Aktualisiert: 16.10.2020 - 09:44

Änderung wegen Coronavirus Krankschreibung per Telefon: Das ist jetzt wieder möglich!

Bei Erkältung: Wann zum Arzt?

Bei Erkältung: Wann zum Arzt?

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Wer krank ist, soll sich aufgrund der aktuellen Coronavirus-Lage nicht einfach in ein Wartezimmer setzen. Aber wie soll man sich dann krankschreiben lassen? Das geht ab Montag auch wieder telefonisch – wenn Symptome einer leichten Erkältung vorliegen. Wie das abläuft und wie der "Gelbe Schein" dann beim Arbeitgeber landet.

Es ist Herbst. Derzeit rennen den Ärzten die Patienten die Arztpraxen ein – Tendenz steigend. Mehr und mehr stellt sich die Frage, was denn nun zu tun ist, wenn man sich krank fühlt und sich eigentlich krankschreiben lassen würde. Von Arztbesuchen wird abgeraten – weil sowieso schon viel los ist und weil die Befürchtung da ist, dass sich Wartezimmer zu wahren Brutstätten entwickeln, ob durch Coronaviren, Influenza oder andere Erreger. Daher haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung jetzt beschlossen: Die telefonische Krankschreibung kommt zurück. Ab 19. Oktober kann sich jetzt wieder telefonisch krankschreiben lassen, wer Erkältungsbeschwerden hat.

Telefonisch krankschreiben lassen: Das geht jetzt wieder

Update vom 16. Oktober: Im Sommer war die Lage ruhig. Jetzt aber, angesichts der steigenden Infektionszahlen sowie dem Anrücken der klassischen Erkältungszeit, hat der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen – ein Zusammenschluss von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen – beschlossen: Die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung ist ab Montag, 19. Oktober wieder möglich.

Die Regelung soll nun zunächst bis Jahresende gelten. Wer unter Erkältungssymptomen leidet, kann entsprechend beim Arzt anrufen und sich für sieben Tage krankschreiben lassen. Wer danach eine Verlängerung benötigt, kann dies einmalig für weitere sieben Tage ebenfalls telefonisch erbitten, so heißt es in einer Mitteilung.

Die Regelung hatte zuletzt im März und April gegolten und nach Ansicht der Experten die Praxen enorm entlastet. Zwar sei so die Hürde der Krankmeldung vereinfacht, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK in einer Mitteilung anmerkt: "Die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung wegen Atemwegserkrankungen, die von Anfang März bis Ende Mai 2020 galt, dürfte einen Einfluss auf die erhöhten Krankenstände im Vergleich zu den Vorjahren gehabt haben." Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Instituts ergänzt: "Gleichzeitig sprechen die Daten dafür, dass Ärzteschaft und Beschäftigte mit dieser temporären Regelung verantwortungsvoll umgegangen sind." Im Mai und Juni sei der Krankenstand dann sogar hinter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre zurückgeblieben. Insgesamt falle die Zwischenbilanz bei den Krankschreibungen im Jahr 2020 bisher eher unspektakulär aus.

Wie der "Gelbe Schein" dann beim Arbeitgeber und bei der Krankenkasse landet, lesen Sie weiter unten.

So lief die telefonische Krankschreibung im März ab

Update vom 25. März 2020: Ab sofort sind die Krankschreibungs-Regeln in Deutschland aufgrund der Corona-Krise weiter gelockert. Wer leichte Erkrankungen der oberen Atemwege oder einen Verdacht auf Corona äußert, kann sich nach telefonischer Rücksprache mit Hausärztin oder Hausarzt eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit für bis zu 14 Tage ausstellen lassen. Bisher war dies nur für bis zu sieben Tage möglich. Diese Regelung gilt vorerst bis 23. Juni, teilt der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland mit.

Original vom 10. März 2020: Wer unter Schnupfen und Erkältung leidet, kann nun in seiner Hausarztpraxis anrufen und sich nach telefonischer Rücksprache mit Ärztin oder Arzt bis zu sieben Tage lang krankschreiben lassen, ohne die Praxis aufsuchen zu müssen. Dies soll die Ärzte während der Coronavirus-Krise entlasten. Die Regelung gilt ab sofort und erst einmal für die kommenden vier Wochen.

Aber Achtung: Die Regelung gilt nur für Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege. Wer schwerere Symptome wie Fieber und Atemnot hat sowie wenn ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 besteht, für den gilt die Regelung nicht. Patienten mit solchen Symptomen oder dem Verdacht auf Covid-19 sollen weiterhin erst in der Praxis anrufen und dann entweder nach Rücksprache ebendiese aufsuchen oder sich an eine der in vielen Krankenhäusern eingerichteten Coronavirus-Anlaufstellen wenden. Auch nach telefonischer Rücksprache kann Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zu weiteren oder genaueren Untersuchungen in die Praxis bestellen.

Wie kommt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dann zum Arbeitgeber?

Wie der sogenannte "Gelbe Schein" dann aber zum Arbeitgeber kommt, ist in der Meldung nicht beschrieben. Im Entgeltfortzahlungsgesetz regelt der Gesetzgeber, dass ein Arbeitnehmer drei Tage ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) zu Hause bleiben darf. Die AU muss dem Arbeitgeber spätestens am vierten Tag vorliegen. Unternehmen dürfen aber auch verlangen, dass die AU bereits am ersten Tag eingereicht werden muss. Das muss im Arbeits- bzw. Tarifvertrag geregelt sein.

Aktuell könnten aber Ausnahmen gelten, sagt Rechtsanwalt Christoph Lattreuter gegenüber der "Bild": "Da hier besondere Umstände vorliegen, dürfte auch der Schein später nachgereicht werden können. Jedoch lassen Sie sich das von Ihrem Arbeitgeber vorher per E-Mail oder SMS bestätigen." Sprich: Der Schein müsste dann trotzdem irgendwann, während Sie krankgeschrieben sind, beim Arzt abgeholt werden – immerhin wäre dies aber mit einem viel kürzeren Besuch verbunden. Sie können ansonsten auch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bzw. die Krankenkasse fragen, ob die die Krankschreibung zum Arbeitgeber senden können. Dass Ärzte die AU direkt an die Krankenkasse schicken, ist seit Mai 2019 bereits möglich, manche Krankenkassen erlauben es auch, die AU als Scan über eine App einzusenden. In Zukunft soll der "Gelbe Schein" ganz abgeschafft werden.

Am besten immer nochmal beim Arbeitgeber rückversichern

Manchen Arbeitgebern genügt auch eine Kopie der AU per E-Mail, manchmal sogar per SMS. Sollte Ihr Arbeitgeber das Original verlangen, können Sie dieses auch per Post schicken. Aber auch dann muss der Schein am spätestens vierten Tag vorliegen. Eventuell können Sie vorab eine Kopie an den Arbeitgeber senden. Das alles sollten Sie zuvor mit Ihrem Arbeitgeber abklären. Meist reicht eine kurze Nachfrage in der Personalabteilung.

Übrigens: Wer krankgeschrieben wird, bekommt drei Ausführungen des Scheins: Der Hauptbeleg ist für Ihre Krankenkasse, um im längeren Krankheitsfall eine Krankengeldszahlung zu gewährleisten. Der erste Durchschlag ist für Ihren Arbeitgeber, der zweite für Ihre Akten.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 hat Deutschland erreicht, über 1.000 Infektionen gibt es bereits, man rechnet aber vorerst nicht mit einem Ende der Welle. Erschwerend kommt hinzu, dass auch andere Viren natürlich weiter verbreitet sind, so stecken wir zurzeit mitten in der Grippe- sowie der Erkältungswelle. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn findet klare Worte für den Kampf gegen die weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus und bereitet alle Bürger auf längere Einschränkungen im Alltagsleben vor: "Wir reden deutlich über mehrere Monate als über mehrere Wochen", erklärte er am Montag. "Wir müssen den Ausbruch verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem weiter funktionieren kann." Dennoch sollten Unterbrechungen des normalen Alltags so gering wie möglich gehalten werden.

Ob man während der Coronavirus-Krise nun ein Recht auf Homeoffice hat, erklärt ein Rechtsanwalt. Eine Psychologin erklärt außerdem die Angst vor dem Coronavirus und wir stellen uns der Frage, ab wann man nach einer Covid-19-Erkrankung eigentlich wieder gesund ist.

Coronavirus: Wichtige Telefonnummern bei Verdacht auf Covid-19

Ärzte warnen weiterhin davor, aus unnötigen Gründen Arztpraxen und Notaufnahmen aufzusuchen. Wer typische Covid-19-Symptome wie Husten und Fieber verspürt, ist dazu angehalten, nicht einfach so in die nächste Arztpraxis oder Notaufnahme zu marschieren, sondern sich im Vorfeld telefonisch über das weitere Vorgehen zu erkundigen. Denn Wartezimmer und Notaufnahmen sind Viren-Brutstätten.

Unter folgenden Telefonnummern können Sie sich bei Verdacht melden:

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
  • Einheitliche Behördennummer: 115
  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22
  • Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Zudem stehen Ihnen Ihre Hausärzte telefonisch zur Verfügung. Alle neuen Informationen zur Ausbreitung des Virus gibt es außerdem auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Hier finden Sie eine interaktive Karte über den aktuellen Stand der Infektionen mit Sars-CoV-2 sowohl in Deutschland, in Europa als auch weltweit.

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