12.04.2016

Thrombose - Risiko Gefahrenquelle Antibabypille - Gesteigertes Thromboserisiko

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Foto: ©istock drkskmn

Die Antibabypille soll vor ungewollten Schwangerschaften schützen. Allerdings birgt das Medikament auch eine gesteigerte Thrombose-Gefahr.

Obwohl für Frauen eine ganze Reihe von Verhütungsmitteln existieren, ist doch die Antibabypille seit den 1960er Jahren das Verhütungsmittel Nummer eins. 55 Prozent aller verhütenden Erwachsenen greifen auf die Pille zurück, während das Kondom immerhin noch 36 Prozent verwenden. Andere Methoden wie etwa die Drei-Monats-Spritze, Hormonimplantate oder die Spirale fallen im Rahmen der Nutzungshäufigkeit deutlich ab. Kein Wunder - Die Antibabypille ist einfach anzuwenden, sehr sicher und verlangt keinen invasiven Eingriff wie etwa das Hormonimplantat.

Dennoch ist die Pille nicht vollends unumstritten. Vielmehr schützt sie zunächst nicht vor Geschlechtskrankheiten wie etwa HIV. Daneben birgt sie die Gefahr von Thrombosen, also Blutgerinnseln, welche zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer Lungenembolie führen können. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Pilleneinnahme ausführlich mit dem Frauenarzt zu besprechen und auch eventuelle Risikofaktoren wie Übergewicht oder Rauchen einzubeziehen.

Krankheitsbild Thrombose - Kleine Auslöser, große Wirkung

Bei einer Thrombose entsteht ein Blutgerinnsel innerhalb eines Blutgefäßes - oftmals in den Beinen - oder etwa im Herzen. Normalerweise gerinnt Blut nur, wenn wir uns verletzen. Kleinere Wunden heilt der Körper mithilfe der Blutgerinnung selbst, so dass ein Kratzer nicht immerwährend blutet. Durch verschiedene Auslöser kann es aber auch ungewollt zu einer Blutgerinnung kommen. Kleine Pfropfen aus geronnenem Blut verstopfen dann die Arterien und Venen, so dass der Blutfluss empfindlich gestört wird. Gelangt etwa eine Beinvenen-Thrombose in die Lunge, kann es zu einer Lungenembolie kommen, welche zu Atemnot und im schlimmsten Fall zum Atemstillstand führt.

Die Ursachen für Thrombosen sind vielfältig. Zur Risikogruppe gehören etwa Personen, die zu Krampfadern neigen. Daneben sind auch Blutgerinnungsstörungen, Operationen, Krebs, eine Schwangerschaft oder starkes Rauchen und/oder Übergewicht häufig Auslöser für ein Blutgerinnsel.

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Gesteigerte Thrombose-Gefahr durch die Antibabypille?!

Ein weiterer Risikofaktor ist die Einnahme von blutgerinnungsfördernden Medikamenten wie eben auch der Antibabypille. Diese erhöht die Gefahr einer Thrombose jedoch nicht per se, es kommt vor allem auf die verwendeten Inhaltsstoffe an. Pillen der neusten Generation enthalten zumeist eine Mischung aus Östrogen und Gestagenen wie Drospirenon, Gestoden oder Desogestrel. Diese sollen nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften schützen, sondern auch einen positiven Effekt auf das Hautbild haben und einer Gewichtszunahme vorbeugen.

Diesen positiven Effekten steht das erhöhte Thromboserisiko gegenüber, welches durch neuere Studien belegt wurde. Sicherer sollen laut diesen Untersuchungen Mikropillen sein, welche die Gestagene Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten. Erfreuliche Auswirkungen auf Haut oder Gewicht wird diesen Inhaltsstoffen allerdings nicht zugeschrieben. Eine sehr sichere Schwangerschaftsverhütung gewährleisten solche Pillen der älteren Generation jedoch ebenso.

Auf andere Verhütungsmethoden umsteigen?

Trotz der in den Medien wieder aufkeimenden Diskussion über die Gefährlichkeit der Antibabypille in Bezug auf Thrombosen bleibt dieses Krankheitsbild auch bei Pillen der neueren Generation selten. Laut einer Studie der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA erlitten neun bis zwölf von 10000 Frauen, die eine Mikropille mit Gestagenen wie Desogestrel einnahmen, ein Blutgerinnsel.

Da die Folgen eines Blutgerinnsels wie eine Lungenembolie oder ein Schlaganfall jedoch lebensgefährlich sein können, ist trotzdem Vorsicht geboten. Allerdings müssen Sie nicht notwendigerweise auf ein anderes Verhütungsmittel umsteigen. Besprechen Sie vielmehr mit Ihrem Gynäkologen, ob Sie zu einer Risikogruppe gehören. Dies ergibt sich etwa aus bekannten Thrombose-Anfälligkeiten in der Familie. Auch wenn Sie Raucherin oder übergewichtig sind, empfiehlt sich unter Umständen der Wechsel zu einer anderen Antibabypille etwa mit dem Gestagen Levonorgestrel oder gar die Umstellung auf ein ganz anderes Verhütungsmittel.

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