11.10.2016

GESUND MIT ACHILLES Komm mit! – 6 Food-Trends aus New York

Der Rainbow Bagel – dieser Food-Trend aus New York vertreibt schnell die schlechte Laune bei fiesem Regenwetter.

Foto: Ellen-Jane Austin

Der Rainbow Bagel – dieser Food-Trend aus New York vertreibt schnell die schlechte Laune bei fiesem Regenwetter.

Nichts gegen Times Square, Freiheitsstatue und Co. – aber wer eine Stadt erleben will, muss sich durchfuttern – meint Ellen-Jane Austin.

Die Stadt, die niemals schläft, aber dafür rund um die Uhr isst, ist bekannt für ihre Hotdog-Stände, American Diners und den klassischen Bagel mit Frischkäse und Lachs. Alles sehr lecker, aber maximal ein Fundament dessen, was es zu entdecken gibt.

In New York City, oder wie ich es nenne: New Fork City (Neue Gabel Stadt) , tauchen Jahr um Jahr neue Essenstrends auf – die meisten inspiriert von den verschiedenen Herkunftsländern der New Yorker. Manche sind nach ein paar Wochen wieder verschwunden, andere halten sich Jahre lang und einige schaffen vom Big Apple aus, den Sprung in die ganze Welt – auch zu uns nach Deutschland. Hier sechs der leckersten Food-Trends aus der kulinarischen US-Metropole.

>> Gesund mit Achilles

1. Der Koreanische: Bibimbap

Ich sitze in einem verwinkelten kleinen Restaurant in Brooklyn auf einer Holzbank und aus den Lausprechern dudelt leise K-Pop (bekannter Vertreter: „Psy“ mit „Gangnam Style“). Eine zierliche Kellnerin im pinken Blümchenkleid stellt einen Dolsot (brutzelnd-heißer Steintopf) vor mir ab. Darin: hübsch angeordnet, bunte Gemüsestreifen, gekrönt mit einem Spiegelei und geröstetem Knoblauch und darunter Reis – mein erstes Bibimbap (der Name kommt von bapeul bibida – übersetzt: Reis mischen/umrühren).

Es tut mir fast ein wenig Leid, dieses essbare Kunstwerk durch Rühren zu zerstören, aber es lohnt sich. Mit jedem Bissen in das knackige Gemüse meint man, die Vitamine durchzuschmecken, die scharfe Paste (Gochujang) sorgt für Feuer im Mund und der Reis wird durch den heißen Topf herrlich knusprig angebacken. Superlecker – das wird nicht mein letztes Bibimbap. Das Gericht wieder zu bekommen, wird zum Glück kein Problem – in New York sprießen kultige kleine koreanische Restaurants wie dieses gerade wie Pilze aus dem Boden.

2. Der Bunte: Rainbow Food

Die schönste Seite des Regens? Richtig, der Regenbogen – vor allem, wenn man ihn essen kann. Und in New York kann man das. Der berühmteste Trendvertreter ist wohl der Rainbow Bagel – im „The Bagel Store“ in Brooklyn erfunden und mit „Funfetti-Cream-Cheese“ gefüllt. Er schmeckt wie ziemlich fester Mäusespeck mit Frischkäse-Frosting.

So werden die Rainbow-Bagel gemacht:

Und der Hype um die bunten Lebensmittel lässt nicht nach… jedes noch so banale Gericht kann – dank intensivem Einsatz von Lebensmittelfarbe – aussehen, als hätte ein Einhorn es ausgepupst. Inzwischen findet man nicht nur Süßes unter den bunten Futtereien, sondern auch Regenbogen-Kaffee und sogar Regenbogen-Käse-Toast oder Regenbogen-Pizza.

Regenbogen-Bagel:

Regenbogen-Kaffee:

Regenbogen-Pizza:

3. Der Fusionierte: Harajuku-Crêpes

Dank der frischen Zutaten und der exotischen Würzung sind japanische Gerichte wie Sushi und Teriyaki schon seit Jahren Dauerbrenner. Und französische Crêpes – ich meine, Crêpes liebt doch jeder! Warum sonst würde man auf wirklich jedem Volksfest einen Stand finden? Aber beides zusammen? Und dann auch noch gewickelt, wie eine Eiswaffel? Ja, unbedingt!

