurden. Foodwatch-Informationen zufolge bestätigten Mitarbeiter in einem Berliner "Metro"-Markt, dass Wilke Hersteller einiger Produkte sei, die der Großhändler unter dem Namen der Eigenmarke "Aro" verkaufe.

Erste Hinweise zwar, doch eine umfangreiche Aufklärung der Verbraucher steht nach wie vor aus – dabei könnte bessere Transparenz dafür sorgen, dass Wilke-Produkte komplett gemieden, weitere Todesfälle verhindert werden könnten.

Verbraucher reagieren verunsichert ob der schlechten Kommunikation

Auch Facebook-User(innen) äußerten sich entsprechend in den Kommentaren zum Rückruf-Post von BILD der FRAU online. "Wäre mal interessant, wenn man erfahren könnte, in welchen Supermärkten es die Wurst gab", gab eine Leserin zu bedenken, eine andere kommentierte den Rückruf mit den Worten: "Sehr schlechte Aufklärung, ein Bild und genaue Beschreibung wäre hilfreich."

Das sieht auch Foodwatch so: "Die Behörden müssen alles dafür tun, um die Menschen rechtzeitig vor dem Verzehr potenziell gefährlicher Lebensmittel zu warnen – genau das haben der Landkreis und das Unternehmen versäumt. Die Menschen werden im Stich gelassen. Auch wenn es um Salami geht, eine Salami-Taktik bei der öffentlichen Information ist hier völlig fehl am Platz", heißt es in der Pressemitteilung.

Und auch wir finden: Es ist an der Zeit für umfangreiche Aufklärungsarbeit – zum Wohle und Schutz der Verbraucher. Bleibt nur zu hoffen, dass der Landkreis Waldeck-Frankenberg und Wurstproduzent Wilke dieser deutschlandweit bestehenden Bitte nachkommt...

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Und so berichtete BILD der FRAU online am 2. Oktober 2019:

Wilke Wurstwaren: Tödliche Bakterien in Wurst – 2 Tote!

Und nun das traurige Ende der Geschichte: Zwei Menschen sind tot – sie sollen mit Listerien verseuchte Pizzasalami und Brühwurst von "Wilke Wurstwaren" gegessen haben. Laut des Robert-Koch-Instituts besteht eine 99,6-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Todesfälle im "unmittelbaren Zusammenhang" mit den Produkten aus dem Hause Wilke stehen.

Bei den Toten handelt es sich um zwei ältere Menschen – weitere 37 Erkrankungen in Zusammenhang mit den Wilke-Produkten seien bekannt geworden, das berichtet die "Hessisch-Niedersächsische Allgemeine".

Landrat Dr. Reinhard Kubat rief infolgedessen mit Ausnahme der Vollkonserven weltweit alle Wilke-Produkte zurück – das Unternehmen beliefert vor allem Restaurants und Großküchen sowie Supermärkte in Deutschland, aber auch in diverse Länder außerhalb Europas. Obendrein hat das Veterinäramt des Landkreises Waldeck-Frankenberg den Betrieb komplett geschlossen. Von der Schließung des 80 Jahre alten Unternehmens sind rund 200 Mitarbeiter betroffen. Alle entsprechenden Informationen seien bereits an die Staatsanwaltschaft Kassel weitergeleitet worden.

Listerien: Woher sie kommen, warum sie gefährlich sind

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Wurst-Skandal: Schon früher fehlerhafte Produkte im Umlauf

Bereits im März dieses Jahres wurden in einem Produkt des Unternehmens Keime entdeckt. Es fand ein interner Rückruf statt – woraufhin Maschinen und Betriebe intensiver auf ihre Hygiene hin geprüft werden sollten. Dennoch – immer wieder wurden Verunreinigungen gefunden.

Die beiden Toten sind das traurige Ende der Geschichte... vorerst! Bleibt nur zu hoffen, dass nicht noch mehr Menschen betroffen sind. Glücklicherweise findet nicht jeder Lebensmittel-Rückruf solch ein tragisches Ende.

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Übrigens: Mit Listerien ist nicht zu spaßen – lesen Sie hier alles über Symptome, Ursachen & Behandlung der Listeriose. Die Krankheit ist vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich. Sie kann sich in starken Erkrankungsfällen durch Erbrechen und Durchfall, Fieber und Glieder- sowie Muskelschmerzen äußern.

Mehr über Ihre Rechte als Verbraucher erfahren Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Weitere Informationen zuLebensmittelrückrufen finden Sie hier.

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