15.02.2018

Superfood? Wie gesund ist Lakritz eigentlich wirklich?

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Lakritz besteht vor allem aus der Süßholzwurzel, die für medizinische Zwecke verwendet wird. Doch macht das automatisch Lakritze gesund? Wir klären auf!

Foto: imago/Photocase

Lakritz besteht vor allem aus der Süßholzwurzel, die für medizinische Zwecke verwendet wird. Doch macht das automatisch Lakritze gesund? Wir klären auf!

Heute gilt Lakritz nur noch als leckere Nascherei. Viele Generationen vor uns war man sich der besonderen Wirkung von Lakritz auf den Körper bewusst. Doch nicht nur positive Wirkungen werden dem Lakritz nachgesagt, auch weniger erfreuliche Auswirkungen sollen Lakritzesser zu spüren bekommen.

Egal ob Ägypter, Römer oder Griechen – für medizinische Zwecke, vor allem gegen Asthma und Magengeschwüre, nutzen sie alle den Hauptbestandteil des Lakritz, die Süßholzwurzel, die maßgeblich für das typische Aroma sowie die charakteristische schwarze Farbe des Lakritz verantwortlich ist. Deutscher Lakritz muss mindestens drei Prozent Süßholzextrakt enthalten. Das typische Lakritz-Aroma stammt maßgeblich von einem Inhaltsstoff der Süßholzwurzel, dem Glycosid Glycyrrhizin. Sind mehr als 0,2 g Glycyrrhizin in 100 g Lakritz enthalten, handelt es sich um "Starklakritz", das nur in Apotheken verkauft wird. Weitere Bestandteile des fertigen Lakritz sind außerdem Zucker, Glukosesirup, Stärke, Gelatine, Salz, Salmiaksalz und Aromen. Doch stimmt die Annahme, dass Lakritz gesund ist und bei verschiedenen Beschwerden helfen kann? Wir klären auf!

Ist Lakritz wirklich gesund?

In der Vergangenheit war Lakritz hauptsächlich wegen seiner positiven Wirkungen auf Schleimhäute, Magen und Darm beliebt, denn Entzündungen und Reizungen können durch Lakritz beruhigt werden. Desweiteren wird die Süßholzwurzel auch für die Behandlung von Husten, Erkältungen und Asthma-Symptomen verwendet, da sie schleimlösend wirkt. Teilweise enthalten auch Hustensäfte und Tabletten das Extrakt. Weitere positive Wirkungsweisen hat Lakritze, meist auch in Form von Tee, u. a. auf

  • die Lebergesundheit
  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Herpes und Schuppenflechte
  • Kopfschmerzen und Fieber
  • schwaches Immunsystem
  • Fibromyalgie
  • Erschöpfung und Stress

Lakritz hat übrigens auch nur 76 kcal pro 20 Gramm – und kein Fett! Entdecken Sie weitere kalorienarme Süßigkeiten, bei denen Sie gerne zugreifen können.

Heute gibt es Mengenbeschränkungen für den Inhaltsstoff Süßholzwurzel. Bei der Verstoffwechslung des Glycyrrhizin wird nämlich ein Enzym gehemmt, welches die Ausscheidung von Natrium und Kalium über die Nieren reguliert. Essen Sie über einen längeren Zeitraum größere Mengen Lakritz, so kann es zu einer Natriumanreicherung und einer vermehrten Kaliumausscheidung im Körper kommen. Als Folge kann als durch Lakritz Bluthochdruck, Ödeme und Muskelschwäche auftreten.

Der Grenzwert für den Verzehr von Glycyrrhizin, bei dem keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten sind, wurde daher 1999 vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin auf 0,1 Gramm pro Tag festgelegt.

Lakritz erhöht den Blutdruck

Lakritz kann den Blutdruck in die Höhe treiben, denn der Inhaltsstoff Glycyrrhizin erhöht die Kortisol-Produktion in der Nebenniere. Daher sollten vor allem Personen mit Bluthochdruck oder Herzschwäche auf den Verzehr von Lakritz oder generellen Süßholz-Produkten verzichten.

Nicht nur Medikamente können helfen: Bluthochdruck kann auch natürlich gesenkt werden. Erfahren Sie alles zu den besten natürlichen Maßnahmen.

Auch Schwangeren wird von dem Verzehr lakritzhaltiger Nahrungsmittel abgeraten. Studien zeigen, dass die Süßholzwurzel Einfluss auf die Entwicklung des Kindes haben kann und diese mit einem erhöhten Cortisol-Spiegel geboren werden, wodurch das Risiko für Diabetes, Übergewicht und Stressanfälligkeit erhöht wird.

Die Auswirkungen von Lakritz auf die Potenz

Welche Auswirkungen hat Lakritz auf die Potenz? Immer wieder wird behauptet, dass es einen Zusammenhang gibt. Lakritz soll nicht nur die Lust auf Sex hemmen, sondern auch zu Potenzstörungen führen. Verschiedene wissenschaftliche Forschungen haben dieses Thema genauer beleuchtet. 2003 hat der iranische Forscher M. Mosaddegh das Gerücht erneut bestätigt.

Es wird vermutet, dass Glycyrrhizin mit einem Enzym aus dem männlichen Körper reagiert, und der Testosteronspiegel dadurch signifikant sinkt. Bei Männern mit einem normalen Testosteronspiegel dürfte Lakritzessen dennoch keine Auswirkungen auf die Potenz haben. Männer, die eher einen niedrigen Testosteronspiegel haben, sollten auf den regelmäßigen Verzehr von Lakritz verzichten.

Die gute Nachricht für alle Lakritzliebhaber: Der Hormonspiegel normalisiert sich bald wieder.

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Fazit

Gelegentlicher Lakritzkonsum schadet Ihnen (und auch Ihrem Partner) in der Regel nicht. Bei Risikogruppen wie Diabetikern, Hypertonikern, Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schwangeren können Lakritz, die mehr als 0,1 Gramm Glycyrrhizin pro 100 g enthalten, nach regelmäßigem Verzehr von mehr als 50 Gramm Lakritz pro Tag Nebenwirkungen verursachen.

Übrigens haben importierte Lakritz häufig einen hohen Glycyrrhizingehalt. Wenn Sie also auf Nummer sicher gehen möchten, kaufen Sie deutsche Lakritz.

Quellen: Die Zeit: “Gar nicht spitz” 2004; Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Lakritze und Bluthochdruck 2000

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