12.10.2016

HAUT So bekämpfen Sie Cellulite

Gesunde Ernährung gegen Cellulite?

Foto: iStock/Wavebreakmedia

Gesunde Ernährung gegen Cellulite?

Cellulite, die auch Orangenhaut genannt wird, betrifft vor allem Frauen. Dabei kann man der richtigen Ernährung unschönen Dellen leicht vorbeugen.

Rund 80% aller Frauen sind vom kosmetischen Problem der Cellulite betroffen. Besonders an Hüften, Po und Oberschenkeln, aber auch an Armen und Bauch zeigt sich die gewellte Haut. Zum Start der Bikinisaison wird der Cellulite wie jedes Jahr der Kampf angesagt: Cremes, Massagen, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sollen Orangenhaut bekämpfen. Wir haben die einschlägigen Tipps für Sie unter die Lupe genommen.

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Das Schönheitsideal: Frei von Cellulite

Cellulite ist keine Krankheit, sondern lediglich ein ästhetisches Problem.

Was wir heute als ärgerlichen Schönheitsmakel betrachten, ist von der Natur ursprünglich zu unserem Vorteil bestimmt. Denn das Bindegewebe der Frau ist auf die verstärkte Bildung von Fettzellen ausgelegt. Und nur durch ausreichende Fettreserven kann in Zeiten der Nahrungsknappheit der hohe Energiebedarf während der Schwangerschaft und Stillzeit gedeckt werden.

Heute ist Nahrung für die Meisten im Überfluss vorhanden und unsere zusätzlichen Energiespeicher brauchen wir daher eigentlich nicht mehr. Ganz im Gegenteil, wir tun alles dafür, sie loszuwerden.

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Entstehung von Cellulite

Dass Frauen Cellulite bekommen und Männer selten, liegt im geschlechtsspezifischen Hormonhaushalt und dem unterschiedlichen Aufbau von Haut und Bindegewebe begründet. Das weibliche Hormon Östrogen sorgt generell für schnellere Fetteinlagerung. Die Lederhaut von Frauen ist elastischer, die Unterhaut enthält mehr Fettzellen als die der Männer.

Zudem sind die Fasern, die für Reißfestigkeit sorgen, in der Männerhaut netzartig straff miteinander verbunden, während sie bei Frauen parallel nebeneinander angeordnet und nur sehr locker vernetzt sind. Die Fettzellen befinden sich unter diesen Fasern. Nehmen Frauen an Gewicht zu, können sich die Fettzellen leicht durch die nur locker vernetzten Fasern drängen und werden als Orangenhaut sichtbar.
Dennoch leiden nicht nur füllige und übergewichtige Frauen darunter, denn bei einer ererbten Bindegewebsschwäche sind auch schlanke Frauen davon betroffen.

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Cellulite und Übergewicht

Fettzellen können sich durch eine zu hohe Energiezufuhr um das hundertfache vergrößern. Erst dann werden neue Fettzellen gebildet, die sich wiederum entsprechend des aufgenommenen Nahrungsvolumens vergrößern können.

An den Rezeptoren der Fettzellen docken Hormone an, die den Befehl zum Auf- oder Abbau von Fett geben. Dabei hat der weibliche Körper fünf mal mehr Rezeptoren für die Fettspeicherung als für den Abbau von Fett.

Wer sich also ausgewogen ernährt und dabei auf eine moderate Fett- und Zuckeraufnahme achtet, gibt den Fettzellen keine Gelegenheit sich auszudehnen und unerwünschte Cellulitepölsterchen zu bilden.

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Ist Cellulite eine Frage der Übersäuerung?

In der Alternativmedizin gilt die Übersäuerung des Körpers als Hauptursache für die Entstehung von Cellulite. Als säurebildende Lebensmittel stehen vor allem Fleisch, Käse, Zucker, Weißmehlprodukte, Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee im Verdacht, bei der Bildung der Orangenhaut mitzuwirken. Aber auch übertriebene sportliche Betätigung, Stress und Überanstrengung sollen im Körper Säuren entstehen lassen.
Die überschüssigen Säuren würden im Organismus zu Salzen neutralisiert werden. Diese Salze wiederum sollen als sogenannte “Schlacken” im Bindegewebe abgelagert werden. Aufgrund der “Verschlackung” des Körpers entstünde Cellulite.

