20.07.2018

So aromatisch! Aromatische Kräuter und Gewürze aus Italien

Basilikum, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian zählen unter anderem zu den klassisch italienischen Kräutern.

Foto: iStock (2) Collage BdF Digital

Basilikum, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian zählen unter anderem zu den klassisch italienischen Kräutern.

Pizza, Pasta, Olivenöl, saftige Tomaten – und köstliche Gewürze: So lieben wir Bella Italia! Hier verraten wir Ihnen alles über klassisch, italienische Kräuter und Gewürze.

Denken wir an Bella Italia, dann denken wir an bezaubernde Landschaften, Gastfreundlichkeit, Sonne und Strände – und natürlich an die gute italienische Küche. Die Zutaten, mit denen die Italiener kochen, sind nicht sonderlich exotisch oder ausgefallen, dafür aber qualitativ hochwertig und ganz besonders aromatisch.

Neben Pasta, saftigen Tomaten und Olivenöl sorgen vor allem Kräuter und Gewürze für den typisch mediterranen Geschmack der Speisen. Wenn auch Sie gerne landestypisch kochen, verraten wir Ihnen im Folgenden, welche italienischen Kräuter und Gewürze keinesfalls in Ihrer Küche fehlen dürfen.

Italienische Kräuter und Gewürze: Das können Sie damit machen

Basilikum

Italienische Küche ohne Basilikum? Absolut unvorstellbar! "Basilico" – so die italienische Bezeichnung – kommt in gefühlt allen italienischen Klassikern vor und verleiht verschiedenen Speisen ihr typisch italienisches Flair. Basilikum gibt es übrigens frisch in Töpfen, gefroren und getrocknet.

Geschmack: Basilikum ist für den kräftigen, aromatischen Geschmack mit einer leicht süßlich-pfeffrigen Note bekannt. Und mal ehrlich? Wahrscheinlich gibt es kein Kraut, das so sehr nach einem Urlaub in Italien schmeckt, als dieses.

Passt zu: Bei den Italienern kommt Basilikum praktisch überall zum Einsatz. Salate werden mit dem Kaut aufgewertet, Dips abgeschmeckt und Fleisch, Geflügel und Fisch gewürzt. Auch bei Pasta-Gerichten ist Basilikum ein beliebtes Kraut, denken Sie nur an einen der Klassiker schlechthin: selbst gemachtes Pesto.. Besonders gut harmonieren auch allerlei Tomaten-Speisen mit Basilikum. Italienischer Caprese-Salat mit Tomaten und Mozzarella oder knusprige Bruschetta mit Tomaten und Knoblauch.

Körper & Geist: Basilikum ist überaus gesund. Es ist reich an ätherischen Ölen sowie Vitamin C und A. Es wirkt wie viele andere Kräuter antibakteriell, beruhigend und reinigt den Darm. Es soll bei Magenbeschwerden, Erbrechen, Blähungen, Verstopfungen oder gar Migräne helfen. Obwohl Basilikum gesund ist, enthalten die Blätter auch den schädlichen, krebserregenden Stoff Estragol, weshalb man es mit der Menge nicht übertreiben sollte. Die in Speisen gewöhnlich verwendete Menge geht allerdings voll und ganz in Ordnung.

Hätten Sie das gewusst?

  • Das Wort Basilikum leitet sich übrigens von "Basilikon" ab – und das wiederum bedeutet auf griechisch "königlich".
  • Es gibt unzählige Basilikum-Sorten die sich nicht nur durch das Aussehen, sondern auch im Geschmack unterscheiden klönnen. So gibt es das Kraut mit grünen und roten Blättern, kleine spitze Blättchen oder große, runde. Manche haben ein leichtes Zitronenaroma, andere wiederum schmecken leicht nach Anis oder Zimt.
  • In Italien stehen die herzförmigen Blätter des Basilikums für die Liebe. Werden Sie hellhörig, wenn ein Italiener Ihnen ein Basilikumblatt schenkt

Tipp: Kochen Sie Basilikum nicht mit. Es genügt, das Kraut kurz mit zu erwärmen. So bleibt das volle Aroma enthalten.

Minze

Wer hätte es gedacht: Nicht nur bei Kaugummi und Co, sondern auch in der italienischen Küche spielt Minze eine große Rolle. War das frische Kraut früher vor allem in Norditalien und Südfrankreich zuhause, wächst es mittlerweile sogar in Deutschland.

