22.08.2018

Professorin warnt: "Kokosöl ist das reine Gift"

Von

Kokosöl ist gesund? Das sieht eine Medizinerin ganz anders.

Foto: iStock/Lecic

Kokosöl ist gesund? Das sieht eine Medizinerin ganz anders.

Eigentlich wurde Kokosöl in den letzten Jahren als Wunderwaffe für Gesundheit und Schönheit gehypt. Eine Medizinerin wirft nun aber ein anderes Licht auf Kokosöl und andere Superfoods.

Kokosöl ist ja so gesund – da waren sich Konsumenten über lange Zeit ganz einig. Das Öl soll unter anderem für seidiges Haar sowie geschmeidige Haut sorgen, aufgetragen auf die Haut Cellulite bekämpfen, Insekten und Zecken vertreiben und auch aufgenommen durch die Nahrung wahre Wunder bewirken. Die enthaltene Laurinsäure soll etwa Bakterien und Viren unschädlich machen und durch die leichte Verdaulichkeit soll es sogar für jene geeignet sein, die gerne abnehmen wollen.

Klingt nach einem echten Superfood – und diesen Ruf hatte es auch lange inne. Bis nun ein Video im Internet aufgetaucht ist, das binnen kurzer Zeit bereits über 900.000 Aufrufe verzeichnen konnte. Darin zu sehen: der Vortrag von Medizinerin Professorin Karin Michels, ihres Zeichens Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am Universitätsklinikum Freiurg. Sie nahm Superfoods unter die Lupe und darunter auch Kokosöl. Und gerade zu Letzterem ist das Urteil vernichtend: "Kokosöl ist eines der schlimmsten Nahrungsmittel, die Sie überhaupt zu sich nehmen können."

Kokosöl gesund? Nein: schädlicher als Schweineschmalz

Laut Michels gäbe es nicht eine Studie am Menschen, die die positiven Wirkungen des Kokosöls bestätigt, die ihm immer wieder zugeschrieben werden. Tatsächlich sei Kokosöl noch schädlicher für den Körper als Schweineschmalz – ein Produkt, von dem unumstritten sein dürfte, dass es alles andere als gut für die Gesundheit ist.

Prof. Michels, die übrigens bereits an der Harvard Medical School in den USA lehrte, erklärte sogleich auch den Grund für diese These: Kokosöl enthält mehr gesättigte Fettsäuren, als das tierische Produkt. Tatsächlich besteht Kokosöl zu rund 92 Prozent aus gesättigten Fettsäuren – und diese verstopfen die Gefäße und erhöhen somit maßgeblich das Risiko eines Herzinfarkts. "Kokosöl ist reines Gift", so die Medizinerin.

Diese Meinung teilt Prof. Michels übrigens auch mit der amerikanischen Herzgesellschaft, die vor einigen Wochen in einem Statement ebenfalls darauf hinwies, vom Verzehr des Kokosöls abzusehen. Die zuständigen deutschen Gesellschaften hingegen haben sich noch nicht zur Thematik geäußert.

Zum Glück gibt es Alternativen. Mehr Informationen rund um Öle finden Sie in unserem großen Öl-Lexikon.

Prof. Karin Michels Urteil: Kokosöl ist alles andere als gesund – und daneben stellt sie auch einige andere, als Superfoods gehypte Nahrungsmittel an den Pranger.

"Superfoods sind ihr Geld wert – auch ein Irrtum"

Chiasamen, Matcha-Tee, Goji- und Acaibeeren – um nur eine kleine Auswahl zu nennen: Superfoods haben sich in den letzten Jahren zu einem absoluten Trend entwickelt und gefühlt bei jedem, der etwas auf seine Gesundheit hält, landet das eine oder andere regelmäßig im Einkaufskorb. Michels bezieht sich in ihrem Vortrag explizit auf exotische Lebensmittel, die hierzulande nicht heimisch angesiedelt sind. Zwar spricht sie diesen Superfoods nicht bestimmte, wertvolle Wirkungsweisen ab, doch gibt sie zweierlei Einwände zu bedenken:

  1. Es handelt sich um Importe aus dem nicht europäischen Ausland. Viele dieser Früchte seien sehr empfindlich und die besagten, wertvollen Inhaltsstoffe könnten durch die oft langen Transportwege und Lagerung verloren gehen.
  2. In vielen anderen Ländern gelten andere Vorschriften als hierzulande – dadurch könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Superfoods nicht mit Pestiziden belastet seien.

Aus jenen zwei Gründen seien die Superfoods laut Michels ihr Geld nicht wert – und unnötig seien sie auch. Jene Menschen, die besonders gern und oft auf Superfoods zurückgreifen, seien zumeist Menschen, die sich sowieso gesund ernähren, so Michels. Und eben diese Menschen würden die durch die Superfoods aufgenommenen Spurenelemente und Vitamine ohnehin wieder ausscheiden.

Die Medizinerin empfiehlt stattdessen, auf heimisches Obst und Gemüse wie Möhren, Nüsse und Äpfel zurückzugreifen, die ebenfalls als "Superfoods" bezeichnet werden können.

Warum in die Ferne schweifen: Tatsächlich wachsen auch hierzulande Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe ebenso wertvoll sind, wie Gojibeere und Co. Hier stellen wir Ihnen fünf heimische Superfoods, die Sie kennen sollten. Besser für die Umwelt, den Geldbeutel und die hiesige Wirtschaft! Und was das vermeintlich gesunde Kokosöl angeht: Vielleicht doch vom übermäßigen Konsum absehen. Was genau Prof. Karin Michels über das Öl und Superfoods generell zu sagen hat, sehen Sie im kompletten Vortag im Video:

Karin Michels Vortrag

Beschreibung anzeigen

Weitere Ratgeber und Informationen rund um Superfoods gibt's auf unserer Themenseite.

Seite

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen