26.03.2019

Balsamico, Weinessig & Co. Welche Essigsorte passt zu welchem Gericht?

Welche Essigsorte passt zu Salat und welche zum Einlegen von Gemüse? Hier erfahren Sie es.

Foto: iStock/AlexPro9500

Welche Essigsorte passt zu Salat und welche zum Einlegen von Gemüse? Hier erfahren Sie es.

Essigsorten gibt es viele, doch welche Sorte eignet sich eigentlich für welchen Zweck? Wir stellen Ihnen die Unterschiede vor und verraten Ihnen, zu welchem Gericht welcher Essig passt.

Essig ist fester Bestandteil einer gut ausgestatteten Küche. Kein Wunder: Er kommt beim Kochen von sauren Speisen zum Einsatz, verleiht jedem Salatdressing den letzten Schliff und kann manch ein anderes Gericht verfeinern. Doch bevor freudig der Kochlöffel geschwungen und das Essigfläschchen gezückt wird, muss differenziert werden! Es gibt nämlich verschiedenste Essigsorten – und nicht alle passen zu jedem Gericht. Bei uns erfahren Sie mehr über das älteste lagerbare Lebensmittel der Welt und wie es am besten zum Einsatz kommt.

Essigsorten: Auf die Ausgangszutat kommt es an!

Essig kann aus verschiedenen Lebensmitteln hergestellt werden, meist aus diversen Obst- und Gemüsesorten. Besonders zuckerhaltige Vertreter eignen sich am besten. Im Herstellungsprozess wird dieser Zucker durch Hefe zunächst in Alkohol umgewandelt und letztlich durch Essigbakterien in Essig. Bei den meisten Essigen liegt der Säuregehalt bei etwa fünf bis sechs Prozent. Man kann übrigens auch einfach ein alkoholhaltiges Getränk wie Wein durch die Zugabe von Essigbakterien in Essig umwandeln.

Durch diese unterschiedlichen Ausgangszutaten entsteht am Ende die Artenvielfalt der Essigsorten – und die meisten zeichnen sich durch ihren ganz eigenen Geschmack aus. Welche Sorte über welche Eigenschaft verfügt, woraus sie hergestellt wird und wozu sie am besten passt – das erfahren Sie im Folgenden.

Der Günstige: Branntweinessig

Hier wird hochprozentiger Alkohol als Grundlage der Essigherstellung verwendet, etwa Wodka oder Korn – deshalb wird Branntweinessig oft auch Sprit- oder Tafelessig genannt. Es handelt sich um die günstigste Sorte unter den Essigen, was vor allem an der kurzen Reifezeit liegt. Im Vergleich zu anderen Essigen ist Branntweinessig geschmacksneutral und er hat mit ca. zehn Prozent einen recht hohen Säureanteil.

Verwendung: Da diese Sorte praktisch keinen charakteristischen Eigengeschmack hat, kann es vielfältig zum Einsatz kommen. In der Industrie wird Branntweinessig gern zum Einlegen von Gemüse verwendet – zum Beispiel für saure Gurken. Auch andere industrielle Produkte wie Ketchup und Marinaden werden mit dieser Sorte hergestellt. Auch zu Hause wird Branntweinessig häufig angewendet, etwa zum Verfeinern von Linsensuppe.

Der Klassiker: Weinessig

Wie der Name bereits verrät, ist Wein der Ausgangsstoff des Weinessigs. Doch auch hier kann nochmal zwischen verschiedenen Sorten unterschieden werden, wobei vor allem Rotwein- und Weißweinessig bekannt ist. Diese Sorten zeichnen sich durch einen säuerlich-frischen Geschmack aus. Dabei gilt: Je besser der Wein, der als Grundlage genutzt wurde, desto höher ist auch die Qualität des Essigs. Eine echte Besonderheit unter den Weinessigen ist der Sherryessig, der – wie der Name bereits verrät – aus spanischem Sherry hergestellt wird. Er ist besonders vollmundig und kräftig, zugleich aber auch saurer als andere Weinessigsorten.

Verwendung: Weinessig ist zum Einlegen von verschiedenen Speisen geeignet. AuchSuppen können so einen Feinschliff erhalten – ebenso wie Soßen. Hier immer darauf achten: Hell zu hell, dunkel zu dunkel. Das heißt, dass man für helle Soßen wie zum Beispiel eine Sauce hollandaise Weißweinessig verwenden sollte, für dunkle Soßen zu Wild eher Rotweinessig. Weißweinessig wird außerdem gern zum Marinieren von Fisch, Fleisch und Geflügel verwendet. Auch deshalb, weil das Fleisch so ganz besonders zart wird.

Der Edle: Balsamessig

Balsamessig ist wohl besser bekannt unter dem Namen Aceto Balsamico – eine Spezialität aus Norditalien, die aus roten oder weißen Weintrauben bzw. Traubenmost gewonnen wird. "Aceto Balsamico di Modena" ist eine echte Besonderheit. Ein Essig darf sich nur so nennen, wenn er aus den Provinzen Modena oder Reggio Emilia stammt, wo er mindestens zwölf Jahre in Edelholzfässern reift. Dadurch erfolgt eine Verdunstung, die den Balsamico-Essig so konzentriert, dickflüssig und auch süß macht.

