14.07.2010 - 00:00

Tagestipp Faszination Mensch Gefühle und mehr

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Wie entstehen Gefühle eigentlich? Wie werden sie ausgelöst?

Ob man nach dem Bauchgefühl handelt oder ein schlechtes Gefühl bei einer Sache hat: Emotionen können unser Handeln wider jeglicher Vernunft steuern, Entscheidungen beeinflussen und unkontrollierbare Reaktionen des Körpers hervorrufen. Doch wie entstehen Gefühle eigentlich? Wie werden sie ausgelöst und welche Prozesse spielen sich dabei in unserem Körper ab?

Emotionstheorien zufolge haben Gefühlsregungen einen bedeutenden Nutzen für unseren Körper, sie sind sozusagen überlebenswichtig. Emotionen werden größtenteils durch Reize aus der Umwelt ausgelöst. Sie bereiten unseren Körper auf Gefahren oder Einflüsse von außen vor und versetzen ihn in Alarmbereitschaft. Diese Reize können sowohl positive Emotionen (wie z.B. Freude oder sexuelle Erregung) als auch negative Emotionen (wie Angst oder Ekel) hervorrufen. In der Regel bewegen Emotionen uns dazu, etwas zu vermeiden (etwa durch Flucht) oder uns an etwas anzunähern. Mechanismen wie Flucht oder Vermeidungsverhalten schützen den Organismus vor Verletzungen oder sonstigen Schäden. So bewahrt uns beispielsweise ein Gefühl von Ekel beim Anblick verdorbener Lebensmittel vor deren Verzehr und somit schlimmstenfalls vor einer Lebensmittelvergiftung.

Schaltzentrale Mandelkern
Eine zentrale Schaltstelle im Gehirn, der so genannte Mandelkern (Amygdala), entscheidet darüber, ob äußere Reize eine Gefahr oder einen Nutzen für den Körper darstellen und ordnet dem Reiz die passende Reaktion zu, wie zum Beispiel die Furchtreaktion auf einen Gefahrenreiz. Von dieser Schaltzentrale aus werden Informationen an die Hirnregionen weitergeleitet, die in emotionalen Situationen körperliche Reaktionen wie Schwitzen, Zittern und Herzklopfen auslösen. Hierbei kommt es zu einer vermehrten Aktivität der Nervenzellen, die sich in Veränderungen der Blutverteilung äußern. Der Anteil an sauerstoffreichem Blut und die Signalstärke nehmen zu. Auf diese Weise wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt, das heißt es werden Energiereserven bereit gehalten, die bei einem Angriff oder einer Flucht gebraucht werden.

Die Nervenverknüpfungen, die für die Entstehung von Emotionen verantwortlich sind, zeichnen sich dadurch aus, dass sie Informationen, die durch äußere Reize und Gefahrenquellen im Gehirn ankommen, besonders schnell verarbeiten können, sodass eine schnelle Reaktion des Körpers sichergestellt ist.
Bei der weiteren Verarbeitung von äußeren Reizen kommen weitere Hirnareale zum Einsatz, die im Gegensatz zur Amygdala zwar langsamer, dafür aber genauer arbeiten. Hier werden abgespeicherte Informationen und frühere Erfahrungen zur Bewertung der aktuellen Gefahrenquelle heranzogen. Erst jetzt wird die Emotion bewusst wahrgenommen. Der Reiz wird in Hinblick auf positive oder negative Auswirkungen bewertet und, je nach dem wie die Bewertung ausfällt, die jeweilige motorische Reaktion (Vermeidung oder Annäherung), die für den Organismus von Vorteil ist, ausgelöst.

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