08.01.2019 - 07:54

Leben ohne Verzicht So geht Genuss auch glutenfrei!

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Glutenfrei bedeuetet nicht zwangsläufig Verzicht – auch Brot-Fans können auf Ihre Kosten kommen.

Foto: iStock/rezkrr

Glutenfrei bedeuetet nicht zwangsläufig Verzicht – auch Brot-Fans können auf Ihre Kosten kommen.

Wer aus gesundheitlichen Gründen auf das Klebereiweiß verzichten muss, kann trotzdem in vollen Zügen genießen. Sogar Kuchen ist erlaubt! Wir verraten Ihnen, was Sie über die glutenfreie Ernährung wissen müssen.

Wer aus gesundheitlichen Gründen kein Gluten verträgt, der sollte alle Produkte aus dem Speiseplan streichen, die den "Weizenklebstoff" beinhalten. Klingt zunächst natürlich nach einer anstrengenden Ernährungsumstellung und auf eine Menge Verzicht, da Gluten in viel mehr Produkten enthalten ist, als man denken könnte. Wir verraten Ihnen alles, was Sie unbedingt über die glutenfreie Ernährung wissen sollten.

Glutenfreie Ernährung: Bedeutet "weizenfrei" auch "glutenfrei"?

Ohne Gluten – das bedeutet nicht nur weizenfrei. Auch in anderen Getreidesorten ist es enthalten, darunter zum Beispiel Dinkel, Roggen, Gerste, Grünkern und Emmer. Produkte, die daraus oder damit hergestellt wurden, landen also besser nicht auf dem Teller. Keine Sorge, es gibt jede Menge leckere Alternativen.

Süßes aus der Backstube

Kuchen, Teilchen und Kekse gelingen auch ohne Weizenmehl. Da anderen Sorten aber der "Klebstoff" fehlt, kann es nicht einfach 1:1 ausgetauscht werden. Eine gute Faustformel: 2 Teile glutenfreies Mehl (z. B. Reismehl), 1 Teil Kartoffelstärke + 1 Teil Bindemittel (z. B. Tapiokamehl). Wegen der anderen Backeigenschaften benötigt man zudem etwas mehr Flüssigkeit. Für Anfänger gibt es inzwischen aber auch jede Menge glutenfreie Kuchenbackmischungen.

Alternativ können Sie sich auch an spezielle Rezepte halten, mit denen glutenfreies Backen kein Problem darstellt. Unser Tipp: diese saftigen Kirschtörtchen

Vorsicht, verstecktes Gluten!

Oft ist das sogenannte Klebereiweiß versteckt und von daher ist es oft nicht gleich ersichtlich, ob man bei Lebensmitteln überhaupt zugreifen darf. Denn gerade in Fertiggerichten, Puddings und anderen Desserts stecken häufig glutenhaltige Bindemittel. Das kann auch im Restaurant passieren, zum Beispiel bei Pastasoßen und sogar Eierspeisen. Obacht auch bei Pommes – sie sind oft mit einem Stärkemantel überzogen, damit sie besonders knusprig werden. Daher immer gut die Zutatenliste studieren, auf den Aufdruck "glutenfrei" achten oder einfach freundlich nachfragen.

Die richtige Küchenpraxis

Sind die richtigen Lebensmittel im Haus, ist genussvolle glutenfreie Küche kein Problem mehr. Doch auch bei der Zubereitung gilt es, ein paar Dinge zu beachten: Glutenfreie Gerichte sollten immer separat zubereitet werden, damit sie nicht mit dem Klebereiweiß in Kontakt kommen. Pizza also beispielsweise auf einem separaten Blech backen, Pasta in einem anderen Topf kochen und auch anderes Schöpfbesteck sowie ein anderes Brot-und Buttermesser verwenden. In stark ausgeprägten Fällen kann es sogar nötig sein, einen zweiten Toaster anzuschaffen.

Pizza und Pasta

Freunde der italienischen Küche können sich freuen: Es darf weiterhin geschlemmt werden wie in Bella Italia! Für selbst gemachte Nudelteige eignen sich Mehle aus Reis und Hülsenfrüchten. Sie brauchen etwas mehr Ei, um schön "klebrig" zu werden. Ansonsten findet man eine große Auswahl an glutenfreien Pastasorten in jedem gut sortieren Supermarkt und in Bio-Märkten. Besonders beliebt waren in den letzten Jahren auch Konjaknudeln, die nicht nur glutenfrei, sondern auch Low Carb und kalorienarm sind.

Pizza ist übrigens ähnlich unproblematisch: Es gibt fertige glutenfreie TK-Pizzen, unbelegte Böden aus dem Kühlregal und Backmischungen zum Selberkneten.

Guter Start in den Tag

Eher der Stullentyp? In Supermärkten, Reformhäusern, Drogerien und Bio-Märkten finden Sie Brotalternativen aus Hirse, Hülsenfrüchten, Amaranth, Quinoa und Buchweizen, die bedenkenlos verputzt werden können. Bei Müsli, Porridge und Co unbedingt zu Haferflocken greifen, die als glutenfrei gekennzeichnet sind (z. B. von Kölln). Denn obwohl dieses Getreide von Natur aus kein Gluten enthält, kann welches drinstecken. Der Grund: Hafer wird häufig auf Feldern angebaut, auf denen zuvor Weizen wuchs.

Fazit: Glutenfreie Ernährung bedeutet nicht zwangsläufig Verzicht

Bei Ihnen wurde nach langer Zeit der Beschwerden und zunehmend ausgeprägten Symptomen Glutenunverträglichkeit festgestellt? Dann wissen Sie jetzt, dass Ihr Leben nicht zwangsläufig aus Verzicht bestehen muss. Sie müssen lediglich einige Dinge in Ihrer Einkaufs- und Kochroutine anpassen und schon wird Ihnen Gluten nicht mehr fies auf den Magen schlagen.

Lesen Sie hier alles über verschiedene Mehl-Sorten – es gibt auch glutenfreie Varianten.

Auf unserer Themenseite finden Sie viele weitere Ratgeber und tolle Rezepte rund um die glutenfreie Ernährung. Anklicken und mehr erfahren!

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