10.08.2018

Unbeschwert lieben Sexuell übertragbare Krankheiten im Fokus

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Körperliche Nähe ist schön – aber gerade am Anfang sollten Sie sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Foto: ©istock/gpointstudio

Körperliche Nähe ist schön – aber gerade am Anfang sollten Sie sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Besonders bei prickelnden One-Night-Stands ist die Gefahr gegeben, sich eine Geschlechtskrankheit einzufangen. Und das kann böse Folgen haben. Welche sexuell übertragbaren Krankheiten es gibt, und wie Sie sich schützen können.

Die unbeschwerten Zeiten der freien Liebe – vorbei sind sie sicher nicht. Aber wie früher im revolutionären Lebensstil der Hippiegeneration gilt auch heute noch: Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern kann sehr schnell für ein böses Erwachen sorgen.

Nicht nur die Angst vor ungewollter Schwangerschaft erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, auch sexuell übertragbare Krankheiten sind auch heute noch nicht ausgerottet.

Sexuell übertragbare Krankheiten: HIV brachte mehr Aufmerksamkeit mit sich

Für ein weltweites Erwachen sorgte Mitte der 80er Jahre das Auftauchen der gefürchteten HIV-Infektion. Es war AIDS, eine sexuell übertragbare Krankheit, die für die Zerstörung des Immunsystems verantwortlich war und bis heute als unheilbar gilt. Als Mahnmal für die Gefährlichkeit von Geschlechtskrankheiten verringerte sich durch das Bekanntwerden des Autoimmundefektes die Anzahl der Infektionen drastisch, dennoch sind Geschlechtskrankheiten bis heute ein wichtiges Thema.

Und hier sollten Sie sich gut informieren, um gut geschützt zu sein und Krankheiten rasch erkennen zu können. Eine Liste der wichtigsten sexuell übertragbaren Krankheiten hilft Ihnen, vorbereitet zu sein und im Fall der Fälle schnell ärztliche Hilfe zu suchen.

Sehr ansteckendes Bakterium: Tripper

Der Tripper, auch Gonorrhoe genannt, ist eine sehr ansteckende bakterielle Infektionskrankheit – verursacht durch Gonokokken, einer Bakterienart, die sich bevorzugt in den Schleimhäuten ansiedelt. Hier geht es vor allem um Infektionen im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane. Der Tripper gehört weltweit zu den am häufigsten vorkommenden sexuell übertragbaren Krankheiten.Die Tripper-Symptome erkennen Sie in der Regel nach zwei bis sechs Tagen. Hier kommt es zu schmerzhaften Infektionen, die auch eitrigen Ausfluss an der Harnröhre mit sich bringen. Ein möglichst schnell vorgenommener Sekretabstrich beim Arzt sichert die Diagnose und erlaubt eine schnelle Behandlung mit Antibiotika.

Chlamydien: Bakterien können Spätfolgen hervorrufen

Auch hier sind sexuell übertragbare Bakterien – die Chlamydia trachomatis – Auslöser für diese Form der Geschlechtskrankheit. Obwohl Frauen und Männer gleichermaßen betroffen sein können, begünstigt die weibliche Anatomie die Gefahr einer Chlamydieninfektion – die oft schwer erkennen, aber gut behandelbar ist.

Ungeschützter Geschlechtsverkehr führt hier zu einer Infektion des Muttermundes. Bemerkbar macht sich diese Erkrankung vor allem am lästigen Juckreiz. Auch Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sind wichtige Hinweise für eine Infektion. Das Problem: Diese Symptome der Chlamydien sind relativ generisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Daher ist eine Untersuchung beim Arzt hier sinnvoll.

Bei Chlamydien als sexuell übertragbare Krankheit ist der Schutz beim Sex besonders wichtig. Viele Frauen entwickeln erst mal keinerlei Symptome. Die Spätfolgen aber können schwere Entzündungserscheinungen und im schlimmsten Fall sogar Unfruchtbarkeit sein.

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Syphilis: Hochansteckend und oft unbemerkt

Die Syphilis gehört zu den hochansteckenden Krankheiten, der Erreger Treponema ist sehr agressiv. Die Syphilis bleibt, ebenso wie die Chlamydien, oft lange unbemerkt. Sie ist nämlich weder besonders schmerzhaft noch sichtbar. Das Problem an der Sache: Der Erreger kann sich so im ganzen Körper ausbreiten.

Ein Anzeichen sind kleine Geschwüre im Genitalbereich, die ein wenig an Herpes erinnern, aber wenig Probleme machen. Tauchen dann später aber rote Flecken an Fußsohlen und Handflächen, Lymphknotenschwellungen oder sogar Verwirrtheit auf, ist die Krankheit weiter fortgeschritten. Dann können auch die inneren Organe befallen werden. Irgendwann bilden sich zudem schmerzhafte Hautknötchen. In der Regel tritt Syphilis in vier Stadien auf.

