07.09.2018 - 15:06

Feurig! Die schärfste Chili der Welt & andere feurige Fakten

Chilis

Chilis

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Chili-Sorten gibt es wie Sand am Meer. Lesen Sie hier, welche Sorte die schärfste ist und was Sie sonst noch über das Paprikagewächs wissen sollten.

Manche mögen es scharf – sehr scharf! Und es gibt ein Nahrungsmittel, das besonders für seine Schärfe bekannt ist: Chili. Laut Experten gibt es weltweit zwischen 3.000 und 4.000 verschiedene Sorten, die sich wiederum auf 35 verschiedene Arten aufteilt. Sie alle unterscheiden sich in der Herkunft, im Geschmack und vor allem auch in ihrem Schärfegrad. Erfahren Sie bei uns, welche Chili die schärfste auf der Welt ist – und was es sonst noch Spannendes zu wissen gibt.

Die schärfste Chili der Welt

Egal, wie scharf Sie Ihr Essen mögen – diese Chili ist praktisch nicht essbar. Die Rede ist von Smokin’ Ed’s Carolina Reaper® – auch einfach Carolina Reaper (zu Deutsch: Sensenmann aus Carolina) genannt. Diese Chili-Sorte hat es als schärfste ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Sie bringt es auf der Scoville-Skala auf einen Schärfewert von bis zu 2 Millionen. Somit ist die Schote rund 600 Mal schärfer als Tabasco. Angeblich hat sie ein leichtes Zimt- und Schokoladen-Aroma – was man angesichts der Schärfe und den damit verbundenen brennenden Schmerzen wohl kaum noch herausschmecken dürfte.

Ein 34-jähriger Amerikaner versuchte sich im Rahmen eines Wettbewerbs an der Carolina Reaper – und landete in der Notaufnahme. Obendrein leidet er seitdem an sogenannten Donnerschlag-Kopfschmerzen, deren Schübe einige Sekunden dauern, was wiederum über mehrere Tage hinweg immer wieder vorkommt. Amerikanische Ärzte gaben deshalb sogar eine Chili-Warnung aus.

Die Top 10 der schärfsten Chili-Sorten der Welt sehen Sie übrigens oben im Video.

Was ist eigentlich die Scoville-Skala?

Apropos Wettbewerbe: Immer öfter versuchen sich mutige Esser mit Hang zu feuriger Nahrung in Wettkämpfen daran, sich auf der Schärfeskala immer weiter nach oben zu futtern. Ob nun beim Verzehr von Currywurst (mit verschieden scharfen Soßen) oder einem Burger mit einer mit bestimmten Chili-Soße – Ziel der Teilnehmer ist es, den höchsten Schärfegrad zu verputzen.

Doch was bedeutet eigentlich "Schärfegrad"?

Wie scharf ein Paprikaerzeugnis ist, kann gemessen werden und wird anhand der sogenannten Scoville-Skala klassifiziert. Der namensgebende, amerikanische Pharmakologe Wilbur L. Scoville entwickelte die Skala bereits im Jahr 1912 – damals noch auf der Grundlage subjektiver Empfindung. Heute kommen genaue Messtechniken zum Einsatz. Untersucht werden die getrockneten Paprikaerzeugnisse – genauer gesagt, wie groß der Anteil des Stoffes Capsaicin ist. Dieser ist es nämlich, der beim Genuss von Paprika, Chili und Co für Reizungen der Schleimhäute im Mund sorgt, was das Gefühl der Schärfe erzeugt. Wie viel Capsaicin in der Frucht enthalten ist, hängt von Faktoren wie Anbaugegend, Boden und auch Witterung ab.

Die Werte der Scoville-Skala erstrecken sich von 0 bis sage und schreibe über 16.000.000. Heißt: Je niedriger auf der Scoville-Skala der Wert einer Chili, desto milder ist sie. Je höher der Wert, desto schärfer.

Was an der Chili ist eigentlich scharf?

Sind es die Kerne, das Fruchtfleisch oder doch eher der Saft, der die Chili so scharf macht und so auch für die schärfste Chili der Welt verantwortlich ist? Wer auf der Suche nach der richtigen Antwort auf diese Frage ist, wird vermutlich bereits die verschiedensten Weisheiten von wohlmeinenden Mitmenschen gehört haben. Doch was stimmt nun am Ende wirklich?

Wie bereits erwähnt, ist es das Capsaicin, das bei der Chili für Schärfe sorgt. Aber wo genau sitzt dieser heimtückische Stoff überhaupt? So viel gleich zu Beginn: Entgegen der weitverbreiteten Annahme steckt die Schärfe nicht in den Kernen. In diesen ist interessanterweise gar kein Capsaicin enthalten. Das Fruchtfleisch hingegen ist zwar scharf, aber nicht der schärfste Teil der ganzen Frucht – das ist nämlich die sogenannte Plazenta. Das ist jener Teil im Inneren der Chili, an dem die Kerne hängen und der gerne beim Entkernen der Frucht mit entfernt wird. Und da wundern sich die Hobby-Köche noch, weshalb das selbst gemachte Chili con carne nicht scharf wird...

