11.07.2020 - 19:16

Richtige Position finden Rückenschmerzen vermeiden: So stellen Sie Ihren Autositz richtig ein

Schmerzt's beim Fahren? Da sind Sie nicht allein. Die richtige Einstellung des Autositzes kann Rückenschmerzen aber vorbeugen.

Foto: iStock.com/arbobii

Schmerzt's beim Fahren? Da sind Sie nicht allein. Die richtige Einstellung des Autositzes kann Rückenschmerzen aber vorbeugen.

Sommerzeit ist die Zeit der langen Autofahrten. Doch nach Stunden in derselben Position leidet der Rücken. Das lässt sich aber verhindern – mit der richtigen Sitzposition.

Leiden Sie schnell unter Rückenschmerzen? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass Ihre Sitzposition im Auto dafür verantwortlich sein könnte? Wir verbringen nämlich im Schnitt sehr viel Zeit auf vier Rädern. Lange Autofahrten, aber auch regelmäßige Kurztrips zum Einkaufen können eine echte Herausforderung fürs Rückgrat sein. Aber Autositze lassen sich individuell einstellen! So klappt's dann auch mit dem Autofahren ohne Rückenschmerzen.

Autofahren ohne Rückenschmerzen: Auf die Haltung kommt's an

Wir sitzen einfach zu viel. Das ist mittlerweile wohl hinlänglich bekannt – überall heißt es, Sitzen sei das neue Rauchen. Zu wenig Bewegung und einseitige Sitzhaltung können tatsächlich vielerlei Folgen haben. Eine davon ist naheliegend: ein schmerzender Rücken. Denn nicht jeder Sitzplatz ist optimal auf Rückenbedürfnisse ausgerichtet – leider auch der Autositz nicht. Dabei verbringt jeder dritte Autofahrer in Deutschland laut einer Studie der Versicherungsgesellschaft CosmosDirekt pro Werktag eine Stunde im Auto. Zu Urlaubszeiten kann das dann auch schon mal mehr werden.

Dazu kommt, dass es auch in Sachen Autositz Qualitätsunterschiede gibt. Viele vor allem ältere Modelle sind auf langes Sitzen gar nicht ausgerichtet. Mittlerweile gibt es aber Modelle mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken. Die Experten der Aktion fordern: "Der Sitz muss sich individuell so einstellen lassen, dass er den Bedürfnissen von Autofahrern und Beifahrern bestmöglich gerecht wird."

Leider ist das wie gesagt nicht bei allen Sitzen der Fall. Sie können aber zumindest auf ein paar Dinge achten, wenn Sie den Autositz ausrichten. Mit der richtigen Unterstützung der Haltung lassen sich Verspannungen und Schmerzen dann zumindest eindämmen. Und auch ein ergonomischer Sitz mit Gütesiegel will richtig eingestellt werden. Folgende Optionen haben Sie:

Autositz richtig einstellen: So geht's!

  1. Sitzposition: Setzen Sie sich auf den Sitz und rutschen Sie mit dem Po bis an die Sitzlehne. Jetzt verschieben Sie den Sitz so, dass die Beine bei durchgetretenen Pedalen leicht angewinkelt bleiben.
  2. Nun geht's an die Rückenlehne: Sie sollten das Lenkrad mit leicht angewinkelten Armen halten können. Der Unterarm sollte zum Oberarm in einem 110-Grad-Winkel stehen. Achten Sie darauf, dass Ihre Schulter auch beim Lenken an der Rückenlehne anlehnt.
  3. Sitzhöhe einstellen: Sie sollten so hoch wie möglich sitzen. Schauen Sie aber, dass zwischen Kopf und Dach noch etwa eine Handbreit Platz bleibt.
  4. Sitzflächenneigung: Können Sie die Neigung der Sitzfläche einstellen? Dann sollten Sie diese so einstellen, dass Ihre Oberschenkel locker auf der Sitzfläche aufliegen. Achten Sie darauf, dass Sie die Pedale ohne großen Kraftaufwand durchtreten können.
  5. Zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante sollten zwei bis drei Finger Platz finden können. Dies können Sie nur einstellen, wenn sich die Sitzflächenlänge verstellen lässt.
  6. Die Kopfstütze sollte den Kopf schützen, aber nicht den Nacken stützen. Die Oberkanten der Kopfstütze sollten bündig mit dem Kopf enden. Ist die Kopfstütze zu tief eingestellt, können Sie sich bei einem Aufprall aufs Heck schwere Kopf- und Halswirbelverletzungen zuziehen.
  7. Lassen sich die Seitenwangen verstellen? Diese sollten am Körper anliegen, aber nicht einengen.
  8. Hat Ihr Sitz eine Lordosenstütze, können Sie Ihre Lendenwirbelsäule unterstützen und sie in ihrer natürlichen Form halten. Die Lordosenstütze sollten Sie immer von unten nach oben anpassen.

Bei neuen Autos auf Gütesiegel achten

Klar, extra für die Sitze kaufen sich wohl die wenigsten ein neues Auto. Falls Sie aber mit dem Kauf eines Neuwagens liebäugeln, achten Sie auf das AGR-Gütesiegel "Geprüft & empfohlen". Ergonomische Sitze finden Sie etwa bei Neuwagen von Opel, Mercedes Benz sowie in diversen Modellen von VW, Peugeot und Hyundai. Aber es gibt auch die Möglichkeit, Gebrauchtwagen mit ergonomischen Autositzen nachzurüsten.

Und sonst so? Immer wieder Pausen machen

Egal, ob Sie aber nun einen rückenfreundlichen Sitz haben oder nicht: Sie sollten vor allem auf längeren Autofahrten immer regelmäßige Pausen einplanen. Denn das hilft nicht nur dem Rücken bei der Entspannung, sondern macht auch den Kopf wieder fit. Also ruhig rund alle zwei Stunden mal rasten und ein paar Schritte laufen, bevor es wieder hinters Steuer geht.

Zudem sollten Sie darauf achten, Ihren Rücken generell kräftig zu halten – vor allem dann, wenn Sie viel Zeit auf vier Rädern verbringen.

Rückenschmerzen sind ein echtes Volksleiden. Vielschichtig sind die Ursachen, ebenso aber auch die Behandlungsmöglichkeiten. Treten die Beschwerden vornehmlich im unteren Rücken auf? Oder haben Sie schon einmal vom Facettensyndrom gehört? Enorm hilfreich ist in den meisten Fällen ausreichend Bewegung. Denn einem gesunden Rücken können hin und wieder krumme Sitzhaltungen nicht so viel.

Weitere Infos gibt es bei AGR – Aktion Gesunder Rücken e.V.

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