Sowohl ein Tripper als auch Chlamydien und Syphilis lassen sich mit Antibiotika behandeln.

Herpes genitalis: Viele Menschen tragen den Virus in sich

Auch der Genitalherpes gehört zu den häufig vorkommenden Geschlechtskrankheiten. Schätzungen zufolge ist dieser Typ Virus bei 10 bis 30% der Weltbevölkerung nachweisbar. Daher sollten Sie besonders auf auftretende Symptome wie schmerzhaft juckende und kribbelnde Hautbläschen achten. Auch Geschwulste im Genitalbereich sind häufig ein akutes Symptom für Herpes Genitalis. Und hier gilt: Herpesviren können lebenslang im Körper verbleiben. Bei erneut auftretenden Symptomen sollten Sie daher stets unverzüglich den Facharzt aufsuchen.

Genitalwarzen können auf HPV hinweisen – müssen aber nicht

Genitalwarzen, auch Kondylome oder Feigwarzen genannt, sind ebenfalls eine recht häufig anzutreffende Geschlechtskrankheit. Auch hier ist es überwiegend der ungeschützte Geschlechtsverkehr, der diese sexuell übertragbare Krankheit verursacht. Erkennbar an fleischfarbenen, im Falle von HPV-bedingten Warzen auch rötlich oder bräunlich gefärbten Knötchen in Stecknadelkopfgröße, sind diese Hautwucherungen im Intimbereich jedoch oft gutartig. Sind die Warzen durch HP-Viren (Humanes Papillom-Virus) hervorgerufen worden, können sie ein Indiz dafür sein, dass eine Frau an Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist – müssen es aber nicht. Denn die Krankheit bricht nicht bei allen mit HPV infizierten Frauen aus.

Sie sollten die Stellen aber in jedem Fall von einem Gynäkologen untersuchen lassen. Häufig treten sie im Bereich der Schamlippen auf, am Scheideneingang oder am After. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob Sie Feigwarzen mit Creme behandeln können oder sie entfernen lassen sollten.

Die Infektion mit Feigwarzen kann das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs erhöhen. Wie in allen anderen Fällen gilt auch hier: Besser vorsorgen durch Kondome, als unangenehme Folgen riskieren.

Trichomonaden: Wenn's fischig riecht

Ähnlich wie HPV betreffen die Folgen von Trichomonadenauch fast nur Frauen. Bei Männern läuft die Erkrankung symptomlos ab. Der Parasit Trichomonas vaginalis ist ein Geißeltierchen, das sich im mäßig sauren Milieu der Scheide und der Harnröhre ansiedeln kann und dort zu Entzündungen, Schmerzen beim Sex, Juckreiz sowie fischigem, gelb-grünem Ausfluss führen kann. Die sexuell übertragbare Krankheit lässt sich aber gut mit Antibiotika in den Griff bekommen.

Schmerzen beim Sex können übrigens auch ein Anzeichen für verschiedene sexuell übertragbare Krankheiten sein. Welche Ursachen dies haben kann, verrät Ihnen unser Sexualexperte.

Neues Kondom soll Geschlechtskrankheiten erkennen können

Der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten ist also sehr wichtig, vor allem dann, wenn Sie einen neuen Partner haben oder mit wechselnden Bekanntschaften intim werden. Ein Kondom sollten Sie da immer benutzen. Und in Zukunft kann dieses vielleicht noch mehr dabei helfen, Geschlechtskrankheiten zu bekämpfen:

Forscher entwickeln gerade ein Kondom, das durch einen Farbwechsel anzeigen kann, ob eine Geschlechtskrankheit bei einem der Sexualpartner vorliegt – und aufgrund der Farbe sogar die Erkrankung erkennen kann:

  • Grün deutet auf Chlamydien hin
  • Blau bedeutet Syphilis
  • Gelb zeigt Herpes-Viren an und
  • Violett macht auf HPV aufmerksam.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Erkennt das Kondom eine Geschlechtskrankheit, können beide Partner ihren Arzt gezielt darauf ansprechen und sich im Falle einer tatsächlich vorliegenden Erkrankung direkt behandeln lassen. Gerade bei Krankheiten mit spät oder unspezifisch auftretenden Symptomen wie Syphilis und Chlamydien sowie beim HPV kann dies unangenehme bis schlimme Spätfolgen verhindern.

Noch handelt es sich leider nur um ein Konzept, aber diverse Kondom-Hersteller haben bereits Interesse bekundet. Sollte das sexuell übertragbare Krankheiten erkennende Kondom dann auf den Markt kommen, könnte dies einige Menschen vor schmerzhaften Symptomen und sogar Operationen bewahren.

Mehr Sex-Wissen gefällig? Unsere Themenseite gibt weitere Infos.

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