07.12.2018 - 16:41

Tapas, Tortilla & Co Entdecken Sie die Vielfalt der spanischen Küche

Geht einfach immer: Ein Tapas-Abend bringt jede Menge Abwechslung, nämlich die Genüsse der spanischen Küche, auf den Tisch.

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Geht einfach immer: Ein Tapas-Abend bringt jede Menge Abwechslung, nämlich die Genüsse der spanischen Küche, auf den Tisch.

Gehen Sie auf kulinarische Weltreise und erkunden dieses Mal die Vielfalt der spanischen Küche. Üppige Mahlzeiten stehen dort ebenso auf dem Programm wie kleine Leckerbissen und süße Sünden.

Spanien ist eines der liebsten Urlaubsländer der Deutschen. Kaum verwunderlich: Das Land bietet atemberaubende Strände, glasklares Meerwasser, eine beeindruckende Flora – und kulinarische Spezialitäten ohne Ende. Da kommt allein beim Essen Urlaubs-Feeling auf! Wir verraten Ihnen alles, was es über die spanische Küche zu wissen gibt.

Spanische Küche: Das Produkt verschiedenster Einflüsse

Spanien blickt auf eine lange, aufregende Geschichte zurück – und das schlägt sich auch auf die Vielfalt der spanischen Küche nieder. Großen Einfluss, auch aufs Essen, hatten zum Beispiel die aus Nordafrika stammenden Mauren. Als der Spanier Christoph Kolumbus auf einer seiner Schiffsreisen auf Amerika stieß, brachte er von dort auch Produkte mit in seine Heimat, die bis dato in Europa nicht bekannt waren – etwa Tomaten, Paprika, Kartoffeln und Kakaobohnen. Allesamt Zutaten, die ab dem 16. Jahrhundert eine wesentliche Rolle in der spanischen Küche einnahmen.

Insgesamt ist es kaum möglich, von DER spanischen Küche schlechthin zu sprechen. Wie in anderen Ländern auch zeigen sich in Spanien bestimmte Spezialitäten in bestimmten Regionen – und die wiederum sind abhängig von klimatischen und landwirtschaftlichen Bedingungen. Zum Beispiel wird in Küstenregionen besonders viel Fisch gegessen, während im Landesinneren oft Fleisch auf dem Teller landet, und so fort.

Typische Merkmale der spanischen Küche:

  • Gerade in Küstenregionen vielfältige Fisch- und Meeresfrüchte-Spezialitäten
  • Viele Gerichte mit Fleisch
  • Fast ausschließliche Verwendung von Olivenöl zum Braten und Anmachen
  • Sparsame Verwendung von Gewürzen und Kräutern – abgesehen vom omnipräsenten Knoblauch
  • Selten Soßen zu Gerichten
  • Zutaten in der Speise bleiben meist im erkennbaren Zustand (kein Einkochen etc.)

Spanische Küche: Die bekanntesten Zutaten und Lebensmittel

Die spanische Küche hat einige Spezialitäten zu bieten, vor allem in Sachen Wurst und Käse. Besonders beliebt ist etwa Chorizo – eine Wurst aus Schweinefleisch – sowie Serranoschinken und iberischer Schinken. Manchego ist eine der bekanntesten Käsesorten des Landes, ein Hartkäse aus Schafsmilch.

In Sachen Getränke kennt man vor allem Rioja (Rotwein) und Sherry weit über die Landesgrenzen hinaus.

Die Esskultur der Spanier

Frühstück, Mittag- und Abendessen – drei Mahlzeiten, die die Spanier ebenso wie die Deutschen zu sich nehmen. Doch beim WAS und WANN unterscheiden sie sich deutlich.

Am Morgen üben sich die Spanier eher in Zurückhaltung. Zum Frühstück (auch desayuno genannt) gibt es meist nur einen Kaffee mit einem kleinem Gebäckstück oder ein paar Keksen. In Andalusien mögen es viele lieber würzig statt süß, weshalb dort oft Toastbrot mit einigen Spritzern Olivenöl auf dem Teller landet. An Festtagen oder im Urlaub wird allerdings auch in Spanien mal größer zum Frühstück aufgefahren – da gibt's dann schon mal süße, frittierte Churros und eine gehaltvolle Tasse heiße Schokolade.

