Aktualisiert: 26.03.2021 - 09:26

Beliebtes Staudengemüse Rhabarber: Gesund oder ungesund?

Ist Rhabarber gesund oder ungesund? Auf die Zubereitung kommt es an!

Foto: iStock / AndrisTkachenko

Ist Rhabarber gesund oder ungesund? Auf die Zubereitung kommt es an!

Es ist Rhabarberzeit! Rhabarber gilt als nährstoffreich, soll jedoch auch Giftstoffe enthalten. Ist Rhabarber also jetzt gesund oder ungesund? Hier erfahren Sie, wie das Gemüse wirkt und was Sie bei Zubereitung und Verzehr beachten sollten.

Von April bis Juni ist Rhabarbersaison! Die zartrosa bis hellgrünen Stangen, die einen leicht säuerlichen Geschmack haben, werden dann gerne zu Rhabarberkompott, Rhabarbermarmelade, Rhabarberkuchen und ähnlichen Leckereien verwertet.

Dabei kommen immer wieder die verschiedensten Fragen auf: Handelt es sich bei Rhabarber um Obst oder Gemüse? Sollte Rhabarber geschält werden oder nicht? Kann man Rhabarber nur gekocht oder auch roh essen? Und vor allem: Ist Rhabarber gesund oder ungesund?

Rhabarber: Gesund oder ungesund? Obst oder Gemüse?

Zunächst zur Frage, ob es sich bei Rhabarber um Obst oder Gemüse handelt. Auch wenn Rhabarber in erster Linie wie Obst zubereitet wird – meist in Verbindung mit Zucker, als Kompott, Rhabarber-Marmelade usw. –, handelt es sich um Gemüse, und zwar um Staudengemüse. Und tatsächlich lässt sich Rhabarber, neben Süßspeisen, auch ganz wunderbar als Gemüse einsetzen. So macht er sich zum Beispiel als Beilage zu Fisch und Fleisch gut, wovon Sie sich mit diesem Rezept für eine orientalische Hähnchen-Tajine mit Oliven und Rhabarber überzeugen können, oder auch als Zutat für Gemüsesuppe.

Vitamine & Mineralstoffe: Das macht Rhabarber gesund

Rhabarber ist sehr kalorienarm. Nur 14 Kilokalorien enthält das Gemüse pro 100 Gramm. Außerdem ist Rhabarber reich an verschiedenen Nährstoffen. Das Gemüse enthält Vitamine, vor allem Vitamin C, welches unter anderem das Immunsystem stärkt.

Bei den Mineralstoffen ist der hohe Kaliumgehalt von Rhabarber hervorzuheben. Kalium ist unter anderem wichtig für unsere Muskeln, das Nervensystem sowie den Wasserhaushalt des Körpers. Die rosafarbenen Stauden gehören zu den Lebensmittel, die reich an Antioxidantien sind, außerdem enthalten sie Eisen und Phosphor.

Neben den gesunden Nährstoffen, enthält Rhabarber die Fruchtsäuren Apfel-, Zitronen- und Oxalsäure. Letztere wird auch als Giftstoff bezeichnet und ist letztlich die Ursache der Frage, ob Rhabarber gesund oder ungesund ist.

Oxalsäure: Ist Rhabarber giftig?

Der Inhaltsstoff, der dafür verantwortlich ist, dass Rhabarber in zu großen Mengen durchaus giftig sein kann, nennt sich Oxalsäure. Oxalsäure entsteht im menschlichen Körper im Rahmen des Stoffwechsels. Außerdem ist sie in einigen pflanzlichen Lebensmitteln in höheren Mengen enthalten. Dazu zählen Spinat, Sauerampfer, Mangold und eben auch Rhabarber. Rhabarber enthält 460 ml Oxalsäure pro 100 g. Sie bemerken die Säure durch ein pelziges Gefühl auf Zähnen und Zunge. Aber wie wirkt Oxalsäure überhaupt?

In großen Mengen verzehrt, kann Oxalsäure zu Vergiftungserscheinungen führen. Außerdem bindet die Säure Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium, welche dann vom Körper nicht mehr richtig aufgenommen werden können.

Da der Giftstoff über die Nieren ausgeschieden wird, können zu große Mengen über die Zeit Nieren- und Blasensteinen begünstigen. Sollten Sie zu Nieren- oder Blasensteinen neigen, ist es besser, oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Rhabarber, zu meiden. Hinzu kommt, dass Oxalsäure den Zahnschmelz angreifen kann. Putzen Sie daher frühestens 30 Minuten nach dem Verzehr von Rhabarber Ihre Zähne.

Rhabarber richtig zubereiten: So werden Sie die Oxalsäure los

Auch wenn die in Rhabarber enthaltene Oxalsäure mehr gesundheitsschädigende als gesunde Eigenschaften mit sich bringt, so bedeutet dies nicht, dass Sie Rhabarber meiden müssen. Tatsächlich ist es nämlich so, dass Sie den Gehalt an Oxalsäure durch die richtige Zubereitung von Rhabarber reduzieren können.

So reduzieren Sie den Gehalt an Oxalsäure in Rhabarber:

  • Blätter entfernen: Entfernen Sie die Rhabarberblätter, denn hier ist am meisten Oxalsäure enthalten.
  • Schälen: Schälen Sie den Rhabarber, das reduziert den Oxalsäure-Gehalt und macht ihn insgesamt bekömmlicher.
  • Nicht roh: Essen Sie Rhabarber nicht roh, denn dann ist die Oxalsäure in voller Menge enthalten.
  • Kochen: Die beste Methode, um die Oxalsäure zu reduzieren, ist das Kochen oder Blanchieren von Rhabarber. Beachten Sie dabei: Ein Teil der Säure geht dabei in das Kochwasser über, weswegen Sie es unbedingt wegschütten sollten.
  • Essen Sie Rhabarber zusammen mit Milchprodukten. Dadurch bindet sich die Oxalsäure an das Kalzium der Milchprodukte und nicht an das Kalzium, das im Körper enthalten ist. Ein perfektes Beispiel für die leckere Kombination von Rhabarber und einem Milchprodukt ist diese herrliche Quark-Mousse auf Rhabarbersoße, die Sie einfach nachkochen können.

Fazit: Rhabarber ist gesund, wenn Sie ihn richtig zubereiten

Rhabarber enthält zahlreiche Nährstoffe, die wichtig für die Gesundheit sind, weswegen das Gemüse auch grundsätzlich als gesund zu bewerten ist. Allerdings enthält Rhabarber auch eine relativ hohe Menge an Oxalsäure, die gesundheitsschädigende Wirkweisen mit sich bringen kann. Um Oxalsäure und deren Wirkung zu reduzieren, gibt es jedoch eine einfache Methode: Verwenden Sie Rhabarber gegart oder gekocht.

Welche Leckereien Sie aus gegartem und gekochtem Rhabarber zaubern können, zeigt Ihnen unsere Galerie mit vielen abwechslungsreichen Rhabarber-Rezepten:

Dass Rhabarber sich super zum Backen eignet und einfach nur lecker in Kuchen schmeckt, wissen Sie bestimmt. Aber wussten Sie auch, dass Rhabarber-Kuchen Low Carb sein kann? Überzeugen Sie sich selbst mit unserem Rezept für die Low Carb Linzer Blumentorte mit Rhabarber und Erdbeeren. Und das Staudengemüse kann noch einiges mehr. Verwandeln Sie es zu Ihrem neuen Frühlings-Drink und machen Sie Rhabarberschnaps ganz einfach selber.

Rhabarber kann man am besten aus heimischen Anbau genießen. Das geht aber natürlich nicht das ganze Jahr über, denn Rhabarber ist ein Saisiongemüse. In unserem Video zu dem Saisonkalender erfahren Sie, welches Obst und Gemüse im Frühling noch Saison hat:

Saisonkalender - Heimisches Obst & Gemüse im Frühling
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Kosten Sie die Rhabarber-Saison also so gut und lange Sie können aus! Auf unserer Themenseite zu Rhabarber finden Sie dafür die passenden Rezepte, Tipps und Tricks und Infos, zum Beispiel zur zur Lagerung und Zubereitung von Rharbarber , rund um das Staudengemüse!

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