Geschmack: Minze riecht und schmeckt aromatisch und schön frisch..

Passt zu: Minze lässt sich äußerst vielseitig einsetzen und verleiht sowohl süßen, als auch herzhaften Speisen einen – im wahrsten Sinne des Wortes – frischen Wind. Probieren Sie mal ein kühles Sorbet (z.B. Zitrone) und garnieren Sie dieses mit frischen Minzblättchen. Einfach köstlich! In Kombination zu Herzhaftem passt Minze besonders gut zu Lammfleisch oder als frisches Element würziger Soßen.

Körper & Geist: Minze ist ein echtes Wundermittel für Ihre Gesundheit. Der Anteil des ätherischen Öls Menthol ist sehr hoch, wodurch das Kraut nicht nur krampflösend und schmerzlindernd, sondern auch beruhigend wirkt. Besonders hilfreich ist die Minze, wenn Ihnen der Magen und die Verdauung zu schaffen machen. Auch in Sachen Erkältungen ist Minze eine echte Wohltat. Lesen Sie hier, warum Minze eine echte Geheimzutat ist.

Hätten Sie das gewusst?

  • Wussten Sie schon, dass Minze sich sogar gut im Badewasser macht? Nicht nur als Erkältungsbad, auch für die Hautpflege, da Minze überaus reinigend wirkt. Beim nächsten Ausflug in die Wanne also einfach frische Minze hinzugeben. Ihre Poren werden es Ihnen danken.

Tipp: Sie haben ein original italienisches Rezept mit Minze? Dann reduzieren Sie die Menge ein wenig, denn die in Deutschland erhältliche Minze ist aromatischer und intensiver im Geschmack. Minze sollte übrigens auch nicht mitgekocht werden.

Oregano

Wie auch beim Basilikum, wäre die italienische Küche einfach nicht vollständig ohne Oregano. Das würzige Kraut ist vor allem in Süditalien beliebt, kommt aber auch sonst im ganzen Lande zum Einsatz. Ein echter Allrounder für verschiedenste Speisen. Hierzulande kennt man Oregano vor allem in getrockneter Form, doch er ist auch frisch zu haben.

Geschmack: Getrockneter Oregano schmeckt herb-pfeffrig und erinnert an Thymian und Majoran. Das Aroma ist sehr intensiv, weshalb Sie bei der Dosierung vorsichtig sein sollten. Frischer Oregano schmeckt übrigens milder als die getrocknete Variante. Eine echte Ausnahme: Immerhin gilt der Geschmack frischer, nicht nur italienischer Kräuter meist als intensiver.

Passt zu: Eine fruchtig-leckere Pizzasoße ohne Oregano wäre kaum vorstellbar. Es verleiht der Soße erst den typisch italienischen Geschmack. Auch in Pasta-Soßen sorgt Oregano für ganz besonderes Aroma. Darüber hinaus passt Oregano auch hervorragend zu Eierspeisen, Kartoffeln und Salaten. Im Norden Italiens wird Oregano auch zum Würzen von Schweinefleisch- und Lammgerichten verwendet.

Körper und Geist: Hippokrates, seines Zeichens Vater der Heilkunst, wusste schon vor knapp 2500 Jahren um die Wirkung von Oregano. Er schwor vor allem bei der Heilung von Hämorriden auf das Kraut. Bis heute wird Oregano in Tee-Form verwendet, um krampfartige Magen- und Darmbeschwerden zu lindern.

Hätten Sie das gewusst?

  • Sie wollen italienisch kochen, haben aber keinen Oregano zuhause? Dann gibt es einen tollen Ersatz, denn ein weiteres Kraut ist geschmacklich eng verwandt mit Oregano – und zwar Majoran. Genauer gesagt ist Oregano einfach sogar nur die Wildform des Majorans.
  • Der Name "Oregano" kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt etwa "Dekoration der Berge"

Tipp: Sie wollen den vollen Oregano-Geschmack? Dann weichen Sie das Kraut eine halbe Stunde vor der weiteren Zubereitung in Brühe oder Wein ein. So bekommt Ihr Gericht das maximale Aroma.

Rosmarin

Die immergrünen Sträucher mit lavendelblauen Blüten des Rosmarins gedeihen hervorragend im Klima des Mittelmeerraums und prägen auch das Bild der Landschaften. Das Kraut mit den tannenähnlichen Blättchen kann aber weit mehr als hübsch aussehen. Es ist ein fester Bestandteil der italienischen Küche und kommt sowohl frisch als auch getrocknet zum Einsatz.

Geschmack: Rosmarin ist eine Freude für alle Sinne. Die bezaubernde Optik wurde bereits angesprochen und auch der Duft weiß zu betören. Der Geruch erinnert an Eukalyptus und Baumharz und wirkt sehr frisch. In Sachen Geschmack zeugt Rosmarin von einem besonders intensiven Aroma. Er schmeckt herb-bitter und leicht nach Weihrauch. Durch die geschmackliche Intensität kommt es in Speisen nur sparsam zum Einsatz.

Passt zu: Rosmarin verleiht italienischen Fleischgerichten einen ganz besonderen Geschmack. Seien es Speisen mit Wild, Schwein, Geflügel oder Rind: Rosmarin sorgt für die mediterrane Würze. Probieren Sie zum Beispiel Hackbällchen Toskana.Auch Fischgerichte profitieren vom Rosmarin-Geschmack. Ab in den Ofen mit dem Fisch, mit Öl besteichen und einen Rosmarinzweig hinzufügen. Da Rosmarin selbst längere Garzeiten verträgt, kann es bei Fisch oder einem Braten im Ofen mitschmoren. Natürlich haben auch Vegetarier etwas vom Rosmarin, dann am besten in Kombination zu Kartoffel- oder Gemüsegerichten.

Körper & Geist: Sie leiden unter zu niedrigem Blutdruck? Dann kann Rosmarin Abhilfe schaffen, denn das Kraut regt den Kreislauf an und beruhigt ganz nebenbei die Nerven. In der Heilkunde wird gern Rosmarin-Tee zubereitet, der auch bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Verdauungsproblemen zum Einsatz kommt. Auch in einem heilsamen Bad entfaltet Rosmarin große Wirkung, etwa bei Kreislaufschwäche, Zerrungen und rheumatischen Erkrankungen.

Hätten Sie das gewusst?

  • Der Name Rosmarin kommt aus dem Lateinischen und leitet sich von "ros marinus" ab – was zu Deutsch wiederum "Tau des Meeres" bedeutet.
  • Rosmarin ist hervorragend dafür geeignet, ein schmackhaftes Kräuteröl herzustellen. Einfach zwei Zweige in eine Flasche gutes, natives Olivenöl stecken und das Ganze an einem dunklen Ort zwei Wochen ziehen lassen. Übrigens auch toll zum Verschenken!
  • Im Mittelalter wusste man vor allem den Duft zu schätzen, weshalb man aus Rosmarin in Kombination zu Alkohol Pafüms herstellte.

Tipp: Haben Sie schon mal probiert, Rosmarin anzurösten? Auf diesem Wege entfaltet er erst sein ganzes Aroma. Deshalb ist Rosmarin auch hervorragend für Grillgerichte geeignet.

Salbei

Ein weiteres, wichtiges Kraut der italienischen Küche ist Salbei. Das würzige, besonders bekömmliche Kraut fällt optisch durch die leicht runzligen, pelzigen Blätter auf und lässt sich schon alleine dadurch leicht von anderen italienischen Kräutern unterscheiden.

Geschmack: Salbei überzeugt durch seinen starken würzigen, leicht bitteren und ein wenig seifigen Geschmack.

Passt zu: Ohne Salbei wäre der italienische Klassiker unter den Fleischgerichten einfach nicht dasselbe: Saltimbocca. Aber auch sonst ergänzt der bitter-würzige Geschmack Fleisch- und Fisch-Gerichte aller Art. Auch in Suppen oder Pasta-Gerichten verwenden die Italiener gerne Salbei. Besonders lecker: frische Pasta mit Salbeibutter!

Körper und Geist: Schon seit dem Altertum wird Salbei gegen Erkältungskrankheiten verwendet. Später stellte man auch fest, dass Salbei-Tee auch bei Magen- und Darm-Beschwerden hilfreich ist. Mittlerweile kommt Salbei in der Medizin allerdings kaum noch Bedeutung zu, am ehesten noch in Form eines Tees oder Hustenbonbons.

Hätten Sie das gewusst?

  • Es gibt rund 1000 verschiedene Salbei-Sorten auf der ganzen Welt. Davon sind allerdings nur 15 bis 20 tatsächlich zum Kochen geeignet.
  • Sie können Salbei roh, gebraten oder gekocht verzehren. Das volle Aroma entfaltet sich allerdings erst beim Anbraten in Fett oder langem Garen.
  • In Zeiten vor Zahnpasta und Zahnbürste verwendete man Salbei für die Mundhygiene. Dafür hat man sich einfach ein Salbei-Blatt um den Finger gewickelt und damit Zähne und Zahnfleisch massiert.
  • Das Wort Salbei leitet sich aus dem Lateinischen ab und geht auf das Worte "salvare" zurück und bedeutet "heilen".

Thymian

Für diverse italienische Gerichte ist Thymian einfach unerlässlich. Das mit dem Majoran verwandte Kraut wächst in Bella Italia wild – wird aber natürlich auch in Gärten, auf Balkonen und Fensterbänken gezogen.

Geschmack: Thymian schmeckt kräftig, herb, aromatisch und herzhaft. Es verleiht bestimmten Speisen ein unverkennbares Aroma.

Passt zu: Besonders gut kommt das Aroma des Thymians in Suppen, Soßen und Eintöpfen zur Geltung. Wer besonders intensiven Geschmack bevorzugt, sollte einen Thymianzweig gleich zu Beginn mit in den Topf oder die Auflaufform geben. So überträgt sich das Aroma hervorragend auf die anderen Zutaten. Probieren Sie doch mal diesen mediterranen Nudelauflauf mit Zucchini und Paprika. Einfach köstlich!

Körper und Geist: Thymian ist wie die meisten anderen Kräutern auch sehr gesund. Er hat antibakterielle und gar antibiotische Eigenschaften und hat zudem eine schleimlösenden Wirkung. Perfekt bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Unser Tipp: einen Thymian-Tee aufsetzen.

Hätten Sie das gewusst?

  • Die alten Römer badeten in Thymianwasser in der Hoffnung, dadurch mutiger, vitaler und jugendlicher zu werden.
  • Mit Thymian gewürzte Speisen werden leichter verdaulich
So machen Sie frische Kräuter haltbar

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Noch mehr italienische Würze

Ohne diese sechs Kräuter geht in der italienischen Küche wirklich gar nichts. Das heißt allerdings nicht, dass nicht noch ein paar andere Elemente für Würze im italienischen Essen sorgen. Hier ein kleiner Überblick:

  • Fenchel: Italiener lieben den hocharomatischen, anisartigen Geschmack des Fenchels, weshalb das Kraut und auch die ganze Pflanze gern zum Kochen verwendet werden. Das Kraut wird gerne zu Fisch und Pilzen kombiniert, während die Knolle als Gemüse im Salat verarbeitet wird.
  • Knoblauch: Knoblauch – auch Aglio genannt – ist in der italienischen Küche schlichtweg unentbehrlich. Die geruchsintensive Knolle kommt in Soßen, Marinaden, Salaten oder beim Brot zum Einsatz.
  • Lorbeerblatt: Lorbeerblätter sind schon seit Ewigkeiten in der italienischen Küche verbreitet. Typische Verwendung: Suppen, Eintöpfe, Soßen, Schmorgerichte und zum Würzen von Fleisch. Lorbeerblätter schmecken frisch übrigens sehr bitter, weshalb für gewöhnlich getrocknete Blätter zum Kochen verwendet werden.
  • Schwarzer Pfeffer: Ganze, schwarze Pfefferkörner gehören in jede gut ausgestattete italienische Küche. Für Gerichte mit langer Garzeit, etwa "Pollo alla diavola", nimmt man ganze Körner.

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Sie lieben die italienische Küche? Im Video erfahren Sie interessante Fakten:

Fakten über die italienische Küche

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Mit diesen Gewürzen können Sie kulinarisch in die Genüsse Italiens eintauchen. Sie interessieren sich nicht nur für italienische Kräuter, sondern auch für jene der anderen Nationalitäten? Hier finden Sie eine Übersicht der asiatischen Gewürze und hier ein Beitrag über griechische Gewürze und Kräuter. Die Themenseiten zu Gewürzen, Kräutern und italienische Küche bieten ebenfalls viele spannende Beiträge.

Und wussten Sie, dass Sie all diese Kräuter auch wunderbar zuhause anpflanzen können? Am besten geht das im Garten mit einer Kräuterspirale! Und welche Kräuter im Beet am besten zusammenpassen, verraten wir Ihnen auch!

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