07.03.2019

Essen abgelaufen – was nun? Nachgeprüft: So lange sind Lebensmittel wirklich haltbar!

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Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Ob beispielsweise ein Joghurt noch gut ist, erkennen Verbraucher am Aussehen und auch am Geruch.

Foto: iStock/Highwaystarz-Photography

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Ob beispielsweise ein Joghurt noch gut ist, erkennen Verbraucher am Aussehen und auch am Geruch.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist überschritten – und schon landet das Lebensmittel in der Tonne. Erfahren Sie, welche Lebensmittel Sie mit gutem Gewissen weiter genießen können.

Der Joghurt riecht gut und sieht genauso aus wie immer – trotzdem wandert der Becher in den Müll. So etwas passiert jeden Tag, in Millionen Haushalten. Der Grund: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist abgelaufen. Dabei bezeichnet dieses Datum in den meisten Fällen tatsächlich das, was der Name sagt: Den Tag, an dem das Lebensmittel auf jeden Fall noch genießbar sein muss. Oft aber können die Nahrungsmittel noch weit darüber hinaus konsumiert werden. Wir verraten Ihnen worauf es bei der Haltbarkeit wirklich ankommt und welche Lebensmittel Sie auch nach dem Ablauf noch genießen können.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist abgelaufen. Und nun?

Für viele ist das Ablaufdatum ein Hindernis und Lebensmittel werden darüberhinaus nur ungern verzerrt. Peter Loosen vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) betont allerdings, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum ganz klar kein Verfallsdatum oder Ablaufdatum ist. Nur weiß das kaum einer, oder die Menschen sind verunsichert und neigen dazu ihre Lebensmittel zu entsorgen.

Tatsächlich gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) nur an, bis wann das ungeöffnete Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften mindestens behält, wenn es angemessen aufbewahrt wird. Das heißt: Wie lange Farbe, Geruch, Geschmack und Nährwerte genau so bleiben, wie an dem Tag, an dem es abgepackt wurde.

Darüberhinaus bietet das MHD aber auch eine gewisse Sicherheit, um vor Mikroorganismen – etwa Keime, die sich in der Packung breitmachen können – zu schützen. Hier ist es also besonders wichtig, dass Sie richtig abwägen, welche Lebensmittel nach Ablauf noch essbar sind und welche nicht.

Mindesthaltbarkeit trifft auf Verbrauchsdatum

"Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird von den Unternehmen in eigener Verantwortung vergeben", erklärt eine Sprecherin des Bundesagrarministeriums in Berlin. Die Hersteller können die Mindesthaltbarkeit aber nur dann sicher garantieren, wenn sie einen Puffer einrechnen, erklärt Loosen. "Darum sind viele Lebensmittel auch nach Ablauf des angegebenen Datums noch genießbar."

Auf einigen Nahrungsprodukten gibt es anstelle des Mindesthaltbarkeitsdatums allerdings ein Verbrauchsdatum. Beides sollten Sie nicht verwechseln. So bekommen Lebensmittel, die leicht verderblich sind ein Verbrauchsdatum. Darunter fallen beispielsweise Hackfleisch oder frischer Fisch. "Hier kann nach Ablauf des Verbrauchsdatums eine Gesundheitsgefahr durch Keime entstehen." Deshalb darf das Lebensmittel dann nicht mehr gegessen werden, erklärt Gabriele Graf von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Riskieren Sie den Verzehr von abgelaufenem Fleisch oder Fisch also lieber nicht.

Diese Lebensmittel sind nach Ablauf noch genießbar

Der Verbraucherzentrale Hamburg zufolge gibt es Nahrungsmittel, die nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch immer essbar sind. Damit Sie richtig darüber informiert sind, haben wir diese für Sie zusammengefasst:

  • Milch, Joghurt, Quark oder Schmand: Solange das Produkt ungeöffnet ist, können Sie Milch rund drei Tage nach Ablauf noch genießen, H-Milch sogar mehrere Wochen. Joghurt, Quark oder Schmand halten ungeöffnet sogar mehrere Tage bis Monate. Ein Blick in den Becher hilft, sobald Sie das Lebensmittel dann verbrauchen wollen: Keine Auffälligkeiten? Alles gut. Ist eine Stelle aber gelblich bis grün verfärbt? Dann weg damit!
  • Eier: Ungefähr zwei Wochen nach Ablauf können Eier verwendet werden. Allerdings sollten sie dann aber zum Kochen und Backen verwendet und nicht roh verarbeitet werden – etwa in Nachspeisen wie Tiramisu. Ein einfacher Test: Ei in Wasser legen. Schwimmt es oben? Dann essen Sie es nicht mehr. Beim Aufschlagen können Sie außerdem den Dottertest machen. Bleibt der Dotter intakt und riecht das Ei nicht merkwürdig, ist es noch verzehrbar.
  • Mehl, Reis und Nudeln: Den Verbraucherschützern zufolge können diese Lebensmittel noch mehrere Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verwendet werden, wenn sie trocken gelagert werden.
  • Honig: Wenn er fest verschlossen, kühl und trocken gelagert wird, verdirbt reiner Honig so gut wie nie. Tipp: Portionen immer mit einem sauberen Löffel entnehmen!
  • Zucker: Solange Zucker nicht mit Feuchtigkeit in Verbindung kommt, hält dieses Süßungsmittel bis in alle Ewigkeit.
  • Konserven: Nach Ablauf können ungeöffnete und unbeschädigte Konserven mehrere Jahre noch halten. Vorsicht gilt, wenn die Dose eingedellt oder gar gebläht ist. Vor allem in zweitem Falle lieber weg damit, denn dann haben sich bereits Gase gebildet.
  • Marmelade und Konfitüre: Lagern Sie Ihren Lieblingsbrotaufstrich am besten dunkel. Sollte dieser bereits geöffnet sein, hält er sich vor allem im Kühlschrank frisch. Ungeöffnet hält er nach Ablauf mehrere Tage bis Monate. Konfitüren mit mehr als 50 Prozent Zucker können Sie sogar noch verzehren, wenn sich schon eine Schimmel-Insel gebildet hat. Großzügig abschöpfen. Bei geringerem Zuckergehalt allerdings sollte der Aufstrich in die Tonne wandern.
  • Müsli und Getreideflocken: Bewahren Sie Ihr Müsli luftdicht in einem geschlossenen Behälter auf und Sie haben nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum noch mehrere Wochen bis Monate etwas davon.

Zeichen richtig deuten

Dass Milchprodukte verdorben sind, erkennen Verbraucher am Geruch. Außerdem zeigt Schimmel, dass zum Beispiel Brot nicht mehr genießbar ist. Doch muss man Verschimmeltes immer gleich wegwerfen? – kommt drauf an. Wer auf einem Brot Schimmelpilze entdeckt, sollte in jedem Fall das gesamte Brot entsorgen, rät Graf. Denn isst man das verschimmelte Brot, können Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen die Folge sein.

Gleiches gilt auch für manche Käsesorten. Zwar wird Schimmel oft zur Reifung gebraucht, allerdings kann auch so mancher Käse von Fremdschimmel befallen werden. Hat ein Edelschimmelkäse eine ungewöhnlich zweite Schimmelschicht mit rötlichen, grünlichen oder grauen Flecken, sollte man den gesamten Käse entsorgen – andernfalls drohen auch hier Magen-Darm Symptome mit denen Sie zu kämpfen haben.

Schimmelpilze in Lebensmitteln

Sollten Sie doch unglücklicherweise einmal Schimmel gegessen haben ist es wichtig, darüber aufgeklärt zu sein wie Sie zu handeln haben, um Schlimmeres zu vermeiden.

Wir haben für Sie weitere Lebensmittel aufgelistet, dessen Verderber der Schimmelpilz sein kann:

  • Roggenbrot
  • Äpfel und Kernfrüchte
  • Zitrusfrüchte, Orangensaft
  • Nüsse, Pistazien, Gewürze
  • Weiche Früchte (Trauben, Erdbeeren, etc.)
  • trockenes Brot
  • Fette, Margarine
  • Kartoffeln

Fazit

Solange es sich bei Ihrem abgelaufenen Produkt weder um Fisch oder Fleisch handelt und Ihr Lebensmittel nicht von Schimmel befallen ist, können Sie dieses mit guten Gewissen, auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, genießen und verzehren.

Dennoch ist es wichtig, dass Sie Ihre Nahrungsmittel vor dem Gebrauch erst einmal auf Aussehen, Geruch und gegebenenfalls Geschmack testen, bevor Sie diese aufbrauchen.

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Quelle: dpa/Redaktion

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