Essen zu scharf? Das hilft!

Es kann natürlich auch anders herum laufen. Man schmeckt ein Gericht ab und stellt fest, dass nicht nur ein bisschen, sondern viel zu feurig ist. Schon beim Probieren brennt der ganze Mundinnenraum – und das hat auch einen guten Grund. Wie bereits erwähnt, reizt das Capsaicin die Mundschleimhäute. Genauer gesagt jene Nervenzellen, die auch aktiviert werden, wenn man etwas zu Heißes gegessen hat.

Und was tun die meisten, um diesen brennenden Schmerz abzumildern? Sie spülen in Windeseile gefühlt eine ganze Karaffe an Wasser die Kehle hinunter – ein hoffnungsloses Unterfangen. Wasser ist im Kampf gegen Chili-Schärfe eine wahrlich ungeeignete Waffe. Das liegt daran, dass das Schärfe erzeugende Capsaicin nicht wasserlöslich ist. Dafür ist es aber fettlöslich! Wenn Sie sich also mal an zu scharfem Essen verbrannt haben, sollten Sie etwas Fettiges zu sich nehmen. Auch Zucker und Stärke können in diesem Fall neutralisierend wirken. Wählen Sie also statt Wasser Milch oder eine Scheibe Toastbrot.

Nachdem dann die ersten Schäden am eigenen Körper behoben sind, gilt es nur noch, die Schärfe des ganzen Gerichts zu neutralisieren. Dafür gibt es ebenfalls den einen oder anderen Trick. Werfen Sie zum Beispiel ein paar Kartoffelstücke mit in den Topf. Die Stärke mildert die Schärfe ab. Wenn Kartoffeln nicht zum Gericht passen, können Sie diese vor dem Servieren natürlich wieder aus dem Topf fischen. Bei asiatischen Gerichten kann Kokosmilch Abhilfe schaffen – bei anderen Speisen hilft Joghurt, Milch, Sahne oder ein wenig Butterschmalz (die absolute Geheimwaffe im Kampf gegen Schärfe).

Chili zubereiten – ganz ohne Tränen

Jeder, der schon mal frische Chili zu einem Gericht hinzugegeben hat, dürfte es kennen: Längst schon ist man zum nächsten Arbeitsschritt übergegangen und vergisst voll und ganz, dass man zuvor noch Chili geschnitten hat – und davon diverse Reste (und wenn auch nur in Form unsichtbaren Fruchtsafts!) an den Fingern kleben hat. Gedankenverloren greift man sich an die Augen oder die Nase und schon hat man den Salat: Die berührte Stelle beginnt wie Feuer zu brennen, die Tränen laufen in Strömen und der Schmerz scheint kaum auszuhalten zu sein.

Viele Betroffene laufen in eben jenen Momenten zu körperlichen Höchstleistungen auf und stellen neue Rekorde beim Sprint in Richtung nächstes Waschbecken auf. Erstrebtes Ziel: das schmerzende Auge oder die Nase mit Wasser auszuwaschen. Kaltes Wasser sorgt zwar für Kühlung, mildert aber die Schärfe nicht. Wie bereits erwähnt, liegt es daran, dass Capsaicin nicht wasserlöslich ist. Versuchen Sie stattdessen lieber, ein paar Tropfen Milch ins Auge zu geben. Das Milcheiweiß Casein löst das Capsaicin und spült die Rezeptoren aus den Augen – oder von einer anderen betroffenen Stelle. Aber danach bitte am besten nochmal mit Augentropfen nachspülen!

Am besten ist es natürlich, dem Dilemma schon im Vorfeld keine Chance zu lassen. Waschen Sie Ihre Hände unmittelbar nach der Zubereitung gründlich mit Wasser und Seife (!) – oder gehen Sie gleich ganz auf Nummer sicher und tragen Einmalhandschuhe bei der Zubereitung von Chili. Alternativ genügt es auch, mit einem Stück Frischhaltefolie eine Barriere zwischen Haut und Chili zu schaffen. Achten Sie außerdem auf spritzenden Fruchtsaft!

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Nun wissen Sie, welche Sorte die schärfste Chili der Welt ist und was es im Umgang mit den feurigen Schoten sonst noch zu wissen gibt, damit man sich nicht im wahrsten Sinne des Wortes die Pfoten (und Zunge, Augen und Nase...) verbrennt. Wenn die Chili auch für Schmerzen sorgen kann: Feurige Gerichte sind für viele ein Gaumenschmaus und haben auch sonst allerlei Vorteile in petto, denn Chilis sind zwar scharf, aber auch gesund. Tatsächlich kann der Verzehr von Chili und anderen Schlank-Gewürzen den Bauch flach machen und generell beim Abnehmen helfen. Während der kalten Jahreszeit wärmen Sie sich am besten mit scharfem Essen von innen.. Und wenn das noch nicht an Vorteilen ausreicht: Scharfe Lebensmittel haben eine aphrodisierende Wirkung! Also dann: Ran an die Schoten!

Weitere spannende Ratgeber und Rezepte rund um die Welt der Gewürze finden Sie auf unserer Themenseite!

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