19.10.2010

Gesunde Zähne: So geht's

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Foto: ©iStock/puhhha

Gesunde Zähne sehen nicht nur schön und gepflegt aus, vielmehr ist die Gesundheit unserer Zähne wichtig für die allgemeine Gesundheit. Alles rund um die Zahngesundheit lesen Sie hier.

Doch nicht nur auf den Hüften und Bäuchen zeigen sich die verheerenden Auswirkungen der zuckrigen Leckereien – auch an den Zähnen können sie einigen Schaden anrichten.

Unsere Zähne

Der Zahnschmelz ist die härteste und sprödeste Substanz des menschlichen Körpers. Er besteht vorwiegend aus mineralischem Material und erhält dadurch seine glänzende Oberfläche. Der Schmelz enthält weder Blutgefäße noch Nerven und muss somit von außen ernährt werden. Dies geschieht durch Mineralien, die im Speichel enthalten sind. An bereits vorgeschädigten Stellen des Zahns lagern sich diese an und härten (remineralisieren) den Zahnschmelz. Der Speichel verdünnt und neutralisiert außerdem aggressive Flüssigkeiten wie Säure im Mund.

Wie entsteht Karies?

In unserer Mundhöhle befinden sich Mikroorganismen in einer bestimmten Menge und bilden die Mundflora. Auf der Oberfläche des Zahnschmelzes lagern sich diese Bakterien an und lassen aus Kohlenhydraten der Nahrung eine klebrige Plaque entstehen, den Zahnbelag. Der pH-Wert in dieser Plaque kann bei etwa 3,5 liegen und ist somit sauer. Durch die Säure wird der Zahnschmelz gelöst. Findet keine Remineralisierung des Schmelzes statt, so geht die Zerstörung weiter und der Defekt setzt sich in der unter dem Schmelz liegenden Zahnsubstanz fort. Karies kann somit nach und nach bis ins Innere des Zahns vordringen und ihn aushöhlen.

Die Verursacher

Vier Faktoren müssen zusammenkommen, damit Karies entsteht:

  1. Mikroorganismen
  2. Kohlenhydrate aus der Nahrung
  3. Zahnbelag / Plaque
  4. Zeit

Fehlt eine dieser Voraussetzungen, kann kein Karies entstehen. Es lohnt sich also, die Kette zu durchbrechen. Die natürliche Mundflora lässt sich nur schwer verändern. Also kommt es darauf an, die richtige Nahrung zu wählen und den Bakterien durch regelmäßiges Putzen der Zähne keinen Spielraum zu lassen, um Zahnbelag zu bilden.

Die richtige Ernährung

Vollwertige Ernährung enthält im Gegensatz zu raffinierten Zucker- und Weißmehlprodukten wertvolle Mineralien, die die Remineralisierung des Zahnschmelzes durch den Speichel fördern. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte erfordern außerdem mehr Kauarbeit. Durch längeres Kauen wird wiederum der Speichelfluss stimuliert und der Zahn sowie das Zahnfleisch gereinigt und massiert. Nicht nur zuckerhaltige Produkte liefern übrigens das Futter für die Mundbakterien. Auch stärkehaltige Produkte, wie Kartoffelchips, können offensichtlich Karies verursachen. Durch ihre klebrige Konsistenz im Mund bleiben sie länger an den Zähnen haften und geben den Mikroorganismen somit genügend Zeit, um zahnschädigende Säuren zu bilden. Auch Bananen und Trockenfrüchte liefern durch diesen "Klebeeffekt" ein höheres Kariesrisiko.

Karies vorbeugen

Mit den folgenden Tipps kommen Sie trotz Kamelle und Co. gut geschützt durch die Karnevalszeit. Ihre Zähne werden es Ihnen aber danken, wenn Sie sie auch während der narrenfreien Zeit beherzigen.

Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sollten reichlich auf Ihrem Speiseplan stehen, damit Sie mit Mineralstoffen und Vitaminen gut versorgt sind.

  • Raffinierte Produkte aus Zucker oder Weißmehl sollten Sie so wenig wie möglich verzehren. Achten Sie auf versteckten Zucker in Fertigprodukten (z.B. Ketchup). Auskunft über die Zusammensetzung eines Produktes gibt Ihnen die Zutatenliste.
  • Essen Sie Süßigkeiten nicht zwischendurch, sondern nur zu den Hauptmahlzeiten.
  • Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten Wasser oder ungesüßten Kräutertee sowie schwarzen oder grünen Tee. So vermeiden Sie ständige Säureangriffe auf Ihre Zähne.
  • Ersetzen Sie bei Zwischenmahlzeiten die stärke- und zuckerhaltigen Knabbersachen durch einen Apfel oder eine Karotte.
  • Greifen Sie häufiger zu zuckerfreien Süßigkeiten und Kaugummis.
  • Geben Sie Ihren Kindern ein vollwertiges Pausenbrot mit in die Schule. Schokoriegel oder Süßigkeiten als Schulmahlzeit bzw. Geld für Pausensnacks sorgen nicht nur langfristig für Übergewicht, sondern auch für schlechte Zähne.
  • Putzen Sie mindestens zweimal täglich die Zähne, am besten nach jeder Hauptmahlzeit. Vor dem Zähneputzen den Mund mit Wasser ausspülen, um frische Speisereste schon vor der Reinigung zu entfernen. Da auch Fruchtsäuren aus Obst und Säften den Zahnschmelz angreifen können, warten Sie nach dem Genuss von Saurem oder Süßem etwa 30 Minuten mit dem Putzen. In dieser Zeit kann der Speichel den Zahnschmelz remineralisieren.
  • Die richtige Putztechnik und Zahnbürste sorgt dafür, dass wirklich alle Beläge entfernt werden. Fragen Sie Ihren Zahnarzt bei Ihrem nächsten Besuch danach.
  • Zahnpasta mit Fluorid und das wöchentliche Auftragen fluoridhaltiger Gelées schützen den Zahn.Verwenden Sie regelmäßig Zahnseide, um auch Beläge in den Zahnzwischenräumen zu entfernen.
  • Nehmen Sie die jährlichen kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Zahnarzt wahr. So können Schäden an den Zähnen schnell entdeckt und behoben werden, bevor sie sich weiter ausbreiten.

Übrigens:

Häufiges Zähneputzen zwischen den Mahlzeiten verringert auch den Heißhunger auf Süßes oder kalorienhaltige Zwischenmahlzeiten, weil der frische Minzgeschmack davon ablenkt. Somit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe und lassen Zähne und Figur profitieren.

Quellen:

1) aid Verbraucherdienst: Biss für Biss - Gesunde Zähne - 3. überarbeitete Auflage 2006

2) www.zahnwissen.de

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