03.06.2016

Kochabend mit Luisa Luisa Gianniti über die neapolitanische Küche

Luisa kocht für ihr Leben gern. Vor allem die Küche ihrer Heimat Neapel hat es ihr angetan.

Foto: Ulf Büschleb

Luisa kocht für ihr Leben gern. Vor allem die Küche ihrer Heimat Neapel hat es ihr angetan.

Auf Luisakocht.de zeigt Luisa Gianniti die Highlights der neapolitanische Küche. Wir haben sie zum Kochen getroffen und das erste Mal Pasta selbst gemacht.

Hätten Sie gewusst, dass man für den perfekten Pasta-Teig ein Ei braucht, das exakt 65 Gramm wiegt? Das sagt zumindest Luisa, während sie den Pastateig zubereitet. Sie nimmt Mehl vom Typen 00 und formt auf der Arbeitsplatte eine Mulde, in die sie das Ei gibt. Zuerst wird das Ei mit einer Gabel verrührt und peu à peu Mehl eingearbeitet. Sobald die Masse zu fest für die Gabel wird, geht Luisa zum Kneten bzw. Drücken über.

Es ist enorm, wieviel Knetarbeit in dem kleinen Teigklumpen steckt. Immer wieder bearbeitet sie ihn weiter mit ihrem Handballen. Sollte der Teig zu trocken werden, befeuchtet sie lediglich ihre Finger und arbeitet so nur sehr kleine Mengen Wasser ein. Sollte der Teig zu klebrig bleiben, ergänzt sie Mehl. Anschließend muss der Teig eingewickelt in Frischhaltefolie ruhen, damit er nicht austrocknet. Zeit für uns zu reden...

bildderfrau.de: Was wäre denn dein Tipp für Kochanfänger?

Luisa: Ich wünsche mir, dass mal viel Spaß und Experimentierfreude mitbringt, wenn man kocht. Nehmt euch außerdem Zeit die Zutaten kennenzulernen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Zutaten zusammenpassen. Baut eure Expertise auf. Zusammen mit Zeit und Geduld eröffnen sich großartige Möglichkeiten.

Die Rezepte, die du uns heute gezeigt hast, sind allesamt vegetarisch. Kochst du gerne vegetarisch?

Die neapoletanische Küche bringt tolle vegetarische Gerichte hervor, die noch dazu einfach zuzubereiten sind. Die Küche ist prädestiniert für vegetarische Gerichte durch die hervorragenden Zutaten: Scamorza, Mozzarella, Tomaten, Auberginen...

Welches deutsche Gericht schafft es dein Herz höher schlagen zu lassen?

Käsespätzle! Dieses Zusammenspiel aus Eierteig, gerösteten Zwiebeln und dem Käse, einfach köstlich! Mein Mann kommt aus Hamburg und ist nicht immer glücklich mit meiner Vorliebe für die schwäbische Mahlzeit, aber ab und zu freut auch er sich darüber.

Ganz klar: Karamellisiertes Gemüse, das man sowohl warm als auch als kalte Tapas essen kann. Dieser vollmundige Geschmack, ohne viel drumherum, sodass der Geschmack des Gemüses voll zur Geltung kommt. Ich beobachte auch einen Trend zu gutem Fleisch. Qualität bekommt einen immer höheren Stellenwert. Und ein leckerer Aperitif darf nicht fehlen. Ich mag Ramazzotti sehr gerne, den man als Rosato hervorragend mit

Rhabarberkuchen - Neue Lieblingsrezepte

, Gin und Minze mixen kann.

Nehmen wir an, wir müssten ein Grillfest oder ein Dinner mit Freunden vorbereiten: Welche Gerichte würdest Du uns empfehlen, da sie gut vorzubereiten sind?

Beginnen würde ich mit einer Carponata: Fenchel, Zucchini, Rosinen und das Brot sind alle am Vortag vorzubereiten und schmecken mit der Zeit immer besser. Als Hauptspeise empfehle ich Parmigiani. Bereits am Vortag kann der Nudelteig und das Gemüse vorbereitet werden, entweder in kleinen Förmchen oder einer großen Form, sodass man am Dinner-Abend lediglich den Parmigiani in den Backofen schieben muss. Der herrliche Duft verbreitet sich in der Küche und sorgt so für Vorfreude bei den Gästen. Ansonsten sind alle Arten Nachtisch einfach vorzubereiten, vor allem die, die im Becher serviert werden. Ob Tiramisu, eine Creme oder ein Früchtebecher, appetitlich im Becher serviert wird jeder glücklich.

Bei welchem Gericht denkst Du sofort an deine Heimat?

Melanzane bringt sofort Heimatgefühle in mir hevor. Der Spaß am Kochen dieses aufwändigen Gerichts, das Einkochen der Tomatensauce, die von höchster Qualität sein muss, der Duft der Tomaten in der Nase: Die Einfachheit, die Tradition und das Heimatgefühl machen Melanzane zum ultimativen Repräsentanten meiner Heimat.

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Der Teig hat nun lange genug geruht. Nun darf ausgerollt werden. Dabei ist es wichtig, die Arbeitsplatte mit Mehl einzustreuen, da der Teig sonst kleben bleiben würde. Um Fettuccine oder Ravioli herzustellen, sollte der Teig gleichmäßig ausgerollt werden. Mit ein wenig Übung klappt das sicher mit dem Nudelholz, bei Anfängern empfiehlt sich eine Nudelmaschine, die eine gleichmäßig dicke Teigplatte herstellt. Wir machen Ravioli, gefüllt mit Burrata (einem italienischen Weichkäse) und frischen Kräutern. Kleine Häufchen der Füllung werden anschließend mit Teig bedeckt, der dafür einfach umgeklappt wird. Nun noch ausstechen und die eventuell eingeschlossene Luft rausdrücken, fertig.

Luisa gart die Ravioli kurz im kochenden Wasser, schwenkt sie anschließend in Salbei-Butter und richtet sie mit ein paar Klecksen kalter Paprika-Sauce an. So einfach, so lecker! Beim gemeinsamen Essen mit Aperitif verlieren wir uns schlussendlich im Gespräch über die italienische Küche.

Wir danken Luisa für das nette Interview, das wir so schnell bestimmt nicht vergessen werden! Und wir danken Ramazzotti für die Organisation.

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Mehr Informationen zu Ramazzotti finden Sie hier: www.ramazzotti.de

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