09.11.2018

Cocina Mexicana Die mexikanische Küche: Genuss für alle Sinne

Die mexikanische Küche ist einfach etwas Besonderes. Wir verraten Ihnen allerlei Wissenswertes in unserem Ratgeber.

Foto: iStock/GMVozd

Die mexikanische Küche ist einfach etwas Besonderes. Wir verraten Ihnen allerlei Wissenswertes in unserem Ratgeber.

Guacamole, Tortillas und Co – in Mexiko gibt es allerlei Gaumenfreuden zu entdecken. Bei uns erfahren Sie, wie die mexikanische Küche entstanden ist und was sie auszeichnet, welche Bräuche gepflegt werden sowie mehr über beliebte Zutaten und Gerichte.

Die mexikanische Küche ist hierzulande schwer beliebt – weshalb man sich die Vielzahl entsprechender Restaurants in deutschen Städten und Ortschaften erklären kann. Tacos, Burritos, Guacamole – wer kann und will da auch widerstehen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die mexikanische Küche mit all ihren kulinarischen Besonderheiten vor.

Mexikanische Küche: Das Produkt verschiedenster Einflüsse

Unterschiedliche Kulturen haben die Küche Mexikos maßgeblich geprägt und sie letztlich zu etwas ganz Besonderem gemacht. Der Ursprung liegt weitestgehend in der präkolumbischen Küche, die wiederum Einflüsse indianischer Hochkulturen, wie der der Azteken und der Maya, hatte. In der Folge der Kolonialisierung eroberten und besiedelten dann die Spanier das Land – und das ging natürlich auch nicht an den kulinarischen Gepflogenheiten der Mexikaner vorbei. Speisen auf Basis von Schmalz, Schweine- und Rindfleisch sowie Reis wurden durch die Spanier zunehmend beliebter und prägten das neue kulinarische Gefühl des Landes, bis heute.

Immigranten verschiedenster Kulturen hinterließen ebenfalls Ihren Fußabdruck in der Küche des Landes. So kultivierten die Deutschen etwa das Bier, während die Italiener ihre Liebe zu Pasta mitbrachten. Zu guter Letzt hatte auch Amerika, genauer gesagt Texas, großen Einfluss auf die mexikanische Küche. Tatsächlich bildete sich daraus sogar noch eine ganz eigene Besonderheit: die sogenannte Tex-Mex-Küche, eine Verschmelzung beider Küchen, wobei der Ursprung in den USA zu finden ist und deshalb nicht zur mexikanischen Küche zählt. Oft werden in mexikanischen Restaurants aber Tex-Mex-Klassiker wie etwa Chili Con Carne angeboten.

Wie stark der Einfluss anderer Länder ist, hängt übrigens auch ein wenig davon ab, wo in Mexiko man sich befindet. So erhält zum Beispiel die Küche im Norden des Landes mehr Einfluss durch die amerikanische Küche, während der Osten des Landes auch von karibischen Einflüssen geprägt ist.

Typische Merkmale der mexikanischen Küche:

  • Die Gerichte sind würzig, exotisch und abwechslungsreich
  • Die mexikanische Küche setzt auf landestypische Zutaten

Mexikanische Küche: Die bekanntesten Zutaten und Lebensmittel

Mexiko ist der Ursprung einiger Pflanzen, die auf der ganzen Welt bekannt sind. Vanille und Kakao stammen aus dem Land in Mittelamerika, ebenso wie die beliebte Avocado, Mais, Chili und sogar die Tomate, die man heute fälschlicherweise für ein mediterranes Gewächs hält. Man geht davon aus, dass Christopher Kolumbus das leuchtend rote Nachtschattengewächs nach Europa brachte, kurz nachdem er im 15. Jahrhundert Amerika entdeckt hatte.

Tortillas sind übrigens eine Art Grundnahrungsmittel der mexikanischen Küche und auch sonst überall auf der Welt beliebt – ebenso wie Tequila, die wohl bekannteste Spirituose des Landes.

Die Esskultur der Mexikaner

Für die Mexikaner ist die Küche ein wichtiger Teil ihrer Kultur. Die Menschen lieben und schätzen ihre Gerichts-Klassiker und die Besonderheiten, weshalb sie auch stolz sind auf ihre Küche, die einen unverkennbaren Teil ihrer kulturellen Identität ausmacht.

