17.11.2017

Inhaltsstoff Cumarin Zimt: Gesundes Gewürz oder giftiger Krankmacher?

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Alle Jahre wieder fragen sich viele: Wie viele Zimtsterne dürfen Kinder und Erwachsene essen? Zimt enthält den Stoff Cumarin, der gesundheitsschädliche Wirkung haben kann. Wie viel davon im Gebäck steckt, hängt aber stark von der verwendeten Zimtsorte ab.

Foto: iStock/brebca

Alle Jahre wieder fragen sich viele: Wie viele Zimtsterne dürfen Kinder und Erwachsene essen? Zimt enthält den Stoff Cumarin, der gesundheitsschädliche Wirkung haben kann. Wie viel davon im Gebäck steckt, hängt aber stark von der verwendeten Zimtsorte ab.

Im Advent ist Zimt unschlagbar. Und doch gerät das Gewürz wegen des Inhaltsstoffs Cumarin immer wieder in die Schlagzeilen. Wie gesund ist Zimt?

Wussten Sie, dass Zimt eigentlich ein Stück Baumrinde ist? Hierzulande kennen wir ihn vor allem gemahlen oder in Stangenform – und als essentielle Zutat in Weihnachtsgebäck, Glühwein und Chai-Tee. Während die einen ihn als Superfood feiern, ist er bei anderen als giftig und gesundheitsschädlich in Verruf geraten. Was stimmt denn nun?

Man unterscheidet zunächst zwei Arten von Zimt:

  • den süßlich-milden Ceylon-Zimt und
  • den etwas herberen und bitteren Cassia-Zimt.

Gerade um Zweiteren gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Wirbel. Das Ganze begann im Dezember 2005, als die amtliche Lebensmittelüberwachung in Münster bei Kontrollen von Zimtgebäck große Mengen an Cumarin fand.

Cumarin – ein natürlicher Aromastoff

Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff, der außer im Zimt auch in Waldmeister, Steinklee oder Tonka-Bohnen vorkommt. Schon länger ist bekannt, dass Cumarin in hoher Dosierung leberschädigend wirken kann.

Aus diesem Grund gibt es in der Aromenverordnung eine mengenmäßige Beschränkung für die Verwendung des isolierten Stoffes Cumarin in Lebensmitteln. Besonders Cassia-Zimt kann viel Cumarin enthalten.

Zimt-Überdosis schlägt manchen Menschen auf die Leber

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät nach ausführlicher Begutachtung der Datenlage daher zu einem "maßvollen Verzehr" von zimthaltigen Lebensmitteln. Gemäß der Stellungnahme des BfR kann Cumarin bei besonders empfindlichen Menschen Leberschäden hervorrufen.

Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung scheint allerdings für diese Wirkung empfänglich zu sein. Die Leberschäden bilden sich außerdem zurück, wenn auch die Cumarinzufuhr gesenkt wird. Hier gilt also wie für viele andere Lebensmittel auch: Die Menge ist entscheidend. Ob Cumarin beim Menschen Krebs auslösen kann, ist noch strittig. In Tierversuchen hatte der Stoff jedoch diese Wirkung.

Wie viele Zimtsterne sind denn nun okay?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine Höchstgrenze für Cumarin festgelegt, die täglich ohne Risiko verzehrt werden kann. Dieser TDI-Wert (= Tolerable Daily Intake) liegt bei 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Geht man bei Kindern von einem Körpergewicht von 15 kg aus, so lautet die Empfehlung des BfR, dass Kinder pro Tag nicht mehr als sechs kleine Zimtsterne oder 100 g Lebkuchen essen sollten. Wohlgemerkt, wenn sonst keine zimthaltigen Lebensmittel oder Kosmetika verwendet werden – andernfalls verringert sich die empfohlene Höchstmenge.

Erwachsene mit einem Körpergewicht von 60 kg können demnach 24 kleine Zimtsterne bedenkenlos verzehren, bei höherem Körpergewicht entsprechend mehr – und das übrigens täglich und ein Leben lang, ohne Schäden befürchten zu müssen.

Zum Zimtsterne-Backen lieber Ceylon-Zimt verwenden

Wer selbst backt, kann für Sterne und Co. statt Cassia-Zimt den weit cumarinärmeren Ceylon-Zimt verwenden. Es gibt ihn zum Beispiel in vielen Bioläden und inzwischen auch bei manchem Discounter. Auch Milchreis mit Zimt und Zucker kann auf diese Weise problemlos verfeinert werden.

Beim Zimt gilt wie bei vielen anderen Dingen: Nichts im Übermaß!

Noch ist nicht genau erwiesen, in welcher Dosierung und bei welchen Personen Zimt schädliche Wirkung entfaltet. Bis dahin gilt das Prinzip: Es kommt auf das richtige Maß an. Wer zimthaltiges Gebäck in kleinen Mengen ganz bewusst genießt, ist nicht nur hinsichtlich des eventuellen Gesundheitsrisikos auf der sicheren Seite – er tut auch seiner Figur etwas Gutes. Denn ein Zimtstern hat immerhin etwa 70 Kalorien.

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