17.03.2016

Zusatzbeiträge steigen Wechsel der Krankenkasse kann sich lohnen

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Foto: ©iStock / AlexRaths

2016 werden viele gesetzliche Versicherte mehr Beiträge zahlen müssen. Viele scheuen den Kassenwechsel, dabei ist er einfacher, als Sie denken.

Millionen Deutsche haben in diesen Tagen unliebsame Post erhalten: Viele Krankenkassen heben die Zusatzbeiträge weiter an, die sie seit einem Jahr neben dem einheitlichen Grundbeitrag von Versicherten verlangen können. Durchschnittlich soll der vom Einkommen abhängige Zusatzbeitrag laut Gesundheitsministerium auf 1,1 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte steigen - er wird automatisch vom Bruttogehalt abgezogen.

Krankenkasse muss auf Wechsel- Option hinweisen

Übertrifft der Zusatzbeitrag einer Kasse den Durchschnitt, muss die Krankenkasse in ihrer Mitteilung zusätzlich auf die Wechselmöglichkeit in eine günstigere Kasse hinweisen: Es gibt große Unterschiede, was den Zusatzbeitrag angeht. 2015 etwa haben manche Kassen keinen erhoben, bei anderen lag er sogar bei 1,3 Prozent.

Aber lohnt sich ein Wechsel? "Wir raten, die Krankenkasse nicht nur nach dem Beitragssatz auszuwählen. Überlegen Sie, was für Sie persönlich besonders wichtig ist", sagt Christoph Kranich, Experte für Gesundheit und Patientenschutz bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Zwar sind die meisten Leistungen gesetzlich festgelegt und daher bei allen gleich.

Bei den freiwilligen Extras gibt es jedoch oft Unterschiede: Manche Kassen übernehmen z. B. die Kosten für alternative Heilmethoden, bezuschussen Brillen und die professionelle Zahnreinigung oder belohnen für gesundheitsbewusstes Verhalten. Andere tun das nicht. Im Internet finden sich Portale, die Krankenkassen und ihre Konditionen vergleichen und bei der Entscheidung helfen (z.B. auf www.krankenkassen.de).

Der Wechsel selbst ist dann einfach: "Kündigen Sie die Mitgliedschaft bei Ihrer Kasse per Einschreiben mit Rückschein", sagt Christoph Kranich. Das können Sie in der Regel jederzeit mit Wirkung bis zum Ende des übernächsten Monats tun. Kündigen Sie also jetzt bis Ende Januar, sind Sie zum 30. März bei ihrer alten Kasse raus.

Bindung an die neue Krankenkasse für 18 Monate gebunden

Die Kündigung muss die Kasse innerhalb von zwei Wochen schriftlich bestätigen. Leiten Sie dieses Schreiben an die Kasse weiter, der Sie beitreten wollen. "Diese stellt Ihnen eine Mitgliedsbescheinigung aus, die Sie wiederum Ihrer alten Kasse vorlegen müssen, damit dort die Kündigung wirksam wird", so Christoph Kranich. Danach geben Sie die Bescheinigung bei Arbeitgeber oder Rentenstelle ab. An die neue Kasse sind Sie dann 18 Monate gebunden, bevor Sie wieder eine neue wählen können. Außer, sie erhöht den Zusatzbeitrag -dann können Sie vorher kündigen.

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