In Sachen Frühstück wird bei den Mexikanern eher tiefgestapelt, da orientiert man sich klar an der Küche der spanischen Eroberer. Die erste Mahlzeit des Tages besteht meist aus einem Kaffee sowie einem Brötchen, nach Belieben auch einem süßen Gebäck. Wer unterwegs frühstückt, bekommt von Straßenhändlern Tamales angeboten. Dabei handelt es sich um Maisteig, der mit Käse und/oder Fleisch belegt ist und in einem Bananen- oder Maisblatt serviert wird. Ein zweites, spätes Frühstück gibt es auch, wenn auch meist eher am Sonntag. Es nennt sich “almuerzo”, wobei zum Beispiel getrocknete Tortilla-Streifen mit Chilisoße oder einer Eierspeise serviert wird.

Das Mittagessen nimmt einen besonderen Stellenwert ein und ist die Hauptmahlzeit der Mexikaner, worin sie sich deutlich von den Spaniern unterscheiden, die größten Wert auf das Abendessen legen. Während das Mittagessen in Deutschland recht früh verzehrt wird, essen die Mexikaner meist erst gegen 14 oder 15 Uhr. Das Menü kann bis zu vier Gänge umfassen, beginnend zum Beispiel mit einer Suppe oder Tacos, gefolgt von einem Nudel- oder Reisgericht, einem Fleischgericht und gekrönt von einem Dessert.

Am Abend beschränken sich die Mexikaner auf einen kleineren Imbiss, etwa ein süßes Brötchen, Tacos oder Antojito. In seltenen Fällen, etwa zu besonderen Anlässen, wird auch mal Abends reichhaltig gegessen, oft dann auch auswärts in einem Restaurant.

Übrigens: Diese Esskultur wird eher vom Mittelstand aufwärts befolgt. Arme Bevölkerungsschichten beschränken sich auf zwei Mahlzeiten – Frühstück und Abendessen. Zwischendurch gibt es nur einen Snack.

Klassisch, mexikanische Vorspeisen – simpel und lecker

Was wäre ein formvollendetes Menü ohne eine ansprechende Vorspeise? Das sehen auch die Mexikaner so, weshalb in Sachen Vorspeisen Unterschiedlichstes geboten wird. Dabei sind die Leckereien meist simpel gehalten, was dem Genuss keinen Abbruch tut.

Die beliebtesten Vorspeisen Mexikos:

  • Tacos mit Dip – sehr viel einfacher geht es eigentlich nicht. Die Tacos gibt es bereits fertig zu kaufen und dazu serviert wird zum Beispiel ein feuriger Salsa-Dip, selbst gemachte Käsesoße oder der Klassiker schlechthin: Guacamole, eine leckere Avocado-Creme
  • Maiskolben – Mais stammt ursprünglich aus Mexiko, weshalb es hier gern in verschiedenen Formen auf dem Teller landet. Eine besonders beliebte Vorspeise ist gegrillter Maiskolben mit Butter.
  • Azteken-Suppe – auch Sopa Azteca genannt. Hier vereinen sich Chili, Tomaten, Avocados und weitere leckere Zutaten zu einem würzigen Geschmackserlebnis.

Hauptgerichte: Tortilla, Tortilla, Tortilla – wohin man auch blickt

Zwar gibt es unter den Hauptspeisen durchaus den einen oder anderen Eintopf sowie diverse Eierspeisen, doch am bekanntesten sind zweifelsohne Kompositionen mit Tortillas. Ohne Tortilla geht in der mexikanischen Küche einfach gar nichts – und mit jeder Zubereitungsart geht auch ein anderer Name einher. Haben Sie sich auch schon immer gefragt, was eigentlich der Unterschied zwischen Taco, Tortilla, Burrito und Fajita ist? Wir klären auf:

