Aktualisiert: 29.07.2020 - 11:59

Großer Pilz-Ratgeber, Teil 1 Wie bereite ich eigentlich Pfifferlinge zu? Alle Infos zum Pilz der Saison!

Dank Pfifferlingen bekommt die sommerliche und auch herbstliche Küche ein ganz besonderes Aroma.

Foto: iStock/ arfo

Dank Pfifferlingen bekommt die sommerliche und auch herbstliche Küche ein ganz besonderes Aroma.

Was ist beim Kauf von Pfifferlingen zu beachten? Wie werden die Pilze gelagert? Und wie genau bereitet man Pfifferlinge überhaupt zu? BILD der FRAU beantwortet Ihnen alle Fragen rund um den beliebten Speisepilz.

Pfifferlinge – in anderen Regionen auch Eierschwamm oder Rehling genannt – zählen zu den beliebtesten Speisepilzen der Deutschen. Kein Wunder, immerhin sind sie besonders würzig im Geschmack und haben eine pfeffrige Note. Sammler bezeichnen sie als Anfänger-Pilze, was vor allem daran liegt, dass sie sich aufgrund ihres charakteristischen Aussehens besonders leicht erkennen lassen. Pfifferlinge wachsen – anders als Champignons – ausschließlich wild. Doch genug zu allgemeinen Fakten rund um den Speisepilz – was muss man denn sonst noch wissen? Wann haben die Pilze Saison? Was muss beim Kauf beachtet werden? Wie bereitet man Pfifferlinge zu? Im Folgenden verraten wir Ihnen mehr!

Pfifferlinge zubereiten & mehr: Alle Informationen rund um den Pilz

  • Saison: Zwischen Juni und Oktober sind Pfifferlinge erhältlich – sowohl auf dem Wochenmarkt als auch in vielen Supermärkten.
  • Kauf: Das Fleisch sollte möglichst prall sein, der Duft aromatisch. Achten Sie darauf, dass die Pilze keine feuchten oder dunklen Stellen haben. Das ist nämlich ein Zeichen dafür, dass der Pilz bereits ausgetrocknet ist, was Aroma und Geschmack maßgeblich beeinflusst. Sollten die Hüte bereits zersetzt sein, sind die Pfifferlinge verdorben.
  • Kostenfaktor: Das besondere Aroma und die saisonal begrenzte Verfügbarkeit machen Pfifferlinge zu etwas ganz Besonderem. Das spiegelt sich leider auch im Preis wieder: 2 Euro für 100 g sollten Sie beim Kauf durchschnittlich einplanen.
  • Lagerung: Wenn Sie von Ihren Pfifferlingen besonders lange etwas haben wollen, verstauen Sie sie am besten in einer Papiertüte im Gemüsefach des Kühlschranks. So können sich die Pilze bis zu einer Woche halten – je nachdem, wie frisch sie beim Kauf waren. Achten Sie vor spätem Verzehr aber unbedingt darauf, dass sich zwischenzeitlich kein Schimmel gebildet hat.
  • Reinigung: Wer seine Pilze nicht selbst sammelt und sie stattdessen aus dem Supermarkt bezieht, ist in der Regel auf der sicheren Seite. Generell gilt: Schneiden Sie mit einem kleinen Küchenmesser den Stielansatz knapp ab – egal ob Sie die Pilze selbst gesammelt oder gekauft haben. Sind die Verschmutzungen nur leicht, dann können Sie diese am besten mit einer Pilzbürste beseitigen. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die Pilze sind sehr empfindlich.
  • Zubereitung: Blanchiert, gegart oder eingelegt – Pfifferlinge lassen sich in der Küche vielseitig einsetzen. Angebraten schmecken sie aber am besten! Pfifferlinge sind durch das enthaltene Chitin schwer verdaulich, was im rohen Zustand noch verstärkt wird. Verzichten Sie also auf den rohen Genuss dieser Pilzsorte.
  • Pfifferlinge trocknen: Die Pilze sind, wie bereits erwähnt, nur kurze Zeit zu haben. Wenn Sie sie nicht gleich für ein leckeres Gericht einsetzen wollen, können Sie Pfifferlinge auch trocknen und somit haltbar machen. Gereinigte Pfifferlinge in den Stielen einritzen und auf einen Zwirn fädeln. Große Exemplare am besten zuvor in Scheiben scheiden. Die Pilz-Girlande an einem trockenen, aber gut belüfteten Ort zum Trocknen aufhängen. Sobald sie sich nach ein paar Tagen trocken und fest anfühlen, können sie abgehängt und in Dosen verstaut werden. Alternativ zum Lufttrocknen können Sie den Vorgang im Backofen beschleunigen. Gereinigte Pilze auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech verteilen und in den auf 50 Grad vorgeheizten Ofen geben. Ofen einen kleinen Spalt offen lassen, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Nach ca. 6 Stunden sind die Pilze getrocknet.
  • Geeignet für: Italienische Gerichte wie Pasta und Risottos bekommen durch Pfifferlinge eine unverwechselbar köstliche Note. Durch das intensive Aroma lassen sich hervorragend Saucen mit den Pilzen zubereiten – etwa zu saftigem Fleisch. Ebenfalls lecker: Suppen oder Pilzpfannen mit anderen Pilzsorten.
  • Nährwerte auf 100 g: ca. 27 kcal – 0,5 g Fett – 0,2 g Kohlenhydrate – 2,4 g Eiweiß.
  • Für Ihre Gesundheit: Pfifferlinge sind reich an Mineralien und Vitaminen. Sie versorgen den Körper mit Vitamin D, Magnesium, Eisen, Kalium, Fluor und Zink. Durch das ebenfalls enthaltene Chitin sind sie allerdings sehr schwer verdaulich. Also gilt: Pfifferlinge sollten maßvoll gegessen werden.

Pfifferlinge: Hätten Sie es gewusst?

  • Nach einem regenreichen Sommer gab es früher Pfifferlinge in Hülle und Fülle. Daher auch die Redewendung "Keinen Pfifferling wert". Damals waren Pfifferlinge Massenware und somit nicht sonderlich wertvoll.
  • Pfifferlinge sind echte Stimmungsmacher! Sie enthalten jede Menge Tryptophan, woraus der Körper das Hormon Serotonin herstellt, was wiederum die Stimmungslage deutlich anheben kann.

Ist Ihnen auch das Wasser im Munde zusammengelaufen? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Galerie. Dort finden Sie unsere besten Pfifferling-Rezepte:

Nun sollten Sie alles wissen, was es über aromatische Pfifferlinge zu wissen gibt. Weitere interessante Ratgeber und Rezepte rund um Pilze und Pfifferlinge im Speziellen finden Sie auf unseren umfangreichen Themenseiten.

Sie wollen noch mehr über andere Pilzsorten erfahren? In unserer großen Pilzratgeber-Reihe erfahren Sie auch alles über aromatische Champignons, köstliche Steinpilze, exotische Austernpilze, selbst gesammelte Butterpilze sowie edle Trüffel. Mehr über Shiitake-Pilze und Kräuterseitlinge lesen Sie hier.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe