25.09.2018

Gesund oder Dickmacher? Tolle Knolle! So gesund sind Kartoffeln

Sie gehört zu den Grundnahrungsmitteln der Deutschen und ist als Sättigungsbeilage nicht mehr wegzudenken. Die Kartoffel ist zunehmend als Dickmacher verpönt. Sind Kartoffeln nun gesund oder machen sie dick?

Foto: iStock/elenaleonova

Sie gehört zu den Grundnahrungsmitteln der Deutschen und ist als Sättigungsbeilage nicht mehr wegzudenken. Die Kartoffel ist zunehmend als Dickmacher verpönt. Sind Kartoffeln nun gesund oder machen sie dick?

Kartoffeln werden heutzutage zwiespältig betrachtet. Dabei ist der Deutschen liebstes Gemüse nährstoffreich und ein richtiger Sattmacher. Was die Knolle noch alles kann, erfahren Sie hier.

Um die 60 Kilogramm Kartoffeln essen die Deutschen pro Jahr. Das ist auf den ersten Blick ganz schön viel, wobei der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch der Knolle sogar sinkt. Was zum Teil wohl mit der steigenden Vielfalt an Alternativen – Reis, Nudeln, Pseudogetreide usw. – und zum anderen Teil wahrscheinlich mit den enthaltenen Kohlenhydraten zu tun hat. Aus Sicht von Low-Carb-Diäten schneidet die Kartoffeln nämlich aufgrund der enthaltenen Menge an Kohlenhydraten nicht gerade gut ab. Aber ist die Kartoffel tatsächlich generell ein Dickmacher?

Nein, Kartoffeln sind gesund, nährstoffreich und ein super Sattmacher. Zumindest wenn sie möglichst naturbelassen und fettarm zubereitet werden. Erfahren Sie hier, was die tolle Knolle alles kann, welche wertvollen Nährstoffe enthalten sind und wie Sie Kartoffeln gesund zubereiten.

Kartoffeln: Weniger Kohlenhydrate als Nudeln und Reis

Kartoffeln sollen dick machen, da sie viel zu viele Kohlenhydrate enthalten, richtig? Kartoffeln enthalten tatsächlich eine vergleichsweise hohe Menge an Kohlenhydraten, wenn man sie mit anderen Gemüsesorten vergleicht. Im Vergleich zu anderen Sättigungsbeilagen wie Nudeln, Reis und Co enthalten sie aber wiederum relativ wenig Kohlenhydrate und sind insgesamt kalorienärmer.

Kalorien (kcal) und Kohlenhydrate von Kartoffeln im Vergleich zu anderen Sättigungsbeilagen per 100 Gramm:

  • Kartoffeln, gegart: ca. 70 kcal, ca. 14 Gramm Kohlenhydrate
  • Nudeln, gekocht: ca. 144 kcal, ca. 29 Gramm Kohlenhydrate
  • Reis, gekocht: ca. 126 kcal, 27 Gramm Kohlenhydrate
  • Hirse, gekocht: ca. 114 kcal, ca. 22 Gramm Kohlenhydrate

Komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe: Kartoffeln machen satt

Ja, Kartoffeln enthalten Kohlenhydrate, aber diese sind nicht per se ungesunde Dickmacher. Sie sind vielmehr ein wichtiger Energielieferant für Körper und Gehirn. Was Kohlenhydrate jedoch ungesund und zum Dickmacher machen kann, ist zum einen die Menge. Erst wenn ein Übermaß an Kohlenhydraten verzehrt wird, wandelt der Körper sie zu Fett um. Zum anderen, ist es die Verarbeitung von Kohlenhydraten, welche ungesund ist bzw. dick machen kann. Und zwar, wenn sie isoliert, zum Beispiel als weißer Zucker in Süßigkeiten und Co, vorkommen. In dieser Form können Kohlenhydrate schneller zu Blutzuckerschwankungen, Heißhunger und Gewichtszunahme führen.

Nicht alle Kohlenhydrate sind Dickmacher. Hier mehr erfahren.

Kartoffeln jedoch enthalten komplexe Kohlenhydrate, welche länger satt halten, sowie Ballaststoffe, die vor Blutzuckerschwankungen schützen und die Verdauung anregen. Ein Tipp: Wenn Sie Kartoffeln etwas abkühlen lassen oder kalt essen, bilden sie sogenannte resistente Stärke. Resistente Stärke hält noch länger satt und dient gleichzeitig als Nährmittel für gesunde Darmbakterien.

Hinzu kommt, dass Kartoffeln sehr fettarm sind. Auf 100 Gramm kommen gerade einmal 0,1 Gramm Fett. Als gelegentlicher Bestandteil Ihrer Mahlzeit und auf gesunde Weise zubereitet, sind Kartoffeln also keine Dickmacher, sondern vielmehr genau das, wofür sie bekannt sind: eine (gesunde) Sättigungsbeilage.

Nährstoffreiches Hausmittel: Was Kartoffeln so gesund macht

Neben komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und resistenter Stärke, punkten Kartoffeln außerdem mit weiteren gesunden Nährstoffen. 100 Gramm Kartoffeln enthalten immerhin 2 Gramm Protein. Hinzu kommen gesunde Vitamine, wie Vitamin C sowie einige B-Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Eisen, Magnesium, Zink und Kalium, die Kartoffeln zu einem prima Nährstofflieferanten machen. Aufgrund der enthalten Mineralstoffe gilt die Kartoffel sogar als basisch und kann dabei unterstützen, den Säure-Basen-Haushalt in Balance zu halten.

Von den gesundheitlichen Vorteilen der Nährstoffe einmal abgesehen, dient die Kartoffel schon seit Jahrzehnten als beliebtes Haus- und Heilmittel, wie zum Beispiel als Kartoffelbrei bei Magen-Darm-Erkrankungen. Auch äußerlich soll sie bei entzündlichen Krankheiten und Beschwerden, wie rheumatischen Schüben oder Mückenstichen, sowie Husten und Halsschmerzen Abhilfe schaffen.

In welchen Fällen die Kartoffel ungesund ist

Tatsächlich können einige der oben beschriebenen gesundheitlichen und gewichtsfreundlichen Vorteile der Kartoffel teilweise oder sogar ganz aufgehoben werden, und zwar aufgrund der Zubereitungsart. Wenn die runde Knolle zum reichhaltigen Käseauflauf, sahnehaltigem Kartoffelgratin oder fettigen Pommes oder Bratkartoffeln verarbeitet wird, sieht es mit der Kalorienmenge nämlich schon ganz anders aus. Vielleicht sind diese kalorienreichen Kartoffelrezepte sogar der Grund, warum die Kartoffeln überhaupt den Titel „Dickmacher“ erhalten hat.

Zubereitungsarten, die Kartoffeln starker Hitze aussetzen, wie das vor allem bei Pommes der Fall ist, können sogar dafür sorgen, dass zahlreiche der gesunden Nährstoffe in Kartoffeln verloren gehen.

So bereiten Sie Kartoffeln gesund zu

Vor allem Vitamine sind hitzeempfindlich und gehen daher im Rahmen der Zubereitung von Kartoffeln zum Teil verloren. Um den Verlust so gering wie möglich zu halten, sollten Sie die Kartoffel vor dem Kochen oder Backen nicht schälen. Die Schale kann den Nährstoffverlust nämlich reduzieren. Außerdem sollten Sie beim Kochen am besten schonende Zubereitungsarten wählen. Dazu zählen dämpfen, kochen und auch backen.

Schneiden Sie grüne Flächen an Kartoffeln großflächig weg oder entsorgen Sie grünliche Kartoffeln gleich ganz. Solche Stellen an Kartoffeln enthalten Solanin, welches eine gesundheitsschädigende Wirkung hat. Solanin ist zum Teil auch in der Kartoffelschale enthalten, sodass diese am besten abgepellt wird.

Rezeptinspirationen gesucht? Hier gibt's die besten Kartoffelrezepte:

Kartoffeln ganz anders – in unserem Video zeigen wir Ihnen fünf kreative Kartoffelrezepte:

5 kreative Kartoffel-Rezepte

Beschreibung anzeigen

Fazit: Ein Hoch auf die Knolle

Die Kartoffel ist und bleibt eine tolle Knolle: Sie enthält wertvolle und gesunde Nährstoffe, ist fettarm und enthält nur eine moderate Menge an Kalorien. Dabei ist sie außerdem ein prima Sattmacher und hat den Titel "Dickmacher" daher schlicht und einfach nicht verdient.

Weitere Rezepte und interessante Ratgeber zu Kartoffeln und Kartoffelsalaten oder Kartoffelsuppen im Speziellen erhalten Sie auf unseren entsprechenden Themenseiten.

Seite

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen