Aktualisiert: 03.05.2021 - 08:10

Kalenderwochen 18 und 19 So viel Impfstoff bekommen die Arztpraxen diese Woche

Pflaster drauf: Damit können ab erster Maiwoche noch einmal mehr Menschen rechnen, die sich bei ihrem Hausarzt gegen Covid-19 impfen lassen wollen. Hier gibt's eine Übersicht über die Impfungen in den Arztpraxen.

Foto: Getty Images/Jasmin Merdan

Pflaster drauf: Damit können ab erster Maiwoche noch einmal mehr Menschen rechnen, die sich bei ihrem Hausarzt gegen Covid-19 impfen lassen wollen. Hier gibt's eine Übersicht über die Impfungen in den Arztpraxen.

Wie ist die Impfstoff-Lage in den Arztpraxen derzeit? Für diese Woche sind Termine bereits vergeben, für kommende Woche können Impfwillige sich im Laufe dieser Woche teilweise noch anmelden. Klar ist schon jetzt: Für KW 19 dürfen die Arztpraxen einen der Impfstoffe ohne Obergrenze bestellen. Die gibt es aber für ein anderes Vakzin.

Es geht voran mit den Impfungen – und doch warten noch viele, viele Menschen auf den Piks. Immerhin: Mittlerweile dürfen Hausärzte mitimpfen. Die wöchentlich gelieferten Impfdosen sind allerdings beschränkt. Wer bekommt wie viel, welche Impfstoffe stehen für diese und kommende Woche bereit? So ist die aktuelle Lage rund um die wöchentlichen Covid-Impfungen bei den Hausärzten.

Wöchentlicher Überblick: Covid-Impfungen beim Hausarzt ziehen an

Schön zu sehen ist, dass es seit Beginn der Corona-Impfungen beim Hausarzt schneller vorwärts geht. Bis einschließlich 29. April haben über 22,4 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten. Das entspricht 26,9 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Den vollständigen Impfschutz, der bei den Impfstoffen Comirnaty von Biontech und Pfizer, Vaxzevria von AstraZeneca und dem Impfstoff von Moderna zwei Impfdosen umfasst, haben knapp 6,4 Millionen Bundesbürger erhalten – also 7,7 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Beschleunigt werden sollte das Ganze im Mai durch die Einführung des Impfstoffes von Janssen, einem Tochterunternehmen von Johnson & Johnson. Dieser wird nur mit einer Dosis verimpft – jedoch wird im Vergleich wenig geliefert – die Impfdosen sollen daher gezielt eingesetzt werden. Des Weiteren wird erstmals eine Obergrenze der Bestellmengen gelockert: Vaxzevria (AstraZeneca) darf frei bestellt werden. Für Comirnaty (Biontech/Pfizer) bleibt es bei einer Höchstbestellmenge: Maximal sechs Vials dürfen die Praxen ordern.

Kalenderwoche 18: So viel Impfstoff gibt's diese Woche

Eigentlich war der Plan, dass in der ersten Maiwoche deutlich mehr Impfstoff in die Arztpraxen kommen sollte als zuvor – nämlich drei Millionen Impfdosen. Davon sollte die Hälfte von Biontech und Pfizer kommen, ein Drittel von AstraZeneca und über zehn Prozent von Johnson & Johnson. Wegen Lieferverzögerungen bei Johnson & Johnson gab es aber Verschiebungen.

Eigentlich sollte die erste Fuhre mit 400.000 Dosen Impfstoff von Johnson & Johnson ab dem 3. Mai zumindest teilweise in die Arztpraxen kommen. Am Ende kam weit weniger überhaupt in Deutschland an. Grund für die Änderungen sei laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) eine vergleichsweise knappe Lieferung des Impfstoffes. Das, was verfügbar ist, solle daher zuerst in die Impfzentren geliefert werden.

Dennoch sollte es bei der angekündigten Menge von rund 3 Millionen Impfdosen für die Arztpraxen bleiben – also eine Million mehr als in der Vorwoche. 1,6 Millionen Impfdosen von Comirnaty (Biontech/Pfizer) wie geplant, dazu 1,4 Millionen Impfdosen Vaxzevria (AstraZeneca), statt der ursprünglich geplanten 1 Million. Das bedeutete eine mögliche Maximalbestellung pro Hausarztpraxis von 36 Dosen Comirnaty (6 Vials) und 50 Dosen Vaxzevria (5 Vials). Die Praxen erhielten dann mindestens 18 bis 24 Dosen Comirnaty und mindestens 10 Dosen Vaxzevria.

Konkret bedeutet das, dass in dieser Woche erst einmal die aus den Prio-Gruppen weitergeimpft werden, die nun laut Prioritätenliste dran sind. Anmelden können sich mittlerweile auch Personen aus der Priorisierungsgruppe 3, während aber noch längst nicht alle aus den vorhergehenden Gruppen geimpft sind. In manchen Bundesländern (Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Berlin) haben aber bereits jetzt Jüngere die Möglichkeit, sich in den Praxen für eine Impfung mit Vaxzevria zu melden.