  • Burrito: Burritos werden aus weichen Weizen-Tortillas hergestellt. Es gibt sie mit verschiedenen Füllungen, etwa Hackfleisch, Bohnen, Tomaten, Reis, Avocado und Käse. Einige wählen auch Salat als Füllung. Als Soßen werden Guacamole, Sour Cream und Salsa serviert. Nach dem Befüllen werden die zuvor gedämpften Tortillas gerollt und so serviert. Werden die Burritos zudem noch frittiert, nennt sich das Ganze übrigens Chimichanga.
  • Fajita: Auch bei Fajitas handelt es sich um Weizentortillas. Wer im mexikanischen Restaurant Fajita bestellt, bekommt alle Zutaten einzeln serviert. Die Tortillas liegen einzeln, während gegrilltes Fleisch und Gemüse in einer Pfanne serviert wird. Auch Zutaten wie Salat, Tomaten, Käse und typische Soßen werden separat gereicht. So kann man sich die Tortilla ganz nach Belieben befüllen und anschließend falten oder einrollen. Übrigens: Obwohl man auch in Mexiko Fajitas bekommt, sind diese eigentlich ein Produkt der Tex-Mex-Küche.
  • Quesadillas: Eine weitere Variante für Weizentortillas. Diese werden weder gefaltet, noch gerollt. Der Name verrät bereits: Queso bedeutet auf Deutsch “Käse” und so sind Quesadillas schlichte Käse-Tortillas. Für die Zubereitung werden die Tortillas in einer trockenen Pfanne erwärmt und dann mit Käse bestreut. Sobald dieser geschmolzen ist, wird eine zweite Tortilla darauf gelegt und das Ganze gewendet.. Anschließend wird dieser Tortilla-Doppeldecker aus der Pfanne genommen und wie Pizza in Dreiecke geschnitten. Das ist aber nur die simpelste Form des Gerichts, denn zum Käse kommen oft weitere Zutaten, wie etwa Hackfleisch und Gemüse.
  • Enchilada: Anders als Fajitas und Burritos werden Enchiladas aus Maismehl hergestellt. Diese werden dann mit Zutaten wie Fleisch, Gemüse und Chili gefüllt und eingerollt. Das Ganze wird dann in eine Auflaufform gelegt, mit Salsa begossen und mit Käse bestreut. Dann werden die Enchiladas überbacken. Als Beilage kommen zum Beispiel Salat oder Reis sowie Sour Cream als Soße.
  • Tacos: Hier kann man leicht in die Irre geführt werden, denn es gibt zwei unterschiedliche Auffassungen von Tacos. In der Tex-Mex-Küche sind Tacos die harten Tortillas aus Maismehl, die wie eine Schale geformt sind und deshalb auch Tacoshells genannt werden. In Mexiko hingegen sind Tacos weiche Tortillas, die sich einrollen lassen.

Sie wollen ein wenig im Portfolio mexikanischer Rezepte stöbern? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Bildergalerie:

Etwas Süßes zum Schluss: Leckere, mexikanische Desserts

Ohne Süßspeisen geht es auch bei den Mexikanern nicht. Besonders bekannt sind da zum Beispiel die Eis- und Sorbet-Kreationen, die es in verschiedensten Ausführungen gibt. Was zum Nachtisch ebenfalls nicht fehlen darf, sind mal wieder Allzweckmittel Tortillas, dann allerdings mit süßer Füllung aus Karamell und/oder Banane.

Die beliebtesten mexikanischen Desserts:

  • Arroz con leche – die mexikanische Variante von Milchreis. Für das landestypische Aroma sorgen Rosinen, die zuvor in Orangen- und Limettensaft eingelegt wurden.
  • Flan – ein cremiger Karamell-Pudding.

Gehört einfach dazu: Mexikanische Getränke

Traditionell mexikanische Getränke gibt es wie Sand am Meer. Die süße Milch aus Reis und Mandeln wird "Horchata" genannt und ist überaus beliebt. Besonders häufig sind es aber alkoholische Getränke, die weltweit bekannt sind, man denke nur an Tequila, Pulque und Mezcal – Spirituosen, die alle aus dem Saft der Agave gebrannt werden.

Vor allem Tequila ist weltweit beliebt und es gibt auch eine Vielzahl toller Cocktails mit der Spirituose. Man denke nur an eine Margarita – eine fruchtige Komposition aus Tequila, Limettensaft und Orangenlikör. Übrigens: Margarita gibt es auch als Eis am Stiel.

Mexikanische Küche: Lecker & gehaltvoll!

Hülsenfrüchte, Hackfleisch , Käse und Sour Cream – die mexikanische Küche arbeitet einfach mit unschlagbar köstlichen Zutaten. Allerdings sind viele davon auch äußerst gehaltvoll, was in Mexiko selbst auch für eine recht hohe Rate an Übergewichtigen sorgt. Für Figurbewusste hierzulande sicherlich ein Grund, nicht eben täglich und mit Bedacht während der Diät einen Ausflug zum Mexikaner zu unternehmen.

Aber mal ehrlich? Ab und an muss man sich auch einfach etwas gönnen – und die mexikanische Küche hat eine ganze Reihe an Gaumenfreuden zu bieten. Wer will da schon Kalorien zählen?

Sie interessieren sich generell für internationale Küche? Dann erfahren Sie hier mehr über russische Rezepte und die "Cucina Italiana" – die Kochkust aus Italien.

Seite

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen