19.08.2019

Hätten Sie's gewusst? Die 10 größten Küchen-Irrtümer

Lassen sich Eier wirklich besser pellen, wenn man sie nach dem Kochen kalt abgeschreckt hat? Wir klären auf.

Foto: iStock/Vesna Andjic

Lassen sich Eier wirklich besser pellen, wenn man sie nach dem Kochen kalt abgeschreckt hat? Wir klären auf.

Warum ist Reis im Salzstreuer? Muss man Eier wirklich abschrecken? Und was ist dran an der 5-Sekunden-Regel? Wir klären auf.

Rund ums Kochen und die Küche kursieren schon seit vielen Generationen beharrlich Regeln, an denen weiter festgehalten wird. Doch manch eine davon ist längst überholt! Im Folgenden räumen wir mit den größten Küchen-Irrtümern auf – Sie werden staunen.

Küchen-Irrtümer: 1. Sekt bleibt frisch, wenn man einen Silberlöffel in die Flasche steckt

Die Flasche Sekt ist geköpft – doch der "Durst" versiegt, noch ehe die Flasche leer ist. Was also tun, damit das Getränk auch schön spritzig bleibt? Viele stecken dann den Stiel einer Gabel oder eines Löffels in die Flasche und stellen diese zurück in den Kühlschrank – der Kohlensäure zuliebe.

Tatsächlich bringt dieser Vorgang aber kaum etwas! Mit dieser Methode wird die Kälte aus dem Kühlschrank schneller in die Flasche geleitet, wodurch die Kohlensäure daran gehindert wird, sich durch den Flaschenhals zu verflüchtigen. Der Effekt ist nur sehr schwach, der Sekt wird trotzdem mit der Zeit schal.

2. Fleisch heiß anbraten, damit sich die "Poren schließen"

Wer Fleisch braten will, muss warten, bis das Fett in der Pfanne so richtig schön heiß ist – auf diesem Wege sollen sich die Poren schließen, weshalb das Fleisch schön saftig und zart bleibt. Dieser sogenannte "Küchen-Tipp" ist allerdings völliger Humbug. Zwar glauben viele Menschen, das Fleisch habe Poren, doch Poren stecken nur in Haut – Fleisch hingegen besteht aus Muskelfasern

Das scharfe Anbraten erfüllt lediglich den Zweck, dass das Fleisch einen aromatischen Bratgeschmack erhält – was für sich genommen ja alles andere als schlecht ist. Das liegt übrigens daran, dass die in den oberen Fleischschichten enthaltenen Proteine beim scharfen Anbraten karamellisieren, was wiederum besagte Röststoffe bildet.

Braten Sie Ihr Fleisch ruhig von beiden Seiten scharf an und lassen es anschließend im Ofen zu Ende garen. So haben Sie das Brat-Aroma UND saftiges Fleisch.

Apropos scharf anbraten: Wenn Sie Ihr Fleisch dann mal versehentlich etwas ZU scharf angebraten haben, lesen Sie in unserem Küchen-SOS, wie Sie Ihr Fest-Essen retten.

3. Abgeschreckte Eier lassen sich leichter pellen

Für viele gehört zu einem formvollendeten Frühstück auch ein gekochtes Ei. Damit sich dieses vor dem Verzehr leichter pellen lässt, schrecken die meisten Menschen es nach dem Kochvorgang mit kaltem Wasser ab. Doch das ist nichts weiter als ein Mythos! Ob sich ein Ei gut oder eher schlecht pellen lässt, hat mit dem Abschrecken nichts zu tun – wie gut die Schale am Ei haftet, hängt von der Frische des Eis ab sowie von seinem pH-Wert.

Vielmehr hat das Abschrecken übrigens negative Aspekte. Durch das Abschrecken könnten Bakterien in das Innere des Eis gelangen, die sich dort vermehren. Das Ei ist im Anschluss nicht so lange haltbar.

Noch viele weitere Tipps für das perfekte Frühstücksei lesen Sie hier!

4. Alkohol verdunstet beim Kochen

Ein Schuss Rot- oder Weißwein veredelt doch jede gute Soße! Deshalb wird Wein auch in vielen Familien beim Kochen verwendet – immerhin verdunstet der Alkohol ja beim Kochen und stellt somit für keinen Mit-Esser ein Problem dar.

Doch es ist eben sehr wohl problematisch, denn der Alkohol verdunstet nicht vollständig! Reiner Alkohol siedet bei ca. 78 °C, also deutlich früher als Wasser. Trotzdem bleiben an Gemüse, Fleisch und Fetten, die sich mit im Topf befinden, Alkoholbestandteile haften. Untersuchungen zeigten, dass nach 15 Minuten Kochzeit noch 30-40 Prozent des Alkohols enthalten sind. Nur richtig langes Garen bei hohen Temperaturen kann ihm den Garaus machen. Kinder sollten also besser nicht von der Rotweinsoße naschen.

5. Ein Schnaps nach dem Essen unterstützt die Verdauung

Sie haben sich beim Familienfest so richtig schön den Bauch vollgeschlagen? Dann dauert es meist nicht lange, bis irgendein Onkel in der Reihe einen Schnaps anbietet – der soll schließlich bei der Verdauung helfen.