Die Existenz dieser Schlacken ist in der Wissenschaft heftig umstritten. Somit stellt sich auch die Frage, ob die empfohlenen Präparate zum Säure-Basen-Ausgleich wie Tees, Pulver, Kapseln und basische Bäder tatsächlich zur Besserung der Cellulite beitragen.

Festhalten kann man allerdings, dass eine basisch orientierte Ernährung mit Einschränkung der oben genannten Produkte im Allgemeinen wesentlich zur Verbesserung der Gesundheit beiträgt.

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Allgemeine Tipps gegen Cellulite

  • Bewegen Sie sich! Regelmäßige Bewegung hilft, Kalorien zu verbrauchen, und hält durch den Aufbau von Muskeln das Bindegewebe straff.
  • Geben Sie das Rauchen auf! Nikotin schädigt die Fasern des Bindegewebes und verschlechtert die Hautdurchblutung.
  • Kreisende Bürstenmassagen an Po, Hüften und Oberschenkeln fördern die Durchblutung. Cremes mit Wirkstoffen wie Koffein, Birkenblättern, Meeresalgen, Arnika und Efeu sollen die straffende Wirkung der Massagen unterstützen.
  • Wechselduschen stärken Ihr Immunsystem, fördern die Durchblutung und regen den Zellstoffwechsel an. Duschen Sie mindestens drei Minuten lang abwechselnd heiß und kalt, von den Füßen angefangen in Richtung Herz!

Ernährung gegen Cellulite

  • Kieselsäure (Siliciumdioxid) hilft, die Vernetzung der Bindegewebsfasern zu verbessern. Reich an diesem Mineralstoff sind Vollkornprodukte, Bambussprossen, Kartoffeln und ballaststoffreiches Obst und Gemüse. Aus der Naturheilkunde ist Ackerschachtelhalm, auch “Zinnkraut” genannt, als kieselsäurereiche Pflanze bekannt,. Als Teeaufguss stärkt er das Bindegewebe und regt den Stoffwechsel an.
  • Vitamin C, das in vielen Obst- und Gemüsesorten wie Orangen und Paprika enthalten ist, ist ebenfalls am Aufbau von schwachem Bindegewebe beteiligt.
  • Bestimmte Eiweißbausteine (Aminosäuren) wie Prolin, Glycin und Lysin helfen dabei, neues Bindegewebe aufzubauen. Prolin und Glycin sind besonders in Molkeeiweiß und Gelatine enthalten. Lysin finden wir in Gelatine, Weizenkeimen und Amaranth.
  • Vermeiden Sie Crashdiäten! Sie lassen die Haut erschlaffen und führen in der Regel langfristig zu mehr Gewicht und Cellulite als vor der Diät.
  • Trinken Sie genug! Reichlich Flüssigkeit, besonders Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Tees sowie Saftschorlen helfen, Cellulite zu bekämpfen. Der Stoffwechsel wird angekurbelt. Dadurch kann das Bindegewebe besser mit Nährstoffen versorgt und schädliche Abbauprodukte schneller ausgeschieden werden.

Fazit

Wer sich von Fast Food und Süßigkeiten ernährt, kann auch von Cremes und Massagen keine Wunder erwarten.

Eine nährstoffreiche Ernährung aus frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und ausreichend Flüssigkeit hilft, die Haut und das Bindegewebe von innen zu stärken. In Verbindung mit regelmäßigem Sport kann die richtige Ernährung also nicht nur dazu beitragen, überflüssige Pfunde abzubauen, sondern auch Cellulite wirksam zu bekämpfen.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, kann der Sommer jederzeit kommen.

Quellen:

1. Running Das Laufmagazin: ”Ernährung bei Cellulite - Das Programm gegen lästige Orangenhaut”
2. Netdoktor.de: Cellulite - der Kampf um glatte Haut
3. Apothekenumschau 05/2004: Was Sie gegen Cellulite tun können.
4. Schrot und Korn 03/2007: Gut ist alles, was den Stoffwechsel ankurbelt.

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