Verwendung: Italienische Gerichte wie zum Beispiel der klassische Caprese-Salatt bekommen durch Balsamico eine ganz besondere Note. Balsamico eignet sich auch hervorragend zum Ablöschen von Fleischgerichten. Sogar zu Süßem passt der spezielle Essig. Unser Geheimtipp: Erdbeeren mit Balsamico. Ein absoluter Genuss! Übrigens: Es gibt auch weißen Balsamico-Essig, der besonders gut zu Meeresfrüchten, Obstsalaten und Blattsalaten passt.

Der Abwechslungsreiche: Frucht- oder Obstessig

Da Obst in der Regel äußerst zuckerhaltig ist, eignet es sich hervorragend zur Essigherstellung. Als Ausgangszutaten kommen Kirschen, Pflaumen und sogar Bananen zum Einsatz, doch die sicher bekannteste Sorte ist der Apfelessig. Er schmeckt mild und fruchtig. Apfelessig ist für seine gesunden Eigenschaften bekannt, kann aber auch hervorragend zum Kochen verwendet werden.

Verwendung: Manch einer mischt sich besonders gesunde Getränke mit Apfelessig an, etwa den sogenannten Switchel. Auch zu Fleisch, Fisch,Blattsalaten und Suppen passt Apfelessig und verleiht den Gerichten einen fruchtigen Touch. Essig-Sorten aus Beerenfrüchten eignen sich zum Beispiel hervorragend zum Einlegen von Obst, zum Beispiel Himbeeressig. Der kann auch Obst- und Käsesalate verfeinern. Unbedingt mal ausprobieren!

Im Video erfahren Sie, weshalb Apfelessig eine echtes Wundermittel ist:

Wunderwaffe Apfelessig

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Der Würzige: Gemüseessig

Auch aus Gemüse kann Essig hergestellt werden, wenngleich auch der Herstellungsprozess meist aufwendiger ist, da Gemüse von Natur aus nicht so viel Zucker enthält wie Obst. Manch eine Gemüsesorte eignet sich aber durchaus zur Herstellung von Essig. Dazu zählen Tomaten, Möhren, Gurken und Spargel.

Verwendung: Tomatenessig rundet beispielsweise einen selbstgemachten Tomatensalat ab. Gurkenessig verleiht durch seine Würze verschiedenen kalten und warmen Salaten eine besondere Note.

Der Nordische: Getreideessig

Selbst aus Getreide kann Essig hergestellt werden – zum Beispiel aus Malz. Malzessig wird oft als Einmachessig verwendet und kommt insbesondere im Norden Europas verstärkt zum Einsatz, etwa in Skandinavien oder England. Verglichen mit vielen anderen Essigsorten ist Malzessig ziemlich sauer.

Verwendung: Durch die Schärfe eignet sich Malzessig eher weniger für Salatdressings und Co. Zum Marinieren von Gemüse und Fleisch passt Malzessig allerdings toll. Das englische Nationalgericht "Fish and Chips" wird dort klassisch mit Malzessig verfeinert.

Der Exotische: Reisessig

Hierzulande wird Reisessig eher selten benutzt – dabei hat er einen unschlagbaren Vorteil: Verglichen mit den anderen Essig-Sorten ist dieser vergorene Reiswein ganz besonders mild, da er lediglich zwei bis vier Prozent Säure enthält.

Verwendung: In der asiatischen Küche ist der Reisessig das Hauptsäurungsmittel und kommt in unzähligen Gerichten zum Einsatz, etwa auch bei der Zubereitung von Sushi-Reis, Salatdressings und Soßen – oder beim Verfeinern leckerer Dim Sum. Auch in der europäischen Küche kann Reisessig verwendet werden, etwa zum Verfeinern von Soßen, Suppen oder Marinaden.

Der Praktische: Essigessenz

Essigessenz ist in diesem Rahmen als Ausnahme zu erwähnen. Hierbei wurde die Essigsäure chemisch erzeugt – einen besonderen Geschmack hat Essigessenz nicht. Da es sich aber um eine Essenz handelt, ist der Säuregehalt wesentlich höher als bei anderen Essigsorten – 15 bis 20 Prozent statt der gewöhnlichen fünf bis sechs Prozent. Deshalb sollte Essigessenz stets mit Wasser verdünnt werden. Zum Kochen wird dieser Essig allerdings ohnehin selten verwendet – er wird eher zum Entkalken von Haushaltsgeräten oder zur Reinigung des Bads genutzt.

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Übrigens: Nicht nur Essigsorten unterscheiden sich deutlich voneinander – auch die verschiedenen Sorten an Öl eignen sich für unterschiedliche Zwecke. Viele weitere Ratgeber um das gesunde Wirken von Apfelessig erhalten Sie auf unserer Themenseite.

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