05.06.2018

11 Experten-Antworten Daran erkennen Sie gutes Eis aus der Eisdiele

Ein Sommer ohne Eis, das geht gar nicht. Ein Experte erklärt hier, woran Sie gutes Eis aus der Eisdiele erkennen können.

Foto: iStock/stock-eye

Ein Sommer ohne Eis, das geht gar nicht. Ein Experte erklärt hier, woran Sie gutes Eis aus der Eisdiele erkennen können.

Jeder Deutsche isst pro Jahr durchschnittlich 10 Kilogramm Eis. bildderfrau.de hat bei einem Experten nachgefragt, wie Kunden gutes von schlechtem Eis unterscheiden können, welche Sorten am gesündesten sind und wie man Eis ganz einfach selber machen kann. Hier gibt's die Antworten.

Eis gehört zum Sommer einfach dazu. Mit steigenden Temperaturen verlängern sich die Schlangen an den Eisdielen. Neben den klassischen Sorten wie Vanille, Schokolade oder Erdbeere bieten viele Läden mittlerweile ganz neue Eis-Variationen an. bildderfrau.de hat beim Eis-Experten Guido Schmitz von der Deutschen Eis-Akademie nachgefragt. Der Eis-Meister beantwortet elf Fragen rund ums Eis – und er erklärt, wie Kunden gutes Eis aus der Eisdiele erkennen können.

Was sind die beliebtesten Sorten der Deutschen?

Das sind immer noch die Klassiker: Vanille, Schokolade und Erdbeere. Die waren früher schon an der Spitze und werden es auch bleiben. Mittlerweile kommen aber ein paar amerikanische Sorten dazu, die immer beliebter werden, wie beispielsweise Cookie-Eis.

Was sind die gesündesten Eis-Sorten?

Fruchteis-Sorten sind definitiv die gesünderen Varianten. Dabei ist es egal, ob es nun Zitrone, Erdbeere oder Mango ist. Eins ist aber auch klar: In jedem Eis ist Zucker.

Vor allem Frauen nehmen gerne Joghurt-Eis, weil es gesund klingt. Aber was viele nicht wissen, Joghurt-Eis ist eine der Sorten mit dem höchsten Zuckeranteil. Weil Joghurt immer hart werden möchte, muss bei der Produktion einfach viel Zucker dazu gegeben werden, nur so behält Joghurt-Eis die gewohnte Konsistenz.

Woran erkenne ich gutes Eis aus der Eisdiele?

  1. Gutes, selbstgemachtes Eis mit natürlichen Rohstoffen erkennen Sie häufig daran, dass das Eis in den Eis-Wannen nicht so hoch präsentiert wird. Riesig aufgetürmte Berge deuten eher auf Fertigprodukte hin, in denen viele Zusatzstoffe sind. Diese sorgen dafür, dass das Eis unter anderem in seiner Form bleibt und zu einem Berg geformt werden kann.
  2. Auch die Anzahl der angebotenen Sorten kann ein Indiz dafür sein, ob eine Eisdiele das Eis selber produziert oder nicht. Je mehr Eissorten angeboten werden um so mehr ist dies ein Indiz dafür, dass der Eismacher aufgrund der Vielfalt auf sogenannten Sprintprodukte zurückgreift (Sprintprodukte bedeutet Beutel auf, Wasser drauf und fertig).
  3. Achten Sie darauf, wie der Eis-Macher seine Produkte bezeichnet. Es gibt das Milcheis und das Fruchteis. Und dazu gibt es noch das sogenannte Speiseeis, das ist eine Definition, die von der Eisindustrie erfunden wurde. Bei Speiseeis dürfen Pflanzenfette verwendet werden. Die sind grundsätzlich nicht schlecht oder gesundheitsgefährend aber auch nicht zwingend nötig im Eis. Diese gehärteten Fette werden ebenfalls verwendet um um dem Eis mehr Volumen zu geben. Das Eis ragt in diesen Fällen hoch aus der Schüssel heraus und das Pflanzenfett sorgt für die nötige Stabilität und Härte.

Kann ich auch anhand der Konsistenz erkennen, ob das Eis gut ist?

Schlechtes Eis kann man erkennen, wenn es von der Konsistenz sehr bröckelig oder wenn es sehr kristalin ist. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Qualität nicht stimmt bzw. dass die Zutaten nicht perfekt ausgewählt wurden. Oder aber, dass das Eis schon lange in der Theke war und vielleicht sogar schon einmal angetaut ist.

Grundsätzlich ist es aber schwierig das Eis anhand seiner Konsistenz zu bewerten. Ist das Eis besonders cremig, kann das ein Hinweis sein, dass künstliche Emulgatoren verwendet wurden. Muss aber nicht. Denn es gibt viele Eisdielen, die nicht mehr mit dem Portionierer arbeiten, sondern mit einem Spachtel. Wenn der Spachtel benutzt wird, dann ist das Eis grundsätzlich weicher und cremiger, was viele Kunden als angenehmer im Mund empfinden.

Nicht nur das Eis selber ist ein Indiz dafür, ob eine Eisdiele gut ist. Erfahren Sie im Video, worauf Sie sonst noch achten sollten:

So erkennt man gutes Eis aus der Eisdiele

So erkennt man gutes Eis aus der Eisdiele

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Was sind die Trendsorten des Sommers?

Es gibt nicht einen Trend. Diesen Sommer sind vor allem die wildgemischten Sorten sehr angesagt. Es reicht also nicht mehr einfach nur Erdbeere anzubieten, sondern es sollte zum Beispiel Erdbeere-Limette, Erdbeer-Minze oder Erdbeere-Basilikum sein. Wir nennen diese Sorten die "Bindestrich-Sorten".

