20.02.2019

Dellen in den Griff kriegen 10 Wege, um Cellulite wirksam zu bekämpfen

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Cellulite

Cellulite
Mo, 13.08.2018, 14.02 Uhr

Cellulite

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80 bis 90 Prozent der Frauen stören sich selbst an Cellulite – etwaigen Dellen vor allem am Oberschenkel. Zwar gibt es keine Wundermittel, um die "Orangenhaut" einfach wegzuzaubern. Aber mit intensiver Pflege und Geduld kann man sie mildern – oder lernen, sie als Teil von sich zu akzeptieren.

Keine Frau will sie, dennoch ärgern sich viele über Dellen auf der Haut: die sogenannte Cellulite. Besonders an Hüften, Po und Oberschenkeln, aber auch an Armen und Bauch kann sich gewellte Haut zeigen – meist durch hormonell bedingte Veränderungen des Fettgewebes. In unserer heutigen Zeit wird sie oft als Schönheitsmakel gesehen, dabei ist sie ganz normal und vor allem natürlich. Für wen dies allerdings ein Problem darstellt, kann versuchen etwas zu tun um Cellulite zu bekämpfen. Allerdings sollten Sie nicht all zu hohe Erwartungen stellen, da die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen können.

Bei Cellulite bekämpfen Sie "nur" ein ästhetisches Problem

Cellulite ist ein Bestandteil des weiblichen Körpers. Wussten Sie, dass sie von der Natur ursprünglich zu unserem Vorteil bestimmt war? Denn das Bindegewebe der Frau ist auf die verstärkte Bildung von Fettzellen ausgelegt. Und nur durch ausreichende Fettreserven kann der hohe Energiebedarf während der Schwangerschaft und Stillzeit in Zeiten der Nahrungsknappheit gedeckt werden.

Heute ist Nahrung für die Meisten im Überfluss vorhanden, und unsere zusätzlichen Energiespeicher brauchen wir deshalb eigentlich nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Wir tun alles dafür, sie loszuwerden.

Zehn Wege, um gegen Cellulite vorzugehen

Was genau Sie dafür tun können? Wie gesagt, wegzaubern lassen sich die Dellen nicht – aber reduzieren. Wenn Sie das wirklich wollen. Lassen Sie sich dabei nicht von etwaigen Schönheitsidealen oder gar gemeinen Sprüchen anderer verunsichern. Denken Sie daran: Wenn Sie sich selbst lieben, können Sie alles schaffen.

Dennoch haben wir hier zehn Tipps, wie Sie Cellulite bekämpfen, vor allem aber Ihr Bindegewebe stärken können, wodurch Ihre Haut Spannkraft, Elastizität und Jugendlichkeit gewinnt. Das Tolle: Diese Tipps sind auch noch gesund und gut für das allgemeine Wohlbefinden.

