25.07.2019

Traditionshersteller macht Schluss WMF: Keine Kochtopf-Fertigung mehr im Stammwerk

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Sie stehen in fast jedem Haushalt und sind weltberühmt. Doch für die Kochtöpfe aus dem Hause WMF heißt es zukünftig: Keine Fabrikation mehr im deutschen Stammwerk.

Foto: iStock/nd3000

Sie stehen in fast jedem Haushalt und sind weltberühmt. Doch für die Kochtöpfe aus dem Hause WMF heißt es zukünftig: Keine Fabrikation mehr im deutschen Stammwerk.

WMF: Dieses Logo ist weltweit zum Symbol für höchste Haushaltswarenqualität geworden. Jetzt steht der Kochtopf-Fertigung im baden-württembergischen Stammwerk das Aus bevor. Und das sind die Gründe!

Auch die Württembergische Metallwarenfabrik (kurz WMF) hat mit Internationalisierung der Märkte und steigendem Wettbewerb zu kämpfen. Das hat jetzt Konsequenzen. WMF verkündet das AUS für die Kochtopffertigung im Stammwerk.

WMF: Aus für die Kochtopf-Fertigung!

1853 in Geislingen als Metallwarenfabrik "Straub & Schweizer" gegründet, wurde daraus später WMF. Und da Qualität verpflichtet, ist das Traditionsunternehmen immer noch im württembergischen Ort ansässig und produziert dort seine international anerkannten Qualitätskochtöpfe.

Das wird sich jetzt nach all den Jahren aber doch ändern: Vor drei Jahren wurde WMF mit dem Geislinger Stammwerk durch die französische Groupe SEB übernommen.

Die Konsequenz: In Zukunft werden die bekannten Edelstahltöpfe nicht mehr über die Bänder des WMF-Stammwerkes laufen. Außerdem sollen rund 400 der insgesamt weltweit 6200 Arbeitsplätze eingespart werden.

Arbeitsplätze gefährdert – das sind die Gründe

Die französische Unternehmensgruppe will die Fertigung in andere Standorte des Unternehmens in Europa verlagern, da die Fertigung am Standort Geislingen an der Steige defizitär sei, so steht es in einer SEB-Mitteilung.

Die Wettbewerbsfähigkeit von WMF soll demnach durch ein Programm mit dem Titel "Agenda 21" gestärkt werden, deshalb müsse "die Fertigung von Edelstahlkochgeschirr in Geislingen bis Ende des Jahres 2020 an andere Standorte des Unternehmens in Europa verlagert" werden.

Keine Informationen gibt es dagegen, um welche neuen Standorte es sich genau handeln wird. Demnach sollen erst in den nächsten Wochen Entscheidungen dazu getroffen werden. Das betrifft auch die konkreten Maßnahmen zum geplanten Stellenabbau.

Eine mehr als 150 Jahre währende Kulturgeschichte mit Auszeichnung

Erst im Januar war WMF "geadelt worden" und das historische Warenarchiv des Haushaltswarenherstellers mit seinen mehr als 11.000 Einzelstücken zum Kulturdenkmal ernannt worden. Damit zählt der Unternehmens-Fundus mit seinen Serien- und Einzelstücken aus der kunstgewerblichen und industriellen Produktion zu den Kulturdenkmälern von besonderer Bedeutung, die besonderen Schutz verdienen.

Dennoch ist bei WMF jetzt Schluss mit Kochtöpfen aus dem Stammwerk. Schade – so kann man mit den Töpfen doch so allerhand in der Küche zaubern: Gemüse dünsten, dämpfen & Co: So sichern Sie die Nährstoffe Und wussten Sie, dass man altes Brot im Kochtopf aufbacken kann?

Mehr spannende Artikel finden Sie auf unserer Themenseite Haushaltstipps.

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