19.01.2017

Körpergewicht regulieren Macht Rauchen wirklich schlank?

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Das Rauchen ist in unserer Bevölkerung weit verbreitet.

Foto: iStock/mammuth

Das Rauchen ist in unserer Bevölkerung weit verbreitet.

Es kursiert die Meinung, man könne durch das Rauchen die Nahrungsaufnahme und damit das Körpergewicht regulieren. Aber Rauchen ist kein Mittel zur Gewichtsregulation! Wir sagen Ihnen, warum!

Zahlreiche Studien zeigen, dass Rauchverzicht tatsächlich zu einer Gewichtszunahme führen kann, wobei starke Raucher mehr Gewicht zugenommen haben als schwache Raucher. Gründe für die Gewichtszunahme nach Rauchverzicht liegen in der Wirkung des Nikotins.

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Wie wirkt Nikotin?

Nikotin steigert den Energieumsatz um ca. 150 bis 300 kcal pro Tag, indem es die Verbrennung ankurbelt, den Fettabbau fördert und den Appetit hemmt. Folglich ist bei einer Nikotinentwöhnung der Energieumsatz des Körpers gedrosselt. Nikotin scheint auch einen direkten Effekt auf das Fettgewebe zu haben, so dass sich bei Nikotinentwöhnung und gleichbleibender Energiezufuhr leichter Körperfett ansammeln kann.

Verhängnisvoll ist auch, dass nach einer Nikotinentwöhnung der Appetit, insbesondere auf Süßes, gesteigert sein kann und somit häufig mehr gegessen wird. Die frisch gebackenen Nichtraucher greifen gern als Ersatz für die Zigarette zu Keksen und Süßigkeiten. Zudem schmecken die Speisen nach der Entwöhnung intensiver und leckerer, da die Geschmacksknospen im Mund nicht mehr überdeckt werden.

Bei manchen ehemaligen Rauchern stellt sich auch eine gewisse Nervosität ein, die sie ebenfalls mit kalorienreichen Naschereien zu unterdrücken versuchen.

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Was ist "gesünder": Rauchen oder Übergewicht?

Die Angst vor Übergewicht durch Gewichtszunahme hält viele Raucher davon ab, auf die Glimmstängel zu verzichten. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) sind die Gesundheitsrisiken durch das Rauchen jedoch wesentlich höher einzustufen als die einer Gewichtszunahme bei Rauchverzicht. Von den positiven, gesundheitlichen Effekten eines Rauchstopps profitiert jeder Raucher, unabhängig von seinen bisherigen Rauchgewohnheiten.

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Zahlen und Fakten zum blauen Dunst

Das Rauchen ist in unserer Bevölkerung weit verbreitet - in Deutschland rauchte im Jahr 2015 fast jeder dritte Erwachsene.

Rauchen beeinträchtigt nicht nur das Immunsystem und die gesundheitsbezogene Lebensqualität, Rauchen kann auch zu Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose, Hypertonie, Lungenentzündung, chronischer Bronchitis sowie bösartigen Tumoren führen.

Rauchen ist die bedeutendste einzelne Todes- und Erkrankungsursache. Allein durch die Folgen des Tabakkonsums sterben in Deutschland schätzungsweise 110 000 bis 140 000 Menschen pro Jahr. Tabakentwöhnung hingegen ist mit einer erheblichen Verbesserung des Gesundheitszustands verbunden.

Hat ein Raucher nur die Wahl zwischen den Gesundheitsrisiken des Rauchens oder denen einer Gewichtszunahme?

Nein! Möglicherweise kann das Körpergewicht nach dem Rauchverzicht schnell ansteigen - in aller Regel pendelt es sich jedoch wieder auf einem niedrigeren Stand ein. Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass Rauchverzicht im Durchschnitt auch nur zu einer relativ geringen Gewichtszunahme führt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass Rauchverzicht die effektivste Maßnahme ist, mehr Lebensqualität zu erreichen und die Lebenserwartung zu steigern.

Nicht jeder ehemalige Raucher nimmt zu

Ehemaligen Rauchern bzw. Personen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, empfiehlt die DGE eine ausgewogene, in der Anfangsphase des Nikotinverzichts auch energiereduzierte Mischkost.

Hierzu ein paar Tipps:

  • Portionsgrößen zunächst reduzieren
  • viel energiefreie bzw. energiearme Getränke wie Wasser, Kräuter- bzw. Früchtetee und Fruchtsaftschorlen trinken, möglichst auch direkt vor den Mahlzeiten
  • Fett und fettreiche Lebensmittel meiden
  • reichlich Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte für eine gute Sättigung verzehren
  • Heißhungerattacken, die einst mit einer Zigarette bekämpft wurden, durch die Aufnahme von Wasser bzw. von Obst, Gemüse oder fettarmen Milchprodukten dämpfen
  • für Ablenkung durch Aktivitäten und mehr Bewegung sorgen
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