  1. Zauber-Zahl 200: Wer täglich so viele Treppen steigt, bekommt ein starkes Bindegewebe. Für den Alltag heißt das: Lift ignorieren, auch auf Rolltreppen laufen. Ist außerdem gesund für Herz und Kreislauf.
  2. Bewusst ernähren: Die Haut verliert bei einem schwächer werdenden Bindegewebe an Spannkraft. Das kann nicht nur genetisch bedingt, sondern auch von der Ernährung abhängig sein. Tierische Fette, Zucker und Übergewicht begünstigen ein schwächer werdendes Bindegewebe. Stattdessen: ungesättigte Fettsäuren in Ölen, Nüssen, Avocados. Kalorienbewusst ernähren: Fisch, Gemüse, Salat sind fettarm, nährstoffreich und entwässern. Auch wenn der Körper übersäuert ist (etwa von Fast Food, Alkohol, zu viel Süßem), fördert das die Erschlaffung des Bindegewebes. Mit basischem Obst und Gemüse gegensteuern. Mehr Ernährungstipps finden Sie weiter unten im Artikel.
  3. Cremen hilft: Koffein gilt als das bewährteste Mittel in Anti-Cellulite-Cremes und hilft, den Fettabbau zu beschleunigen. Beim Eincremen tüchtig massieren! Zwar erzielen Cremes keine Wunder, aber sie kräftigen und glätten die obere Hautschicht und können so den Dellen Widerstand leisten und Cellulite bekämpfen. Da der Fettabbau morgens auf Hochtouren läuft, ist dann die richtige Zeit zum Cremen.
  4. Täglich 2 Liter: Viel Wasser entschlackt das Bindegewebe, fördert den Abtransport von Giftstoffen, was auf der Haut sichtbar wird. Ideal sind stilles Wasser und Detox-Tee.
  5. Coenzym Q10 und Kieselsäure: Q10 versorgt alle Zellen mit Energie, verlangsamt die Hautalterung, schützt vor freien Radikalen und steigert die Fettverbrennung. Vor allem in rotem, weniger in weißem Fleisch, fettreichem Fisch, Nüssen und Pflanzenölen. Gibt es auch als Nahrungsergänzung. Silicea, bekannt als Kieselsäure unterstützt die Bildung von kollagenen Fasern, fördert Festigkeit und Elastizität des Bindegewebes. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollten Sie aber immer mit Ihrem Hausarzt abklären – auch wenn diese frei verkäuflich sind.
  6. Wechselduschen: Durch das kalte und warme Wasser verengen und weiten sich die Blutgefäße, der Stoffwechsel kommt in Gang. Reines Fitness-Training fürs Bindegewebe. Mutige lassen über Schenkel und Po Eiswürfel gleiten.
  7. Massieren aktiviert: Kreisende oder zupfende Massagen kurbeln die Mikrozirkulation an und aktivieren den Lymphfluss, wodurch überschüssige Lymphflüssigkeit aus dem Bindegewebe befördert wird. Beides sorgt für ein stimuliertes und stärkeres Bindegewebe.
  8. Runter vom Sofa: Wie weiter oben bereits erwähnt – eine ungesunde Lebensweise kann das Bindegewebe durch ansetztendes Fettgewebe schwächer werden lassen. Oft liegt es an Bewegungsmangel. Sportmuffel sollten es mit Walken versuchen. Am höchsten ist die Fettverbrennung beim Schwimmen. Bei Gymnastik ist die Regelmäßigkeit entscheidend: Schon 10 Minuten täglich reichen, um die Muskulatur zu stärken und die Silhouette zu straffen.
  9. Kältetherapie: Kryotherapie (von griech. kryos =Kälte) nennt sich das Schockfrieren. Das medizinische Kälteverfahren strafft durch die Verringerung von Wassereinlagerungen im Gewebe. Allerdings sind mehrere Sitzungen sind nötig – und die kosten. Preis: rund 280 €.
  10. Professionelle Behandlung: Cellfina, die minimal-invasive Methode, setzt bei der Ursache an. Unter örtlicher Betäubung werden die verkürzten Gewebefasern durchtrennt. Die Haut entspannt sich, Dellen verschwinden. Aber auch das ist teuer. Kosten: ab 1500 Euro.

Generell sollten Sie sich aber bewusst machen, dass Behandlungen gegen Cellulite äußerst kostspielig sind und im Falle von Eingriffen auch durchaus ihre Nachteile mitbringen können. Und ob sich die erhoffte Wirkung zeigt, kann Ihnen niemand versprechen.

Darum haben fast nur Frauen Cellulite

Dass Frauen Cellulite bekommen und Männer selten, liegt im geschlechtsspezifischen Hormonhaushalt und dem unterschiedlichen Aufbau von Haut und Bindegewebe begründet. Das weibliche Hormon Östrogen sorgt generell für schnellere Fetteinlagerung. Die Lederhaut von Frauen ist elastischer, die Unterhaut enthält mehr Fettzellen als die der Männer.

Zudem sind die Fasern, die für Reißfestigkeit sorgen, in der Männerhaut netzartig straff miteinander verbunden, während sie bei Frauen parallel nebeneinander angeordnet und nur sehr locker vernetzt sind. Die Fettzellen befinden sich unter diesen Fasern. Nehmen Frauen an Gewicht zu, können sich die Fettzellen leicht durch die nur locker vernetzten Fasern drängen und werden als Orangenhaut sichtbar.
Aufs Gewicht kommt es da übrigens nicht an, denn bei einer ererbten Bindegewebsschwäche sind Frauen jeder Statur davon betroffen.

Cellulite und Übergewicht

Fettzellen können sich durch eine zu hohe Energiezufuhr um das hundertfache vergrößern. Erst dann werden neue Fettzellen gebildet, die sich wiederum entsprechend des aufgenommenen Nahrungsvolumens vergrößern können.

An den Rezeptoren der Fettzellen docken Hormone an, die den Befehl zum Auf- oder Abbau von Fett geben. Dabei hat der weibliche Körper fünf mal mehr Rezeptoren für die Fettspeicherung als für den Abbau von Fett.

Wer sich also ausgewogen ernährt und dabei auf eine moderate Fett- und Zuckeraufnahme achtet, gibt den Fettzellen keine Gelegenheit, sich auszudehnen und unerwünschte Cellulitepölsterchen zu bilden.

Ist Cellulite eine Frage der Übersäuerung?

In der Alternativmedizin gilt die Übersäuerung des Körpers als Hauptursache für die Entstehung von Cellulite. Als säurebildende Lebensmittel stehen vor allem Fleisch, Käse, Zucker, Weißmehlprodukte, Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee im Verdacht, bei der Bildung der Orangenhaut mitzuwirken. Aber auch übertriebene sportliche Betätigung, Stress und Überanstrengung sollen im Körper Säuren entstehen lassen.
Die überschüssigen Säuren würden im Organismus zu Salzen neutralisiert werden. Diese Salze wiederum sollen als sogenannte “Schlacken” im Bindegewebe abgelagert werden. Aufgrund der "Verschlackung" des Körpers entstünde Cellulite.