Doch was macht Alkohol direkt nach dem Genuss von fettigen Speisen eigentlich im Körper? Nicht viel mehr, als ein wohlig warmes Gefühl in der Magengegend. Tatsächlich ist der Genuss eines Schnapses nach dem Essen absolut kontraproduktiv! Der Alkohol sorgt dafür, dass das verzehrte Fett sogar noch langsamer abgebaut wird – dadurch verweilt das Essen länger im Magen und das lästige Völlegefühl bleibt sogar noch hartnäckiger erhalten als ohne Schnaps.

Sie wollen sich nach dem Essen wirklich etwas Gutes tun? Dann trinken Sie besser einen lauwarmen Kräutertee. Macht nicht halb so viel Spaß, ist aber wesentlich effizienter. Was Sie außerdem nach dem Essen tun und lassen sollten, lesen Sie hier.

6. Reis im Salzstreuer verhindert Klumpen

Sie nehmen mit Ihrer Familie oder mit Freunden im Restaurant Platz an einem Tisch. Bevor der Kellner mit der Speisekarte kommt, haben Sie noch genügend Zeit, die Tischdekoration zu betrachten und fragen sich, weshalb Reiskörner im Salzstreuer stecken.

Diese Angewohnheit sieht man nicht nur in Gaststätten, sondern auch bei vielen Menschen zu Hause. Der Grund: Angeblich entzieht Reis dem Salz die Feuchtigkeit – weshalb er nicht zusammenklumpen soll. Auf den ersten Blick scheint an der Theorie etwas dran zu sein: Das Salz rieselt geschmeidig aus dem Streuer. Aber: Wenn Reis wirklich so viel Feuchtigkeit aufnehmen würde, würde er deutlich aufquellen und man müsste den Reis im Streuer ja am laufenden Band austauschen. Das Salz von heute enthält Trennmittel, damit es nicht klumpt. Den Reis kann man sich also sparen.

7. Tiefgekühltes lässt sich am besten in heißem Wasser auftauen

Noch so eine Situation, die viele kennen dürften. Vom letzten Wochenende ist noch Bolognese übrig geblieben, die eingefroren wurde. Nun möchte man die leckere Soße auftauen – und packt die Vorratsdose mit der Soße in heißes Wasser, damit es besser auftauen kann.

Das es auf diesem Wege schneller geht, mag die eine Sache sein. Tatsächlich ist es aber alles andere als ratsam, gefrorene Soßen oder Fleisch, Fisch oder Gemüse in heißem Wasser aufzutauen. Auf diese Weise riskieren Sie nämlich das Wachstum gesundheitsschädlicher Bakterien und/oder Salmonellen.

Besser: Nehmen Sich mehr Zeit und tauen Fleisch und Fisch im Kühlschrank auf, im besten Fall in einem Sieb, damit Flüssigkeit abtropfen kann. Gemüse und dergleichen kann zum Beispiel direkt in einer Soße aufgetaut werden. Und wenn Sie eine moderne Mikrowelle besitzen, können Sie auch die Auftaufunktion nutzen.

8. Ins Nudelwasser gehört Öl

Aneinander klebende Spaghetti sind ganz schön lästig und sehen auf dem Teller auch nicht gerade schön aus. Aus diesem Grund schwören viele Hobbyköche darauf, einen guten Schuss Olivenöl ins Wasser zu geben.

Und ja: Auf diese Weise haften Nudeln nach dem Kochen nicht aneinander. Das Ganze hat aber auch noch einen nicht zu ignorierenden Nebeneffekt: Pasta klebt nicht an Pasta, aber auch die Soße bleibt nicht richtig haften – was das Geschmackserlebnis auch wieder schmälert.

Wir hätten da einen besseren Tipp für Sie: Geben Sie die gekochten, abgetropften Nudeln direkt in die Nudelsoße und vermengen alles gründlich. So haftet die Soße perfekt an den Teigwaren und diese kleben nicht zusammen.

9. Geflügelfleisch sollte vor dem Braten abgewaschen werden

Viele waschen vor der weiteren Zubereitung das Fleisch gründlich ab. Doch gerade bei Hähnchen, Pute und Co ist das eine denkbar schlechte Idee, da sich an rohem Geflügelfleisch viele Krankheitserreger befinden, die sich durch das entstehende Spritzwasser beim Abwaschen munter verteilen können. Weitere Informationen dazu, warum Sie rohes Geflügelfleisch niemals abwaschen sollten, lesen Sie hier.

10. Die 5-Sekunden-Regel

Und wer kennt sie nicht – die gute, alte 5-Sekunden-Regel? Diese besagt, dass Keime erst nach fünf Sekunden auf ein herunter gefallenes Lebensmittel übergehen. Wer also besonders flink ist, kann die Kontamination eines Lebensmittels also verhindern – oder etwa nicht?

Eine Studie hat ergeben, dass auch bei ganz kurzem Bodenkontakt einige Keime an Lebensmittel gelangen können. Das betrifft vor allem Lebensmittel mit einem hohen Wasseranteil, wie etwa Gurkenscheiben.

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Wir hoffen, die Aufdeckung dieser zehn geläufigen Küchen-Irrtümer bringen Klarheit in Ihren Alltag, denn: Manchmal sind Verhaltensweisen schon so eintrainiert, dass man sie gar nicht weiter hinterfragt.

Sie grillen aus Leidenschaft? Dann sehen Sie im Video, auf welche Grill-Irrtümer Sie nicht hereinfallen sollten:

Die 7 größten Grill-Irtümer

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Viele weitere Haushaltstipps finden Sie übrigens auf unserer Themenseite.

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