06.06.2017

Gesundes Immunsystem So vermeiden Sie eine Übersäuerung Ihres Körpers

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Allgemein kann man sagen, dass ein gesunder Körper den Säure-Basen-Haushalt regulieren kann.

Foto: iStock/Eva Katalin Kondoros

Allgemein kann man sagen, dass ein gesunder Körper den Säure-Basen-Haushalt regulieren kann.

Eine Übersäuerung im Körper resultiert nicht aus sauer schmeckenden Lebensmitteln. Es handelt sich um eine saure Stoffwechsellage. Säuren und Basen spielen im gesunden Körper nämlich optimal zusammen.

Trifft eine Säure auf eine Base, werden die Moleküle zu einem Salzmolekül umgebaut und können - ohne zu schaden - ausgeschieden werden. Aber wenn unser Körper die Säuren nicht mehr loswerden kann, wird es ernster. Die ätzenden Säuren schädigen unser Bindegewebe, greifen die Darmschleimhaut an, binden Mineralstoffe und lassen unseren Körper anders reagieren. Lesen Sie hier, worauf Sie ganz leicht im Alltag achten können:

Entstehung einer Übersäuerung (Azidose)

Allgemein kann man sagen, dass ein gesunder Körper den Säure-Basen-Haushalt regulieren kann. Eine gesunde Lunge atmet die flüchtige Kohlensäure ab, die Nieren scheiden die nicht-flüchtigen Säuren aus und beim Schwitzen werden aufgespaltene Salze als Säure über die Haut ausgeschieden.

Der Stoffwechsel besitzt die Fähigkeit, die durch die Nahrung aufgenommenen oder durch die Verwertung der Nahrung entstandenen Säuren sofort und ohne zusätzliche Zufuhr von Basen neutralisieren zu können.

Es spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle, wenn es zu einer Übersäuerung kommt: Umweltfaktoren wie Abgase, Chemikalien und Lärm, Stress, Medikamente, Nikotin und Bewegungsarmut aber auch Extremsport und übermäßiger Konsum säurehaltiger und säureproduzierender Nahrung.

Die aufgenommenen und entstandenen Säuren finden nicht mehr genug Basen, um Verbindungen einzugehen und auf längere Sicht bleiben im Körper Säurerückstände. Der Stoffwechsel funktioniert nicht mehr richtig, wichtige Mineralstoffe werden abgebaut und das Immunsystem wird schwächer. So geraten die Körperfunktionen aus dem Gleichgewicht.

>> Was Basenfasten bringen soll

Übersäuerung und Ernährung

Natürlich ist die Ernährung maßgeblich für unseren Säure-Base-Haushalt verantwortlich. Es gibt Lebensmittel, die sauer sind und Lebensmittel, die bei ihrer Verdauung Säure produzieren. Je mehr Eiweiß in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, desto mehr Säure entsteht bei der Verdauung. Haben diese Lebensmittel einen hohen Mineralstoffgehalt können sie ohne Bedenken genossen werden.

Mineralstoffe sind basisch, deshalb wirken sie der Säure entgegen. So kann ein Lebensmittel sauer sein, aber durch einen hohen Kalziumgehalt neutralisierend wirken. Eine gesunde Ernährung sollte aus vier Fünfteln basischer und höchstens einem Fünftel säurehaltiger Kost bestehen. Sie können also durchaus Säure bildende Nahrungsmittel essen – entscheidend ist der richtige Mix.

>> Basische Hautpflege: Was ist das eigentlich?

Zu den basischen Lebensmitteln gehören:

  • Kartoffeln
  • Gemüse
  • Obst
  • Käse
  • stille Mineralwässer
  • Kräuter

Neutrale Lebensmittel halten die Balance zwischen Säuren und Basen:

  • Butter
  • Öle
  • Walnüsse
  • Leitungswasser

Säurelieferanten sind:

  • Fleisch
  • Fisch
  • Geflügel
  • Wild
  • Fleischbrühe

Säureerzeuger enthalten selbst keine Säure, lassen aber beim Stoffwechsel Säure entstehen:

  • Zucker und zuckerhaltige Süßwaren
  • Weißmehlprodukte
  • Nudeln, Reis
  • Kaffee
  • Alkohol