Die Existenz dieser Schlacken ist in der Wissenschaft aber heftig umstritten. Somit stellt sich auch die Frage, ob die empfohlenen Präparate zum Säure-Basen-Ausgleich wie Tees, Pulver, Kapseln und basische Bäder tatsächlich dazu beitragen können, Cellulite zu bekämpfen.

Festhalten kann man allerdings, dass eine basisch orientierte Ernährung mit Einschränkung der oben genannten Produkte im Allgemeinen wesentlich zur Verbesserung der Gesundheit beiträgt.

Diese Ernährungstipps helfen, um Cellulite zu bekämpfen

  • Kieselsäure (Siliciumdioxid) hilft, die Vernetzung der Bindegewebsfasern zu verbessern. Reich an diesem Mineralstoff sind Vollkornprodukte, Bambussprossen, Kartoffeln und ballaststoffreiches Obst und Gemüse. Aus der Naturheilkunde ist Ackerschachtelhalm, auch "Zinnkraut" genannt, als kieselsäurereiche Pflanze bekannt. Als Teeaufguss stärkt er das Bindegewebe und regt den Stoffwechsel an.
  • Vitamin C, das in vielen Obst- und Gemüsesorten wie Orangen und Paprika enthalten ist, ist ebenfalls am Aufbau von schwachem Bindegewebe beteiligt.
  • Bestimmte Eiweißbausteine (Aminosäuren) wie Prolin, Glycin und Lysin helfen dabei, neues Bindegewebe aufzubauen. Prolin und Glycin sind besonders in Molkeeiweiß und Gelatine enthalten. Lysin finden wir in Gelatine, Weizenkeimen und Amaranth.
  • Vermeiden Sie Crashdiäten! Sie lassen die Haut erschlaffen und führen in der Regel langfristig zu mehr Gewicht und Cellulite als vor der Diät.
  • Trinken Sie genug! Reichlich Flüssigkeit, besonders Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Tees sowie Saftschorlen helfen, Cellulite zu bekämpfen. Der Stoffwechsel wird angekurbelt. Dadurch kann das Bindegewebe besser mit Nährstoffen versorgt und schädliche Abbauprodukte schneller ausgeschieden werden.
  • Geben Sie das Rauchen auf. Nikotin schädigt die Fasern des Bindegewebes und verschlechtert die Hautdurchblutung – und ist sowieso ungesund, wie wir alle wissen.

Fazit

Ein bewusster Umgang mit Ihrem Körper, kann dazu verhelfen, dass Ihre Cellulite sich verringert. So kann eine nährstoffreiche Ernährung aus frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und ausreichend Flüssigkeit helfen, die Haut und das Bindegewebe von innen zu stärken.

Verbinden Sie dies auch mit regelmäßigem Sport, kann die richtige Ernährung also nicht nur dazu beitragen, überflüssige Pfunde abzubauen, sondern auch Cellulite wirksam zu bekämpfen.

Darüber hinaus ist es vor allem aber auch hilfreich, die Orangenhaut nicht weiter als Schönheitsmakel anzusehen. Sie ist normal und ein ganz natürlicher Bestandteil des weiblichen Körpers. Lassen Sie sich nicht von falschen Schönheitsidealen leiten und gehen Sie ihren Genüssen nach, wenn Ihr Körper sich danach sehnt.

Denn am Ende sind nur Sie verantwortlich für Ihr Wohlbefinden – und dabei sollte Cellulite keine wichtige Rolle spielen. Lernen Sie, Ihren Körper zu akzeptieren und vor allem zu lieben, so wird Ihnen Sport und eine gesunde Ernährung leichter fallen.

Quellen:

1. Running Das Laufmagazin: "Ernährung bei Cellulite - Das Programm gegen lästige Orangenhaut"
2. Netdoktor.de: Cellulite - der Kampf um glatte Haut
3. Apothekenumschau 05/2004: Was Sie gegen Cellulite tun können.
4. Schrot und Korn 03/2007: Gut ist alles, was den Stoffwechsel ankurbelt.

Mit diesen wertvollen Ernährungstipps und Lebensmitteln straffen Sie Ihr Bindegewebe. Es hilft, auf die Ernährung zu achten!

Die Haut ist das größte menschliche Organ, schützt uns unser ganzes Leben und muss täglich ganz schön was leisten. Dabei bleibt die nötige Pflege leider oft auf der Strecke. Entdecken Sie tolle Ratgeber, Tricks und Schönheitsrezepte für die richtige Hautpflege. Weitere Artikel und Informationen zum Thema Cellulite finden Sie auf unserer Themenseite.

Die zehn Tipps gegen Cellulite sind zuerst in der BILD der FRAU Nr. 12 erschienen.

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