Diese verrückte Kombination entstand in den Siebzigern im Szeneviertel Harajuku in Tokio und ist inzwischen immer öfter in New York zu bekommen. Die Füllungen variieren von Schokoeis mit Früchten über Lachs mit Sesam und Thunfisch bis hin zu Salat mit schwarzem Reis, Avocado und Bacon.

4. Der Gefrorene: Swingles

Der Swingle: Ein Mini-Key-Lime-Pie (amerikanischer cremiger Limetten-Kuchen mit Keksboden), auf einen Stil gesteckt, in Schokolade getunkt und eingefroren. Das klingt und sieht aus, wie eine der verrückten Kreationen, die man von Instagram oder einem dieser irre kreativen Koch-Videos bei Facebook kennt. Die Art Filmchen, die man in der Mittagspause schaut, während man sehnsüchtig an seiner trockenen Käse-Stulle herumknabbert.

Und ja, er schmeckt fantastisch! Knackig schokoladig, grandios fruchtig und cremig kalt. Der einzige Haken: Dieses Meisterwerk bekommt man nur bei „Steve’s Authentic Key Lime Pies“ – einer winzigen Bude an den Docks in Red Hook, einem Hafenbezirk in Brooklyn.

Swingle mit Himbeer-Topping und weißem Schokomantel:

Klassischer Swingle mit dunklem Schokomantel:

5. Der Hawaiianische: Poké-Hype

Poké, Poké, wohin ich auch sehe: Poké (und nein, das hat nichts mit Pokémon zu tun). Poké-Bowls, die hawaiianischen sushiartigen Schüsseln mit Reis, mariniertem Fisch und knackigem Gemüse, kommen auch langsam bei uns an. In New York dagegen nimmt der Hype neue Dimensionen an.

Neben den omnipräsenten Poké-Bowls findet man jetzt auch Poké-Salad und – super für unterwegs: Poké-Burritos. Ich bin schwer dafür, dass dieser Trend auch in Deutschland heimisch wird. Lecker, praktisch und gesund – immer her damit!

6. Der Wiederbelebte: Doughnuts/Donuts

Fettig, trocken und so süß, dass es einem die Mundwinkel zusammenzieht – das war mein bisheriges Verständnis des amerikanischen Gebäck-Klassikers. Dann biss ich das erste Mal in einen der riesigen Teig-Kringel von „Dough“ in Brooklyn – dem vielleicht angesagtesten Donut-Bäcker New Yorks: Saftig, teigig, mit einem fruchtigen, leicht-säuerlichem Hibiskus-Frosting.

Vielleicht können die US-Amerikaner uns in der Brotbackkunst nicht das Wasser reichen – aber eine Welle neuer, junger Bäcker erobert das Land – und verdammt, das mit den Donuts haben sie echt raus.

Reise-Tipp: Brooklyn Neighborhood Guide

Sowohl den Swingle wie auch die wunderbaren Doghnuts habe ich mithilfe des „Brooklyn Neighborhood Guides“ gefunden. Der erste deutschsprachige Brooklyn-Reiseführer wurde von zwei jungen deutschen Frauen geschrieben, die beide einige Jahre in New York lebten. Ihre persönlichen Erfahrungen und Einblicke führen einen zu wunderbaren Locations, auch abseits der viel belatschten Touristen-Gegenden.

Mein Song der Woche: Empire Plates of Mine (Persiflage auf Empire State of Mind)

Um den Rahmen nicht zu sprengen, habe ich mich auf sechs Highlights beschränkt. Tatsächlich hätte ich fast alles aufzählen können, was mir zwischen die Kieferknochen geriet: von würzigen Pastrami-Sandwiches über Ramen-Burger mit Brötchen aus Nudeln bis hin zum fluffigen Cronut (Kreuzung aus Croissant und Donut) und dem knusprigen Cragel (Kreuzung aus Croissant und Bagel).

Wie diese Alicia Keys Persiflage es besingt: In New York kommt nicht nur das beste Essen der Staaten zusammen, es ist auch ein Verkostungsbasar für die Geschmäcker der Welt.

Tipp: Ellen-Janes kulinarische Reise geht noch weiter. Wer mehr verrückte Leckereien bewundern will, findet ihre Bilder bei Instagram unter: https://www.instagram.com/eljastin

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