24.10.2016

INTERVIEW Bei Youtube-Koch Marco kommt nur ehrliches Essen auf den Tisch

Gegrillte Irish Beef Burger mit Guacamole

Gegrillte Irish Beef Burger mit Guacamole

Essen ohne Schnickschnack, das jeder nachkochen kann: Das ist die Devise von Marco, der unter "ehrliches Essen" einen YouTube-Kanal betreibt.

Marco ist ein Original: schnörkellos und gerade heraus zeigt er seine Kochkünste und präsentiert die Rezepte humorvoll und mit einer ordentlichen Portion Schwung auf seinem YouTube-Kanal ehrliches essen. Sei es nachgekochtes McDonald's-Essen, schnelle Snacks oder seine Lieblinge der amerikanischen Küche, Marco nimmt die Zuschauer mit in seine Küche und zeigt herrlich ehrlich, wie er in der Küche wuselt. Klar gehen auch mal Sachen schief, er nimmt es aber immer mit Humor und setzt seine Pannen in witzigen Pannenvideos in Szene. Grund genug dem sympathischen Kerl mal zu befragen.

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bildderfrau.de: Was ist für dich denn ehrliches Essen?

Marco: Ehrliches Essen – den Begriff habe ich damals mit meinem Nachbarn Heiko geprägt. Zu der Zeit trafen wir uns immer donnerstags zum „Männer“kochen und wir sagten uns damals, das unser Essen immer ehrlich sein soll: einfach selbst zu machen, lecker, sattmachend und nicht zu teuer. Als ich mit meinem Kanal anfing und ich mich für einen Namen entscheiden musste, fiel mir wieder das Motto unser Kochabende ein: „Ehrliches Essen“ - einfach selbst zu machen, lecker und eben nicht zu teuer.

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Beschreib dich selbst mal in drei Worten.

Laut, freundlich und unterhaltsam!

Wenn man eins sagen kann zu deinem Vlog, dann ist es „Du bist, wie du bist“ – Du nimmst deine Zuschauer mit in deine Wohnung, in deine Küche und lässt sie an deiner Leidenschaft teilhaben. Hast du nie Angst davor zu viel von dir preiszugeben?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe ein paar Grundregeln, wie zum Beispiel: Andere haben ungefragt nichts im Video zu suchen, es sei denn, der oder diejenige will unbedingt. Ansonsten ist es ja gerade typisch YouTube, dass man die Leute eben zu sich einlädt, diese am normalen Leben teilhaben lässt und nichts perfekt ist, wie im TV zum Beispiel. Bei mir leuchtet keiner die Küche perfekt aus, putzt vorher nochmal extra alle Arbeitsflächen oder deckt mit HD-Schminke irgendwelche Pickelchen ab. Mir beim Kochen zuzuschauen, ist eben, wie beim Kumpel spontan vorbeizukommen und beim Kochen zu zusehen.

In Zeiten von Superfood, Workout-Profis und einem Schlankheitswahn: Warum glaubst du, hast du immer noch so viele treue Zuschauer?

Ich habe gerade so viele treue und neue Zuschauer trotz Superfood, LowCarb, „Garkein“-Carb oder sonst irgendeiner neuen Ernährungs-Idee. Meine Zuschauer haben Lust am Essen und Kochen oder entwickeln gerade die Lust dazu. Und ihrem Hobby bzw. ihrem Interesse gehen meine Zuschauer, genau wie ich, gerne nach, in dem man das nachkocht, was einem schon immer gut geschmeckt hat. Und das ist nicht immer die gehobene Küche oder ein aufwändiger Braten, sondern eher die schnelle, einfache und leckere Küche – wie ein einfacher Burger, eine selbstgemachte Pizza oder eben ein Auflauf.

Gegrillte Irish Beef Burger mit Guacamole

Wie würdest du denn deine Zuschauer beschreiben?

Mein Publikum ist total gemischt und lässt sich überhaupt nicht über einen Kamm scheren. Vom Schüler über den Studenten, von der Hausfrau bis hin zum ausgebildeten Koch – das ist wirklich total interessant für mich zu beobachten. Ich bekomme Mails von 14-jährigen, die sich aufgrund meines Kanals für ein Kochpraktikum entschieden haben, vom Imbissbudenbesitzer auf Thailand, der meine Saucen nach kocht, als auch von der Mama, die sich dafür bedankt, dass die Chicken Nuggets selbstgemacht ein Fest für die ganze Familie sind.

Was sagen deine Freunde und deine Familie zu deinem Youtube-Kanal?

Zu Anfang war es für meine Freunde und Familie noch interessant, jetzt nach über vier Jahren ist mein YouTube-Kanal kaum noch Thema. Es ist wie das Hobby von anderen: der eine schraubt gerne am Motorrad, der andere geht angeln – ich stehe in meiner Küche und mache Rezeptvideos.

Welches Land ist dein absolutes Foodie-Paradies und warum?

Ganz klar die USA, weil dort der Street Food, das Fast Food und die Soulfood-Kultur einfach ganz groß ist. Zum Beispiel die ganze TexMex-Küche, die Soulfood-Küche aus Louisiana oder Mississippi oder die Food-Truck-Kultur in Los Angeles sind für mich ein absolutes Fest. Ganz zu schweigen vom authentischen BBQ aus Amerika – ich könnte mich wahrscheinlich wochenlang durch die Staaten futtern. (lacht)

Wohin soll die Reise für dich langfristig gehen?

Eine Travel-and-Food Sendung im TV - so wie Todd Fisher, Adam Richman oder Anthony Bourdain - das wäre schon ein kleiner Traum von mir. Also wenn das jetzt eine TV-Produktionsfirma liest, einfach melden: ich hätte Zeit …

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