Mittag- (spanisch: comida) und Abendessen (spanisch: cena) beinhalten vor allem warme Speisen – wobei deutlich später gegessen wird als in Deutschland. Mittagessen wird erst zwischen 13:30 und 15:30 Uhr aufgetischt, das Abendessen sogar erst zwischen 21 und 22:30 Uhr. Die Abweichungen lassen sich unter anderem durch das in Spanien wärmere Klima erklären.

Sowohl Mittag- als auch Abendessen bestehen klassischerweise aus zwei Gängen, gefolgt von einem Dessert. Zuvor gibt es meist diverse Tapas als Aperitif, um den Appetit anzuregen. Der erste Gang (auch Vorspeise bzw. primer plato) besteht meist aus Gemüse, Suppen, Eintöpfen oder Salat, im zweiten Gang (segundo plato) geht es schon etwas deftiger zu. Meist werden Fisch- oder Fleischgerichte serviert.

Übrigens: Essen ist für die Spanier kein bloßes Mittel zum Zweck, es geht nicht um die Sättigung selbst. Essen als solches wird zelebriert und erstreckt sich oft über mehrere Stunden.

Klassisch, spanische Vorspeisen – simpel und lecker

Spanier sind große Eintopf-Fans – und deshalb landen eben diese auch oft in Form einer Vorspeise auf dem Teller. Besonders beliebt sind Varianten mit Hülsenfrüchten, etwa Kichererbsen oder Linsen, aber auch Eintöpfe mit verschiedenen Fischsorten werden gern gegessen.

Suppen werden ebenfalls häufig als Vorspeise angeboten. Besonders beliebt ist Gazpacho – eine kalte Gemüsesuppe, die vor allem an heißen Tagen für leckere, würzige Abkühlung sorgt. Oftmals wird auch eine kleine Auswahl an Tapas als Vorspeise serviert – und Tapas wiederum sind in der spanischen Küche eine Sache für sich.

Tapas: Der Inbegriff spanischer Leckereien

Schwer zu sagen, was genau Tapas in der spanischen Küche darstellen. Ursprünglich handelte es sich um kleine Appetithäppchen, die zum Wein gereicht und in speziellen Tapas-Bars oder Bodegas vor allem im Stehen verzehrt wurden. Dementsprechend handelt es sich meist um mundgerechte Spezialitäten – eine Art spanisches Fingerfood.

Einst vor allem ein kleiner Snack, werden Tapas nun, wie bereits erwähnt, oft als Vorspeise serviert. Ja, sie können mittlerweile sogar eine ganze Mahlzeit ausmachen und zum abendfüllenden Programm werden. Auch hierzulande erfreuen sich Tapas einer steigenden Beliebtheit. Kein Wunder: viele, verschiedene Leckereien, statt sich an nur einem Gericht sattzuessen, klingt schließlich verlockend. So kann man ausprobieren und entdecken.

Die beliebtesten Tapas-Rezepte:

  • Albóndigas: Spanische Hackbällchen, meist in Tomatensoße serviert
  • Datteln im Speckmantel
  • Empanadas: Leckere Teigtaschen aus Maismehl, die mit verschiedenen Füllungen versehen werden – etwa Fisch, Käse oder auch gekochte Eier.
  • Gambas al ajillo: In Olivenöl angebratene Garnelen mit Chili
  • Patatas bravas: frittierte Kartoffeln mit spezieller Soße
  • Pimientos de Padrón: In Olivenöl gebratene Paprikaschoten mit grobgekörntem Salz
  • Tortilla: Ein spanisches Omelett mit Kartoffeln

Ganz klassisch sind auch Wurst- und Käsespezialitäten, Brot, Oliven sowie die beliebte Knoblauchcreme Aioli, die bei keinem echten Tapas-Abend fehlen darf.

Tipp: Wenn auch Sie in nächster Zeit Gäste geladen haben, dann schlagen Sie doch mal einen Tapas-Abend als Motto vor. Sie können einige Leckereien selbst zubereiten, aber auch Ihre Gäste darum bitten, welche mitzubringen. So wird der Abend sicher ein Hit! Noch mehr Partyrezepte für 10 Personen lesen Sie hier.