Kalenderwoche 18: So viel Impfstoff ist angekündigt

In der zweiten Märzwoche sollen Arztpraxen insgesamt 2,9 Millionen Impfdosen der Covid-Impfstoffe erhalten. Es bleibt bei 1,6 Millionen Dosen Comirnaty, dazu kommen 1,3 Millionen Dosen Vaxzevria – so ein Rundschreiben des Deutschen Apothekerverbands (DAV), das u.a. der Pharmazeutischen Zeitung vorliegt.

"Für Vaxzevria® von AstraZeneca wird es auf absehbare Zeit keine Obergrenze für die Bestellmengen mehr geben", heißt es im Rundschreiben der DAV. Das bedeute aber nicht dass Ärzte, die auf Vaxzevria verzichten, mehr Comirnaty ordern können. Hier bleibt es bei der Obergrenze von sechs Vials pro Woche pro Praxis. Das entspricht 36 Impfdosen.

Neu ist ab KW 19, dass Ärzt:innen jetzt Impfdosen für die zweite Immunisierung ordern können. Für Comirnaty stehen diese ab der zweiten Maiwoche erstmals für die an, die vor knapp sechs Wochen zum Impfstart der Hausärzte an der Reihe waren. Für Comirnaty liegt der von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlene Abstand der beiden Impfungen derzeit bei sechs Wochen. Bei Vaxzevria liegt er bei zwölf Wochen. Ärzte dürften aber abweichen, heißt es, sie seien "nicht verpflichtet, die Einhaltung des zeitlichen Abstands zwischen Erst- und Zweitimpfung zu überprüfen", schreibt der DAV.

Wie es um Lieferungen des Ein-Dosen-Impfstoffes von Johnson & Johnson an Arztpraxen steht, ist bisher nicht bekannt. Der Impfstoff soll nun aufgrund seiner einfacheren Vergabe vor allem in Brennpunkten eingesetzt werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Bestellen müssen die inzwischen über 60.000 impfenden Hausärzte die Impfdosen für die kommende Woche immer bis Dienstag 12 Uhr. Das funktioniert über ein Rezept an die Apotheke, auf dem Impfstoffnamen und Anzahl der Dosen vermerkt sind.

Nachgefragt - Wie funktionieren eigentlich Impfungen?
Nachgefragt - Wie funktionieren eigentlich Impfungen?

So soll es nun weitergehen

Nach und nach sollen Hausarztpraxen vermehrt ins Impfen einsteigen. Die Impfzentren werden aber weiterhin betrieben und sollen mittelfristig vor allem die mRNA-Impfstoffe (Biontech/Pfizer, Moderna) erhalten. Der Impfstoff von AstraZeneca soll dort mittlerweile nur noch für Zweitimpfungen genutzt werden, Erstimpfungen sind erst einmal nicht mehr geplant – die gibt es dann ab Anfang Mai in den Hausarztpraxen. Übriger AstraZeneca-Impfstoff wird dann zumindest in manchen Bundesländern an alle Impfwilligen ab 18 Jahren verteilt, ab Juni sollen sich dann alle gegen Covid-19 impfen lassen können, die wollen.

Ab der Woche vom 7. Juni sollen dann auch Betriebsärzte in die Impfungen mit einbezogen werden, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt. Hausarztpraxen wiederum sollen im Juni pro Woche über 3 Millionen Impfdosen erhalten. Die Impfzentren erhalten im Mai und Juni pro Woche weiterhin mehr als 2 Millionen Dosen – so der Plan.

Bis Ende des zweiten Quartals erwartet Deutschland immerhin mehr Impfstoff von Biontech und Pfizer als zuvor geplant. 9 Millionen Impfdosen mehr sollen es sein. Eingeplant sind dann über 40 Millionen Impfdosen. Damit steigt die geplante Liefermenge für das zweite Quartal 2021 auf 77,1 Millionen Impfdosen. In Q3 folgen dann noch einmal 126,6 Millionen Impdosen, in Q4 weitere 100,2 Millionen Impfdosen – sofern alle Lieferungen klappen und die noch nicht zugelassenen Impfstoffe von Curevac und Sanofi/GSK wie angekündigt kommen. Eine Übersicht von Statista zur Impfstoff-Lieferprognose gibt's hier.

Ab Juni sollen Corona-Impfungen dann auch bei Betriebsärzten möglich sein.

Mehr Infos zu Impfungen, etwa welche Inhaltsstoffe in den Covid-Impfstoffen stecken sowie Neues zum Coronavirus lesen Sie auf unseren Themenseiten. Weiteres gefällig?

Hier finden Sie das Impfdashboard der Bundesregierung mit allen aktuellen Zahlen.

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