Das A und O beim Essen

  • Abends leicht Verdauliches (kleine Portionen, fettarm)
  • Genussmittel in Maßen (Kaffee, Zucker, Nikotin, Salz, Alkohol)
  • Mehr frisches Obst und Gemüse essen
  • Vollkornprodukte bevorzugen
  • Nicht zu viel auf einmal essen
  • Nicht zu schnell essen
  • Regelmäßig essen
  • Nicht zu viel und fettreich am Abend essen

Gezielt entsäuern durch:

  • Basenreiche Kost
  • Fasten
  • Basenmedikamente
  • Sauna
  • Bäder
  • Wickel
  • Sport
  • Nicht rauchen

Verschiedene Stadien der Übersäuerung

Es ist nicht eindeutig geklärt, was für einen Einfluss die Übersäuerung auf den menschlichen Körper hat. Jedoch gelten die folgenden fünf Stufen allgemein als die verschiedenen Stadien der Übersäuerung.

  1. Latente Übersäuerung kann sich in Form von Müdigkeit, Magenproblemen, häufiges Sodbrennen und Verstopfungen äußern.
  2. Eine akute Übersäuerung kann sich in Form von Infektionsanfälligkeit und einer Störung des Stoffwechsels bemerkbar machen.
  3. Chronische Übersäuerung kann hingegen schon zu Krankheiten wie Asthma, Rheuma und Gicht führen.
  4. Bei der lokalen Übersäuerung wurden Säuredepots in Herz und Bindegewebe angelegt. Die Folge sind Durchblutungsstörungen und Herzerkrankungen.
  5. Als letzte Stufe kann es tatsächlich zu Nierenversagen, zum Infarkt und zu Krebs kommen.


Der sogenannte Säuretod kann aber nur durch eine extrem einseitige, langfristige und ungesunde Lebensweise zustande kommen.

>> Magenschmerzen - Ursachen und ab wann Sie zum Arzt sollten

Selbsttest: Sind Sie übersäuert?

Um zu testen, ob Sie betroffen sind, können Sie mit Hilfe von Teststreifen aus der Apotheke den pH-Wert des Urins testen. So lässt sich jedoch nur eine Tendenz ableiten, da im Urin der pH-Wert ständig schwankt.

Für den schnellen Überblick beantworten Sie die folgenden Fragen mit JA oder NEIN:

  1. Sind Sie häufig erkältet?
  2. Leiden Sie viel unter kalten Händen oder Füßen?
  3. Haben Sie eine Pilzerkrankung im Magen-Darm-Trakt?
  4. Leiden Sie unter Verdauungsproblemen, z. B. Blähungen?
  5. Ist Ihr Bauch druckempfindlich, spannt er?
  6. Stoßen Sie häufig sauer auf?
  7. Ist Ihre Zunge belegt oder weist feine Risse auf?
  8. Zwingen Sie Karies und Zahnschmerzen immer wieder zum Zahnarztbesuch?
  9. Haben Sie Parodontose?
  10. Haben Sie häufig Körper- oder Mundgeruch?
  11. Haben Sie gelegentlich Schlafstörungen?
  12. Sind die Augäpfel rötlich oder gelblich verfärbt?
  13. Verspannen oder verkrampfen sich Ihre Muskeln öfter?
  14. Juckt Ihre Haut leicht oder müssen Sie sich oft kratzen? Entzündet sich die Haut häufiger?
  15. Sehen Ihre Haare stumpf aus, sind sie trocken, schuppig?
  16. Haben Sie spröde, rissige Nägel oder Nagelpilz an den Zehen?
  17. Reagieren Sie allergisch? Haben Sie Heuschnupfen?
  18. Kennen Sie häufige Migräneattacken, Kopfschmerzen ohne Grund?
  19. Leiden Sie häufig an wiederkehrenden Schmerzen, für die es keine organische Erklärung gibt?
  20. Sind sie zuckerkrank?
  21. Hat der Arzt bei Ihnen Gicht oder Steinbildung festgestellt?

Auswertung

Wenn Sie dreimal oder öfter mit JA geantwortet haben, sollten Sie den pH-Wert Ihres Urins überprüfen. Wenn das Ergebnis eine Übersäuerung zeigt, müssen Sie sich von einem Arzt gründlich untersuchen lassen. Suchen Sie ebenfalls Hilfe und Unterstützung bei einer Ernährungsberatung.

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