Ebenfalls ein Hit: Spanische Hauptgerichte

Wer sich nicht an Vorspeisen und/oder Tapas satt gegessen hat und eine üppige Hauptspeise zu schätzen weiß, wird natürlich ebenfalls fündig. Hier drei der bekanntesten Gerichte:

  • Paella: Das wohl bekannteste aller spanischen Hauptgerichte ist die Paella. Diese Reispfanne wird in Spanien je nach Region anders zubereitet. In Küstengebieten wird Paella mit Fisch- und/oder Meeresfrüchten zubereitet, im Inneren des Landes eher mit Fleisch. Auch Misch-Varianten sind mancherorts beliebt. Grundlage ist aber immer der Reis (“arroz bomba” – eine spezielle Sorte aus der Gegend von Valencia), der mit Safran gelb gefärbt wird.
  • Conejo al Romero: Ein Leckerbissen für Wild-Fans. Bei diesem Gericht handelt es sich um mit Rosmarin gewürztes Kaninchen, das in einer Soße aus Brühe und Wein gegart und anschließend mit Karamell und Heidelbeeren verfeinert wird.
  • Pulpo a la Gallega: Ein würziges Tintenfisch-Gericht aus Galicien. Die gekochte Krake wird zerkleinert und zusammen mit Paprika, Meersalz und Olivenöl serviert.

Ein bisschen "süß" muss sein – auch in Spanien

Bei so vielen herzhaften Speisen kommt in Spanien natürlich auch das Süße nicht zu kurz. Und so viel sei verraten: Wenn schon, dann aber gleich so richtig süß! Und ein tolles Dessert rundet auch in Spanien jedes gute Menü ab.

Die beliebtesten mexikanischen Desserts:

  • Churros: Hierbei handelt es sich um ibirisches Fettgebäck, das geschmacklich an Krapfen bzw. Berliner erinnert. Das Gebäck wird in verschiedenen Varianten angeboten und ist auch in Lateinamerika sehr beliebt. In Spanien landen Churros als Dessert, noch öfter aber als Snack zwischendurch auf dem Teller – bzw. auf der Hand, da Churros meist auf der Straße an Ständen verkauft werden.
  • Crema Catalana: Hierbei handelt es sich quasi um die spanische Variante der in Frankreich beliebten Crème Brulée. Der Unterschied besteht darin, dass das spanische Dessert nicht mit Sahne, sondern mit Milch zubereitet wird. Die Obere Schicht des Nachtischs wird mit einem Brenner karamellisiert.
  • Flan: Als Flan bezeichnet man eine im Wasserbad gestockte Masse aus Eiern, Milch und Zucker, auf die am Ende karamellisierter Zucker gegossen wird. Einfach köstlich.

Ist Ihnen beim Lesen auch das Wasser im Munde zusammengelaufen? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Bildergalerie. Dort finden Sie unsere besten Rezepte direkt aus Spanien:

Spanische Getränke: Erfrischung für jeden Geschmack

Zu einem ordentlichen Essen gehört auch ein passendes Getränk. Spanier trinken gerne Bier, aber noch häufiger steht bei einer Mahlzeit Wein auf dem Tisch.

Spanien ist tatsächlich berühmt für seine Wein-Sorten, ewa Rioja und Cava. Besonders bekannt ist auch Sherry, der sich übrigens nur so nennen darf, wenn er aus einer bestimmten kleinen Region in Andalusien kommt. Auch Mischgetränke mit Wein werden in Spanien gern zubereitet, zum Beispiel der spritzige Tinto de verano (Rotwein mit Zitronenlimonade), Calimocho (Wein mit Cola) oder die weltweit bekannte Sangria.

Keine Lust auf Alkohol? In der Gegend rund um Valencia sollten Sie ein Getränk namens Horchata de Chufa ausprobieren. Dabei handelt es sich um eine Erdmandelmilch, die mit Zucker, etwas Salz, Wasser und Eiswürfeln zu einer echten Erfrischung wird.

Gerichte der spanischen Küche: Urlaubsgefühle – egal, wo man ist

Egal, welches Gericht, welchen Drink oder welche Tapas sie sich einverleiben: Der Genuss spanischer Spezialitäten versetzt Sie sofort in Urlaubsstimmung! Einfach perfekt, wenn das Fernweh einen plagt, die nächste Reise aber noch lange hin ist. Und dank der vielen, zum Teil auch simplen Rezepte muss keiner erst in ein spezielles Restaurant oder in eine Tapas-Bar gehen, um in den Genuss der spanischen Küche zu kommen. Selbst machen lautet hier die Devise! Am besten mit der Familie oder mit Freunden an den Herd stellen und ausprobieren – vielleicht bei einem Glas eisgekühlter Sangria?

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Sie interessieren sich generell für die Küchen anderer Länder? Dann erfahren Sie hier mehr über russische Rezepte, die mexikanische Küche, die deftige österreichische Küche und die "Cucina Italiana" – die Kochkust aus Italien..

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