Außerdem stehen in diesem Jahr deutsche Produkte im Fokus der Eis-Macher. Sorten wie Streuselkuchen-Eis werden zum Beispiel immer beliebter. Auch regionale Lebensmittel werden vermehrt in Eis verwendet. In Hamburg gibt es bereits das Franzbrötchen-Eis und in der Region um Heidelberg das Pretzel-Eis.

Der Verband der italienische Eismacher hat übrigens die Sorte Schwarzwälder-Kirsch zum Eis des Jahres in Deutschland gekürt. Gutes Eis aus der Eisdiele kann also in verschiedensten Sorten daher kommen.

Man sieht immer häufiger dunkle Waffeln? Was hat es damit auf sich?

Die dunkle Waffel und das dunkle Eis gibt es eigentlich schon seit einigen Jahren. Die schwarze Farbe entsteht durch Kokos-Asche. Die Kokos-Asche ein Naturprodukt und besteht aus Aktivkohle. Die Kokosasche verändert den Nährwert des Eises gar nicht, aber sie bietet die Möglichkeit etwas Neues anzubieten. Schwarze Waffeln und schwarzes Eis sind voll im Trend in diesem Jahr.

Ist Frozen Yogurt grundsätzlich gesünder als Eis?

Nein, da ist zwar viel frischer Joghurt drin aber auch ganz viel Zucker. Der große Vorteil von Frozen Yogurt ist, das es unzählige Variationen durch die Toppings gibt. Gesünder, kalorienärmer oder fettarm ist Frozen-Yogurt nicht. Frozen Yogurt können Sie auch ganz einfach selber herstellen, mit unserem Rezept: Frozen-Yogurt-Konfekt mit nur drei Zutaten - hier mehr erfahren.

Gibt es auch ganz neue Ideen mit Eis?

Immer beliebter werden die sogenannten Ice Cream Rolls. Der Trend kommt gerade aus Asien hier her. Die Eis-Masse wird dabei auf einer Platte mit einer Temperatur von -28 Grad gegeben und verteilt. Die Kunden können dazu, wie beim Frozen Yogurt, ein oder mehrere Toppings auswählen, die auf die Eis-Masse gegeben werden. Sobald das Eis hart ist, wird es mit einem Schaber zu Rollen geformt und fertig sind die Ice Cream Rolls.

Sehen Sie hier ein Beispiel im Video, wie Ice Cream Rolls hergestellt werden:

So werden Ice Cream Rolls hergestellt

Was sind die kalorienreichsten Eis-Sorten?

Von den klassischen Sorten sind das Haselnuss, Schokolade, Pistazie, Walnuss und auch Vanille, weil sie neben der Milch und der Sahne einen hohen Fett-Anteil, durch die eigenen Fette, haben. Sie wollen das noch genauer wissen? Erfahren Sie hier, wieviele Kalorien in einer Kugel Eis stecken.

Und was sind die kalorienärmsten Sorten?

Das sind die Frucht-Eis-Sorten. Dazu gehören zum Beispiel Zitrone und Erdbeere, die beide sehr beliebt sind. Wenn Sie kalorienarmes Eis selber machen wollen, hier gibt's fünf Rezepte für Eis am Stiel, das weniger als 100 kcal hat.

Wenn ich Eis selber machen möchte, haben Sie einen Geheimtipp dafür?

Es muss nicht immer Eis aus der Eisdiele sein, Sie können Eis auch ganz einfach zu Hause herstellen. Aktuell gibt es zum Beispiel einen Selbermach-Trend aus Asien und Amerika mit dem Namen "Nice". Dabei wird Eis auf Bananen-Basis hergestellt. Die Vorteile: Es ist in einer Minute fertig und es ist sehr gesund und kalorienarm. Die Banane hat genug eigene Süße, dass Sie komplett auf Zucker verzichten können. Sie brauchen lediglich Bananen, weitere Wunsch-Zutaten ihrer Wahl, einen Mixer und einen Tiefkühler.

Und so wird's gemacht:

  1. Überlegen Sie sich zunächst, welche Geschmacksrichtung Ihr Eis haben soll. Sie können Früchte, wie z. B. Erdbeeren, Himbeeren oder Zitronen hinzugeben. Aber auch Schokolade, Nüsse oder Kräuter, wie beispielsweise Basilikum oder Minze, können verwendet werden.
  2. Schneiden Sie die Bananen in Scheiben und stellen Sie diese in den Tiefkühler bis sie komplett durchgefroren sind.
  3. Geben Sie die gefrorenen Bananen anschließend in den Mixer. Fügen Sie Ihre weiteren Wunsch-Zutaten hinzu. Alles gut durchmixen und schon ist das Eis fertig.

Ideal ist ein Mengen-Verhältnis von 2:1. Also 2 Teile Bananen und 1 Teil ihrer Wunschzutat. Wenn Sie den Bananengeschmack nicht so mögen, können Sie natürlich auch größere Mengen von Ihrer Wunschzutat unterrühren. Probieren Sie es einfach aus. Macht gutem Eis aus der Eisdiele sicher Konkurrenz!

Mehr zum Thema Eis gibt's auf unserer Themenseite.

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Experte Guido Schmitz ist Eis-Meister. Er ist tätig für die Deutsche Eis Akademie, kurz Deisak, mit Sitz in Deesen. Mehr über die Deutsche Eis Akademie erfahren Sie auf der Website: www.deutsche-eis-akademie.de

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