Aktualisiert: 26.04.2021 - 08:14

Neues im Kampf gegen die Pandemie Corona-Warn-App-Update will Zettelwirtschaft ein Ende setzen

Schnellere Meldungen über die Corona-Warn-App: Mithilfe von QR-Code-Tracking kann man sich nun in Geschäften, Restaurants und Co anmelden. Und bald lassen sich Schnelltest-Ergebnisse eingeben.

Foto: Getty Images/fermate

Schnellere Meldungen über die Corona-Warn-App: Mithilfe von QR-Code-Tracking kann man sich nun in Geschäften, Restaurants und Co anmelden. Und bald lassen sich Schnelltest-Ergebnisse eingeben.

Während zuletzt alle Welt über die Luca App gesprochen hat, übernimmt nun auch das ursprüngliche digitale Mittel zur Pandemieeindämmung diese Aufgabe: Die Corona-Warn-App hat ein großes Update bekommen. Und ein weiteres Update soll folgen.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten eine App, die Sie zuverlässig warnt, sollten Sie in Restaurants und Co mit einem Covid-Infizierten Kontakt gehabt haben. Und zwar immer. Stellen Sie sich vor, es gäbe eine App, in der Sie selbst andere warnen können, selbst wenn Sie nur einen Schnelltest gemacht haben. Diese App gibt's eigentlich schon lange. Eines der genannten Features aber kann sie erst ab demnächst: Die Corona-Warn-App hat ein Event-Update bekommen – eines für Schnelltests folgt bald.

Corona-Warn-App: Zwei Updates im April

Dass es mit der App der Bundesregierung etwas, nun ja, schleppend vorangeht, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt. Dennoch wird sie noch genutzt – und soll am besten auch wieder auf mehr Smartphones in Deutschland landen. Aus diesem Grund wird sie regelmäßig aufgefrischt und mit neuen Features versorgt. Gleich zwei davon waren für April angekündigt. Das erste ist nun da. Und das hätten wir uns eigentlich schon vergangenen Sommer gewünscht.

Update 1: Die Event-Funktion ist da – endlich

Sicherlich haben Sie kürzlich von der Luca App gehört. Die von der Kulturbranche zusammen mit einem Start-up entwickelte App macht es möglich, sich über einen QR-Code in Restaurants, später irgendwann auch mal bei Events oder einfach Freunden anzumelden. Gibt später eine anwesende Person in der App an, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, meldet sich die App via Schnittstelle über das Gesundheitsamt bei allen, die mit der Person an den entsprechenden Orten Kontakt hatten. Jedoch gab es zuletzt große Kritik aus datenschutzrechtlichen Gründen. Denn in der Luca App muss man sich mit Daten wie Name, Wohnort und Co anmelden.

Die Corona-Warn-App kann das, was die Luca App verspricht, nun auch. Der Vorteil: Dabei werden laut Entwickler keine Userdaten gespeichert. Die Registrierung erfolge immer anonymisiert, heißt es.

Eigentlich war das auch einer der Bestandteile, die man sich vergangenen Sommer – wir erinnern uns an Zettelwirtschaften im Biergarten – längst hätte vorstellen können. Nun ist die sogenannte "Event-Funktion" da und auf den Smartphones angekommen. Besucher von Restaurants oder Veranstaltungen können dann die Kontaktverfolgung geradezu revolutionieren. Wenn es denn irgendwann wieder offene Restaurants und vor allem Veranstaltungen gibt. Für Supermärkte und Co soll sie aber auch funktionieren. "Aktuell prüfen wir die technische Umsetzbarkeit einer solchen Funktion in unseren Filialen", so Anja Malek, Sprecherin von Konsum Leipzig im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Einchecken – so geht's

Auf der Startseite finden Nutzer nun den Eintrag "Sie planen eine Veranstaltung?" und können dort ebenjene oder aber ihr Geschäft registrieren, so dass sich ein regelmäßig austauschbarer QR-Code erstellt, den Besucher dann einscannen können. Dafür gibt es eine zweite Seite, die unten mit dem neu dazugekommenen Button "Check-in" erreichbar ist. Dort können Nutzer nach Zustimmung zur Kamera-Funktion über die App den entsprechenden QR-Code in Geschäften, Restaurants und Co einscannen. War ein später positiv Getesteter zeitgleich mit Ihnen eingeloggt, bekommen Sie eine Warnung über die App. 16 Tage lang merkt sich die App, wo man eingecheckt war, danach wird der Eintrag gelöscht. Das lässt sich aber auch händisch machen.

Funktionieren soll das übrigens wie auch die Luca App und ähnliche Lösungen mithilfe der Schnittstelle Sormas, mit der nun, über ein Jahr nach Beginn der Pandemie, endlich alle Gesundheitsämter Deutschlands ausgestattet werden sollen.

Update 2: Positiver Schnelltest? Ab in die App damit

Das war es aber noch längst nicht für April. Ende des Monats soll ein weiteres Update kommen. Bislang funktionierte die App ja so, dass man das Ergebnis eines positiven PCR-Tests melden konnte und die App anschließend alle warnte, die in den vergangenen zwei Wochen eine gewisse Zeit im Umkreis des Infizierten verweilt haben. Genau das soll nun auf Schnelltests ausgeweitet werden.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Schnelltest-Ergebnisse sind viel schneller da, Kontakte können also wesentlich schneller gewarnt werden. Zudem soll der Eintrag dazu dienen, das Schnelltestergebnis vor Gang in ein Geschäft und Co einfacher vorzeigen zu können. Möglicherweise muss man sich dann vor dem Betreten aber trotzdem noch schriftlich eintragen. Die Zettelwirtschaft nimmt dabei daher wohl kein jähes Ende.

Und was, wenn der Schnelltest falsch liegt? Nun, dann gilt das Prinzip: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Maske und Abstand sowie Hygiene gelten schließlich nach wie vor, trotz negativem Schnelltest.

Zwei Haken gibt es allerdings: Das Ganze funktioniert erst ab Ende April. Und nicht mit jedem Schnelltest – zumindest vorerst nicht. Zu den Partnern gehören erst einmal die Schnelltests, die über den Deutschen Apothekenverband gemacht werden sowie die von den Drogerieketten dm und Budni, von Doctorbox und Galeria Karstadt Kaufhof. Weitere sollen aber folgen, zitiert das Ärzteblatt Regierungssprecher Steffen Seibert bei der Vorstellung der Updates.

Voraussetzung dafür sei es übrigens, dass ein Schnelltest nach dem Vier-Augen-Prinzip durchgeführt wurde, und zwar "von geschultem und autorisiertem Personal", heißt es in der Pressemeldung zum Update.

Die letzten Updates der Corona-Warn-App umfassten übrigens ein Kontakttagebuch und eine Anzeige der Pandemie-Kennzahlen. Wer die Corona-Warn-App öffnet, bekommt seit Januar täglich die aktuellen Zahlen angezeigt, die das Robert Koch-Institut (RKI) ermittelt. Und abgeschlossen ist die Entwicklung noch lange nicht. Im Sommer sollen in der App digitale Impfnachweise angezeigt werden können.

Ob nun Corona-Warn-App, Luca App oder eine andere Lösung: Vielleicht wird das ja doch noch was, mithilfe der Technik ein wenig mehr im Kampf gegen das Coronavirus zu unternehmen...

Im Kampf gegen die Pandemie: Neben der Corona-Warn-App gibt es noch DIESE Anwendungen

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