18.01.2019 - 16:01

Burger, Hot Dogs & mehr Mehr als nur Fast-Food: Die amerikanische Küche

Bei den Amerikanern landen gerne mal Hot Dogs und Burger auf dem Tisch – doch das ist nicht bei weitem nicht alles!

Foto: iStock/kajakiki

Bei den Amerikanern landen gerne mal Hot Dogs und Burger auf dem Tisch – doch das ist nicht bei weitem nicht alles!

Wer an die amerikanische Küche denkt, hat ja gleich Gerichte wie Burger und Hot Dogs im Kopf. Dabei gibt es noch eine Menge mehr an kulinarischen Besonderheiten zu entdecken! Wir verraten Ihnen welche.

Die amerikanische Küche sieht sich mit verschiedenen Vorurteilen konfrontiert – oftmals wird behauptet, in den USA gäbe es nichts anderes zu essen und zu trinken als Burger, Hot Dogs, Donuts und zuckerhaltige Softdrinks. Zwar spielen eben jene Lebensmittel und die gesamte Fast-Food-Kultur eine große Rolle, doch wer die Küche allein darauf beschränkt, der tut ihr unrecht. Ein guter Grund also, die amerikanische Küche mit all ihren Vorzügen einmal vorzustellen.

Die Esskultur der Amerikaner: Anders als in Europa

Die Essgewohnheiten der Amerikaner unterscheiden sich zum Teil deutlich von denen der Europäer. Das beginnt tatsächlich schon beim Verhalten am Tisch. Messer und Gabel zählen auch in den USA zum obligatorischen Besteck. Doch während man hierzulande etwa immer nur ein Stück vom Steak abschneidet und sich dann in den Mund schiebt, schneidet der Amerikaner meist erst alles klein, was auf seinem Teller liegt und legt dann das Messer zur Seite. Eine Hand verschwindet unter dem Tisch und mit der anderen wird das Essen nur mit der Gabel verzehrt.

Auch in den jeweiligen Mahlzeiten zeigen sich Unterschiede zur europäischen Esskultur, die wir im Folgenden einzeln vorstellen.

Das amerikanische Frühstück: Süßes und Herzhaftes

Das Frühstück gilt als die wichtigste Mahlzeit des Tages – doch gerade in Mitteleuropa weicht diese oft dem simplen Genuss eines Kaffees. Diesen findet man in Amerika auch immer auf dem Tisch, ob zu Hause oder im Restaurant, wo dieser übrigens nur einmal bezahlt und anschließend unbegrenzt nachgeschenkt wird. Im Vergleich zum deutschen Geschmack ist die amerikanische Version allerdings sehr schwach bzw. "dünn". Neben dem Kaffee ist ein üppiges Frühstück absolutes Muss in den USA, egal ob in der süßen oder der herzhaften Variante.

Beim süßen Frühstück landen hochkalorische Lebensmittel auf dem Teller, etwa Donuts, Brownies, Waffeln, Muffins oder Pancakes. Kinder essen besonders gern die in schier unendlicher Auswahl angebotenen (gezuckerten) Frühstückscerealien mit einer großen Schüssel Milch.

Lieber als Süßes frühstücken die Amerikaner allerdings Herzhaftes. Und zu einem würzigen Frühstück gehören unter anderem gebratener Speck, Würstchen, Schinken, Bohnen und Eier, vor allem in Form von Spiegel- oder Rühreiern (das hierzulande typische gekochte Frühstücksei ist in den Staaten hingegen eher unbekannt). Dazu gibt es Brötchen oder Brot, doch beides unterscheidet sich komplett von deutschen Backwaren. Das amerikanische Gebäck ist sehr weich und weit entfernt von knusprig. Besonders beliebt sind zum Beispiel Bagels – aus Hefeteig gebackene Brötchen mit einem Loch in der Mitte.

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Manchmal muss es schnell gehen: Mittagessen in den USA

Die Amerikaner haben einen ausgeprägten Familiensinn, was auch dazu führt, dass sie wenig Wert auf das Mittagessen legen, immerhin sind die Kinder in der Schule und die Eltern bei der Arbeit. Deshalb gibt es mittags meist einfach einen Snack – etwa von einer Fast-Food-Kette oder ein belegtes Sandwich. Manche werden diese auch schon zu Hause zubereitet, doch es gibt die belegten Broteinheiten auch praktisch an jeder Straßenecke in unzähligen Varianten zu kaufen.

Abendessen in Amerika: Zeit für die Familie

Der bereits angesprochene, ausgeprägte Familiensinn der Amerikaner sorgt dafür, dass stets ein gemeinsames Abendessen angestrebt wird. Wenn beide Elternteile berufstätig sind, wird das Abendessen häufig im Restaurant eingenommen, ab und an aber auch zu Hause. Besonders beliebt sind Burger mit Pommes, Pizza und Salate zum Abendessen – es gibt aber auch verschiedene besondere Gerichte, die von Region zu Region unterschiedlich sind.

Regionale Besonderheiten der amerikanischen Küche

Die USA sind mit 50 Bundesstaaten, verschiedenen Klimazonen, einer Fläche von fast 10 Millionen Quadratkilometern und über 320 Millionen Einwohnern ein sehr großes Land, in dem zwangsläufig je nach Region verschiedene kulinarische Spezialitäten, Küchen und Kochweisen zu finden sind. Dazu kommt, dass Amerika ein Einwandererland ist, in dem seit der Kolonialisierung verschiedenste Kulturen aufeinander trafen, die alle ihren Teil zu den kulinarischen Gepflogenheiten beitrugen. Wer die Speisen der USA also auf Fast-Food, Burger, Sandwichs und Hot Dogs beschränkt, der tut ihr wahrlich unrecht, denn die große Vielseitigkeit der amerikanischen Küche brachte die Geschichte des Landes ganz automatisch mit sich. Im Folgenden stellen wir Ihnen der der beliebtesten Küchen des Landes vor:

Cajun-Küche: Der Einfluss der Franzosen

Die Cajun-Küche findet sich vor allem im Südosten der USA, vornehmlich im Bundesstaat Louisiana und geht auf die Nachfahren der französischstämmigen Siedler zurück, die sich zu Zeiten der Kolonialisierung in diesem Gebiet niederließen. Die Küche und die zugehörigen Gerichte sind einfach und rustikal, verwendet werden vor allem regionale Zutaten. Da Louisiana zu großen Teilen ein Sumpfgebiet ist, zählen auch Fisch und Meeresfrüchte zu den häufig verwendeten Zutaten. Darüber hinaus gibt es die sogenannte "Heilige Dreifaltigkeit" (holy trinity), die die Cajun-Küche ausmachen. Diese sind: Staudensellerie, milde grüne Paprika und Zwiebel – eine Kombination, die in den meisten klassischen Gerichten dieser Region eine Rolle spielt. Auch Gewürze sind essenziell, darunter vor allem die Mischung aus Thymian, Schalotten, Lorbeer, Knoblauch, Petersilie und sogenanntem Filé-Pulver (gemahlene Sassafrasbaum-Blätter). Diese Kombination kann übrigens auch fertig als Cajun-Gewürzmischung gekauft werden. Als bekannteste Gerichte gelten Gumbo (Eintopf mit Meeresfrüchten, Geflügel oder geräucherter Wurst) oder Jambalaya – ein Schmorgericht aus Reis, Fisch, Meeresfrüchten und Gemüse.

Soul-Food: Essen zum Wohlfühlen

Der Name Soul-Food, zu Deutsch "Seelenkost", genannt, kommt nicht von ungefähr: Diese Gerichte sind Streicheleinheiten für die Seele. Auf Kalorien schaut hier keiner, es geht üppig, fettig und nicht selten auch süß zu. Diese Küchenform geht auf die vorwiegend in den Südstaaten lebenden Afroamerikaner zurück – genauer gesagt auf den Mangel, den sie in den Zeiten der Sklaverei durchleben mussten. Lange Zeit mussten sie sich mit minderwertiger, billiger Ware versorgen – und die Gerichte, die in jener Zeit gekocht wurden, sind heute fester Bestandteil der amerikanischen Küche. Abgesehen von der Okra werden aber keine afrikanischen Zutaten benutzt. Die Einflüsse stammen sonst eher von europäischen Einwanderern oder wurden von den Ureinwohnern übernommen, etwa Mais, verschiedene Erbsen- und Bohnensorten, Garnelen und Truthahn. Gewürze wie Cayennepfeffer, Muskat, Piment, Zimt und Safran kommen besonders häufig zum Einsatz.

Tex-Mex-Küche: Das Beste zweier Kulturen

Die Tex-Mex-Küche ist die wohl beliebteste Küche des Landes. Der Name setzt sich aus zwei Regionen zusammen, die den Kochstil maßgeblich beeinflussen: der Bundesstaat Texas und das angrenzende Land Mexiko. Entwickelt wurde diese Kochform allerdings in den USA. Die Ursprünge sind mehrere tausend Jahre alt und gehen zurück auf die Ureinwohner, die schon rund 4.000 Jahre vor Christus mit dem Anbau von Chili begonnen haben und aus Mais Tortillas herstellten. Hinzu kamen im 16. Jahrhundert die Einflüsse der spanischen Siedler im texanischen Gebiet.

Tatsächlich waren Texas und Mexiko einst für gut 300 Jahre miteinander verbunden, weshalb es nicht weiter verwundert, dass eine gemeinsame Küche entstanden ist. Deutlichster Unterschied zwischen der Tex-Mex-Küche und der mexikanischen Küche: Die Tex-Mex-Speisen sind weniger scharf, angepasst an den amerikanischen Gaumen. Die Grundpfeiler der Tex-Mex-Küche sind Fleisch, Chili und intensive Gewürzmischungen – abgerundet von Reis, Bohnen und Tortillas. Die bekanntesten Gerichte sind Chili Con Carne (Hackfleisch-Eintopf in verschiedenen Varianten) und Tacos (knusprige Maismehl-Tortilla-Schalen mit Füllung).

Herzstück der amerikanischen Küche: Das Barbecue

Bei allen regionalen Gerichten darf aber vor allem eine Besonderheit der gesamten amerikanischen Küche nicht vergessen werden: das Barbecue. Hierzulande denken viele, dass das Barbecue nur ein anderes Wort für Grillen ist, doch es gibt tatsächlich maßgebliche Unterschiede. Beim Grillen werden das Fleisch oder andere Zutaten direkt über der Hitze schnell gegart. Beim klassisch-amerikanischen Barbecue hingegen werden die Lebensmittel bei niedrigen Temperaturen ganz langsam gegart – meist in einem Grill-Ofen mit verschließbarem Deckel, der auch Smoker genannt wird. Auf diese Weise bleibt das Fleisch besonders saftig und kann nicht anbrennen.

Das amerikanische Barbecue hat eine jahrhundertelange Tradition und ist mehr als die Zubereitung des Essens – es ist ein vielmehr ein Event, bei dem Familie und Freunde zusammenkommen und man die Zeit miteinander genießt. Auf dem Rost landen dann Spezialitäten wie zum Beispiel Spareribs, Grillspieße, Kreationen mit Gemüse oder selbst gemachte Burger vom Grill.

Die beliebtesten amerikanischen Getränke

Ja, auch in Sachen Getränke haben die Amerikaner so ihre Vorlieben. Ohne Cola, Eistee, Milchshakes und andere (meist zuckerreiche) Soft-Drinks geht in den USA nichts. Aber auch Alkohol wird getrunken, wenn das in Amerika auch etwas komplizierter ist als hierzulande. Zu kaufen gibt es diese Getränke nur in speziellen Geschäften, in sogenannten Liquor Stores. Schwächere alkoholische Drinks wie Bier und Wein gibt es aber auch im Supermarkt oder an der Tankstelle. In der Öffentlichkeit darf kein Alkohol getrunken werden. Wer welchen dabei hat, muss ihn in einer braunen Tüte verstecken. Und generell gilt: Erst ab 21 Jahren ist es erlaubt, Alkohol zu trinken.

Sie sehen: Es ist zwar nicht ganz einfach mit dem Alkoholkonsum in den USA, doch wenn dann erstmal alle Regeln geklärt und erkundet sind, gibt es einige tolle Getränke zu entdecken. Es natürlich auch einige nationale Wein- und Bier-Sorten, doch besonders beliebt ist eher der amerikanische Whiskey. Der wurde einst von europäischen Einwanderern nach Amerika gebracht und dort verdrängte er die zuvor in den Kolonien beliebten Spirituosen Gin und Rum von Platz 1 der beliebtesten Getränke. Nachdem das in den Staaten rund 13 Jahre währende komplette Verbot von Herstellung, Einfuhr, Transport und Konsum von Alkohol 1933 wieder abgeschafft wurde, verlagerte sich die Whiskey-Produktion vor allem in die Südstaaten.

Übrigens: In den USA besteht eine ausgeprägte Kultur der Cocktails: Sie werden nicht nur auf speziellen Partys serviert, sondern auch gern während der sogenannten "Cocktail Hour". Zu festlichen Abendessen gibt es sie vorab als Aperitif oder sogar während des Essens selbst. Besonders beliebt sind etwa der Long Island Iced Tea, der Cosmopolitan und die Bloody Mary.

Amerikanische Küche: Mehr als nur Fast-Food

Zugegeben: Fast-Food spielt in den USA natürlich eine maßgebliche Rolle. Es gibt im Vergleich zu Deutschland weit mehr große Ketten, die die verschiedensten Küchen der Welt anbieten. Das Angebot wird fleißig genutzt, zumal das Essen in solchen Schnellrestaurants meist günstig ist und ohnehin viele Amerikaner dazu tendieren, auswärts zu essen.

Nichtsdestotrotz gibt es auch viele regionale Spezialitäten in diesem riesigen Land und in vielen Haushalten wird auch gern noch selbst gekocht – und zwar nicht ausschließlich am Barbecue-Smoker.

Viele amerikanische Spezialitäten und die dazugehörigen Rezepte finden Sie auch in unserer Bildergalerie. Einfach durchstöbern und Neues entdecken!

Viele weitere Rezepte für verschiedene Burger und Sandwiches gibt es übrigens auf unseren Themenseiten. Wenn Sie sich generell für Küchen und Essensgewohnheiten anderer Länder interessieren, dann erfahren Sie hier mehr über russische Rezepte, die mexikanische Küche, die Leckereien aus Österreich und die "Cucina Italiana" – die Kochkust aus Italien..

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